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Christine Sinclair erzielte bislang in 159 Länderspielen 116 Tore für Kanada © getty

Kanadas Star hat sich für das Auftaktspiel gegen Deutschland viel vorgenommen. Die Entwicklung des Teams ist beachtlich.

Von der Frauen-WM berichtet Mathias Frohnapfel

Berlin - Bekannt ist Christine Sinclair bereits.

Die Kanadierin glänzt mit einer Bilanz von 116 Länderspieltoren, ist beidfüßig, zweikampfstark und ziemlich schnell.

Mit einem Treffer im Eröffnungsspiel gegen Deutschland (So., ab 17.30 Uhr im LIVE-TICKER), einem Sieg gegen den amtierenden Weltmeister gar, würde sie bei den Fans im Heimatland gar Heldenstatus erwerben. (DATENCENTER: Der WM-Spielplan)

Aus Sicht der 28-Jährigen wäre das der zwischenzeitliche Höhepunkt einer starken Entwicklung des kanadischen Teams. "Wir haben die beste Mannschaft, die wir jemals hatten", tönt sie im Gespräch mit SPORT1.

"Toller Mix"

"Wir haben einen tollen Mix aus unterschiedlichen Spielerinnen und vielen Talenten. Wir haben unsere beste Platzierung in der FIFA-Weltrangliste erzielt und gehen mit Selbstvertrauen in das Turnier."

Und auch einen Erfolg gegen den WM-Gastgeber hält sie nicht für unmöglich.

"Ein Sieg gegen Deutschland wäre großartig. Das würde uns helfen die Gruppe zu bestehen, viel Selbstvertrauen geben."

"Wir waren Leichtathleten"

Tatsächlich hat sich Kanada unter Trainerin Carolina Morace enorm gesteigert und auf Position 6 der FIFA-Weltrangliste vorgearbeitet. Der kick-and-rush-Stil ist passe, stattdessen funktioniert das Kurzpass-Spiel immer besser.

"Wir waren Leichtathleten. Carolina hat aus uns Fußballerinnen gemacht", stellt Sinclair fest.

Small-Talk mit Kulig

Einer deutschen Gegenspielerin hat die Ausnahmestürmerin in Berlin bereits in die Augen geschaut. Am Freitag präsentierte sie gemeinsam mit Kim Kulig den Start einer Image-Kampagne der FIFA für den Frauenfußball.

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Ein kurzer Händedruck, etwas Small-Talk so gingen die Rivalinnen miteinander um.

Neid warnt vor Sinclair

Großen Respekt vor dem DFB-Team hat Sinclair allemal, sie nennt die Truppe von Silvia Neid "die beste Mannschaft der Welt" und findet auch die Besetzung der deutschen Bank "incredible".

Aus ihrer Sicht liegt ein wichtige Schlüssel für die Partie in der Anfangsphase: "Die ersten 15 bis 20 Minuten werden sehr wichtig für uns, wenn Deutschland mit dem ganzen Team und dem Publikum im Rücken anrennen wird."

Sollte Kanada im ausverkauften Berliner Olympiastadion Deutschlands ersten Sturm und Drang überstehen, könnte Sinclairs großer Moment kommen.

[kaltura id="0_oyshsinu" class="full_size" title="Die Vorfreude steigt"]

Sie ist konterstark, kaltschnäuzig und sehr schwer zu halten, wovor auch Silvia Neid bei SPORT1 warnt. (SPORT1-INTERVIEW mit Silvia Neid)

Platzt der Knoten?

In den fünf Testspielen der Kanadierinnen (vier Siege, ein Remis) blieb die Stürmerin von Western New York Flash allerdings ohne Torerfolg.

Gegen Deutschland soll sich nach ihren Wünschen nun dieser vermaledeite Knoten explosionsartig lösen.

"Womensoccer is a crazy sport" ("Frauenfußball ist ein verrückter Sport"), meint Sinclair und schiebt als Erklärung Fakten aus dem Jahr 2010 hinterher: "Deutschland besiegte uns 5:0, verlor aber 0:4 gegen die USA."

Soll heißen, die Pleite aus dem vergangenen Herbst könne nur eine Momentaufnahme gewesen sein.

Druck liegt bei Deutschland

Mut macht den "Big Red", wie die kanadische Auswahl genannt wird, auch, dass Sturmtalent Jonelle Filigno immer besser in Schuss kommt. Die 20-Jährige traf unter anderem beim 2:0-Testspielsieg über Nordkorea.

Kanadas Trainerin Morace ist diplomierten Rechtsanwältin und in ihrem Heimatland Italien mit 150 Länderspielen und 105 Toren eine Legende.

"Das Eröffnungsspiel gegen den Titelträger im ausverkauften Berliner Olympiastadion zu bestreiten, ist das Beste, das uns passieren konnte", sagt Morace und interpretiert die schwere Aufgabe psychologisch.

Der Druck liege nunmal bei Deutschland, findet auch Sinclair. Das will sie nutzen.

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