vergrößernverkleinern
Saskia Bartusiak wechselte 2005 vom FSV Frankurt zum 1. FFC Frankfurt © getty

Deutschlands Verteidigerin Saskia Bartusiak spricht bei SPORT1 über das Eröffnungsspiel gegen Kanada, Millionäre und "Rocky".

Vom Frauen-Nationalteam berichtet Mathias Frohnapfel

Berlin - Aus Sicht von Bundestrainerin Silvia Neid ist Saskia Bartusiak eine Schlüsselspielerin.

Das heißt eine derjenigen, die gesetzt sind, komme, was wolle. 366780(DIASHOW: Deutschlands WM-Kader)

Selbst ein katastrophaler Fehlpass im Test gegen Norwegen ändert daran nichts, zu beständig hatte sich die Innenverteidigerin in den Wochen zuvor präsentiert.

Jetzt muss Bartusiak im WM-Eröffnungsspiel gegen Kanada (So., ab 17.30 Uhr im LIVE-TICKER) zeigen, was sie drauf hat.

Im SPORT1-Interview spricht die Spielerin des 1. FFC Frankfurt über Lampenfieber vor dem großen Moment, die Möglichkeit mit Frauenfußball Geld zu verdienen und die Rekordjagd der deutschen Abwehr.

SPORT1: Frau Bartusiak, wann wird die erste Frau komplett vom Fußball leben können?

Saskia Bartusiak: Während der aktiven Zeit können schon einige davon leben. Wir spielen unter professionellen Bedingungen. Wenn man aber mal die Schuhe an den Nagel hängt, muss aber noch ein bisschen Geld auf dem Konto sein - und das ist momentan noch nicht der Fall.

SPORT1: Und was wird es früher geben - eine Fußballerin, die Millionärin wird oder einen Fußballer, der sich als schwul outet?

Bartusiak: (Lacht) Schwer zu sagen. Ich weiß nicht, ob sich jemals ein Profifußballer outen wird. Ich würde mir aber wünschen, dass die Zeit dafür schon reif ist.

SPORT1: Sie gelten als großer Kino-Fan. Könnte die WM so etwas wie ein "Rocky"-Film sein?

[image id="c189397f-6474-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Bartusiak: Inwiefern?

SPORT1: Es gibt Rückschläge, doch am Ende siegt "das Gute"?

Bartusiak: Bei so einem Turnier kann es immer wieder auch Rückschläge geben. Wichtig ist, dass wir als Mannschaft zusammenstehen und an uns glauben, an unsere Stärke glauben. Dann könnte das Turnier auch einen vernünftigen Ausgang haben.

SPORT1: Wer hilft in solchen Momenten? Zum Beispiel, wenn es im Eröffnungsspiel gegen Kanada zäher läuft als gedacht.

Bartusiak: Wir haben eine sehr gute Mischung, darunter auch viele erfahrene Spielerinnen wie Birgit Prinz, Ariane Hingst oder Kerstin Garefrekes. Solche Spielerinnen würden in solchen Situationen für die Mannschaft in die Bresche springen. Nichtsdestotrotz haben auch die jungen Spielerinnen viel Erfahrung und wissen, worauf es ankommt.

[kaltura id="0_oyshsinu" class="full_size" title="Die Vorfreude steigt"]

SPORT1: Ist Birgit Prinz als Spielführerin dann auch diejenige, die den Ton angibt?

Bartusiak: Klar hat sie als Spielführerin eine besondere Rolle im Team, das ist unumstritten. Aber das verteilt sich insgesamt schon ganz gut auf mehrere Schultern.

SPORT1: Wie werden Sie überhaupt das Eröffnungsspiel gegen Kanada angehen? (DATENCENTER: Der WM-Spielplan)

Bartusiak: Wir wollen mit Selbstvertrauen in die WM starten, die Gruppenphase gut gestalten, dann ist für uns alles möglich. Unsere Gegner in der Vorbereitung wurden ja so ausgewählt, um uns auf die Gruppe und auch die Spezifika von Kanada perfekt vorzubereiten.

SPORT1: Das Olympiastadion wird proppenvoll sein, erhöht das die Nervosität?

Bartusiak: Wir freuen uns auf das ausverkaufte Stadion, das zeigt, dass das Interesse riesig ist. Es wird eine tolle Atmosphäre und die Fans werden uns nach vorne peitschen. Natürlich wird es einem am Tag selbst auch mal eiskalt den Rücken runterlaufen, aber vor allem ist da Vorfreude.

SPORT1: Ist aus Ihrer Sicht die deutsche Abwehr denn in diesem Jahr genauso stabil wie bei der sensationellen WM 2007, als man ohne Gegentor blieb?

Bartusiak: Ich denke, wir sind so stabil wie damals. Wir haben insgesamt einen sehr guten, ausgeglichenen Kader und sind auch in der Breite stark besetzt. Wenn eine Spielerin von der Bank kommt, erleidet das Spiel keinen Abbruch, sondern es gibt nochmal einen Schub nach vorne. Und das ist auch das, was uns stark macht.

SPORT1: Sie kommen aus Frankfurt. Am Römer den Pokal zeigen zu dürfen, ist wahrscheinlich Ihr großer Traum, oder?

Bartusiak: Natürlich ist das eine schöne Vorstellung. Es war 2007 auch schon schön, als wir aus China zurückkamen und auch am Römer gefeiert haben. Das sind unvergessliche Momente im Leben eines Sportlers und ich hätte natürlich nichts dagegen, wenn es 2011 auch wieder dazu kommt.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel