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Die 20-jährige Kim Kulig spielt in der Bundesliga für den 1. FFC Frankfurt © getty

Die DFB-Frauen fühlen sich fürs WM-Eröffnungsspiel gerüstet. Die Startelf ist fast fix. Prinz hofft auf ein gutes Omen.

Vom Frauen-Nationalteam berichtet Mathias Frohnapfel

Berlin - Erst wurde in Wochen gezählt, dann in Tagen.

Seit Freitag dürfen die Nationalspielerinnen die Stunden bis zum WM-Eröffnungsspiel am Sonntag zählen, ohne Meister im Kopfrechnen sein zu müssen. (DATENCENTER: Der WM-Spielplan)

Auch die Startformation gegen Kanada (So., ab 17.30 Uhr im LIVE-TICKER) wird immer deutlicher: Sowohl die Position im Tor an Nadine Angerer als auch die Teile der Viererkette sind vergeben an Linda Bresonik, Annike Krahn, Saskia Bartusiak und Babett Peter. 366780(DIASHOW: Deutschlands WM-Kader)

Auf der Doppelsechs sind Simone Laudehr und Kim Kulig erste Wahl. Kleine Fragezeichen gibt es nur in der Offensive.

Startelf noch nicht fix

"Die Startelf steht noch nicht zu hundert Prozent", sagte Co-Trainerin Ulrike Ballweg am Freitag. "Wir sind noch am Diskutieren, wer am besten gegen Kanada passen könnte. Das werden wir Sonntagmorgen entscheiden."

Allerdings dürfte im 4-2-3-1-System als einzige Spitze vermutlich Inka Grings auflaufen, Youngster Alexandra Popp ist trotz ihrer fünf Testspieltore wohl nur als Edeljoker vorgesehen.

Die Dreier-Reihe dahinter könnten Celia Okoyino da Mbabi, Birgit Prinz und Kerstin Garefrekes bilden.

Bajramaj auf die Bank?

Okoyino da Mbabi reagierte zurückhaltend auf diese Spekulation.

"Ich habe das Gefühl, dass wir alle sehr gut drauf sind", meinte sie und ihre Konkurrentin Melanie Behringer hätte im Training jüngst den Ball "mit einem strammen Schuss in Winkel gejagt".

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Supertechnikerin Lira Bajramaj droht derweil die Bank. Bei der 23-Jährigen schien zuletzt der große Rummel um ihre Person die Leistung gedrückt zu haben. (370243DIASHOW: "Lira" sucht das Glück)

"Es stimmt, dass mir die Leichtfüßigkeit in den letzten Wochen gefehlt hat", sagte die Flügelflitzerin auf SPORT1-Nachfrage.

Alle für eine

Co-Trainerin Ballweg hofft, dass die jetzt rasch zurückkehrt.

Als am Donnerstag das Nationalteam per Walkie-Talkie und GPS-Geräten in der Umgebung von Berlin verschiedene Aufgaben löste, musste sich Bajramaj "an einem von dem Team gehaltenen Seil entlang hangeln".(422080DIASHOW: Alles zerrt an Lira)

Am Ende hatten bei dieser modernen Variante der Schnitzeljagd mehrere Teams Teile für eine Rakete gesammelt, die dann auch donnernd gestartet wurde.

[kaltura id="0_oyshsinu" class="full_size" title="Die Vorfreude steigt"]

Die Botschaft aus dem Team-Building: Alle für eine, eine für alle.

Neid warnt vor Kanada

Silvia Neid gefällt das. Die Bundestrainerin will aber trotz allen Teamgeists und der glänzenden Testspiel-Ergebnissen eine Pleite gegen Kanada nicht ganz ausschließen.

"Man muss immer mit allem rechnen", sagte die 47-Jährige, die lediglich auf Ersatzspielerin Martina Müller (Oberschenkelzerrung) verzichten muss.

Kanada bezeichnete sie als "sehr starken Gegner" und warnte im SPORT1-Interview vor dem Angriff des Weltranglisten-Sechsten: "Es wird sehr schwer, die weiten Bälle unter Kontrolle zu bekommen, ohne dass Christine Sinclair in Ballbesitz kommt. Sie ist unheimlich gefährlich."

Motivation durch die Fans

Für Birgit Prinz ist dieser Schwierigkeitsrad eine zusätzliche Motivation.

"Natürlich würde ich gerne mit dem WM-Pokal abtreten. Ich möchte bei dem Turnier das Beste rausholen und schauen, was draus wird", schilderte die Rekordnationalspielerin ihre eigene Zielsetzung.

Und die Spielführerin schaut auch auf die Motivation, die von den Fans kommt.

"Wenn wir gut spielen, ist es wesentlich cooler, wenn sich über 70 000 freuen, jubeln und die Welle machen, als wenn es nur 150 sind", sagte die 33-Jährige vor der Partie im mit 73 000 Zuschauern ausverkauften Olympiastadion.

Prinz nicht abergläubisch

Auf Aberglauben gibt sie vor ihrer fünften WM-Teilnahme wenig. Sie beeindrucken weder die ominösen 13 Stufen vom Spielertunnel in die Arena noch ein anderes Omen.

In ihrem allerersten Länderspiel von inzwischen 212 traf Prinz in der Schlussminute zum 2:1-Sieg. Der Gegner hieß damals: Kanada.

Als "eine nette Begebenheit" bezeichnet das Prinz - mehr nicht.

Lampard-Trikot und VFB-Bettwäsche

Ihre Teamkollegin fordern da unmittelbar vor Start der Heim-WM Fortuna mehr heraus.

Zu einem Sieg über Kanada könnte nach den Wünschen von Melanie Behringer das Kleeblatt von einem Freund verhelfen.

Und Kim Kulig hat neben ihrer geliebten Bettwäsche des VfB Stuttgart ein Trikot von Frank Lampard eingepackt - sicher ist sicher.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Deutschland: Angerer (1. FFC Frankfurt/32 Jahre/98 Länderspiele) - Bresonik (FCR Duisburg/27/65), Krahn (FCR Duisburg/25/66), Bartusiak (1. FFC Frankfurt/28/41), Peter (Turbine Potsdam/23/51) - Laudehr (FCR Duisburg/24/41), Kulig (Hamburger SV/21/24) - Garefrekes (1. FFC Frankfurt/31/126), Prinz (1. FFC Frankfurt/33/212), Okoyino da Mbabi (SC Bad Neuenahr/22/55) - Grings (FCR Duisburg/32/90)

Kanada: McLeod - Gayle, Zurrer, Moscato, Wilkinson - Matheson, Kyle - Schmidt, Timko, Filigno - Sinclair

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