vergrößernverkleinern
Fatmire Bajramaj (r.) wechselte nach der Saison von Potsdam zum 1. FFC Frankfurt © getty

Lira Bajramaj fiebert dem WM-Eröffnungsspiel entgegen. Bei SPORT1 spricht sie über die Konkurrenz, Silvia Neid und Käsekuchen.

Vom Frauen-Nationalteam berichtet Mathias Frohnapfel

Berlin - Das WM-Eröffnungsspiel gegen Kanada ohne Lira Bajramaj in der deutschen Startelf - vor einigen Wochen erschien das noch unvorstellbar.

Doch nach einer starken Saison für Turbine Potsdam, Meisterschaft und Champions-League-Finale inklusive, fehlte der Edeltechnikerin zuletzt Esprit und Biss. (DATENCENTER: Der WM-Spielplan)

"Lira ist nicht mehr unbeschwert. Das haben die Spiele auch gezeigt", erklärte Bundestrainerin Silvia Neid zuletzt. (BERICHT: Neid nimmt Beauty-Quenn aus der ersten Reihe)

Und Bajramaj, im Januar noch in der engeren Wahl zur Weltfußballerin, bestätigt diese Einschätzung der Bundestrainerin.

"Es stimmt, dass mir die Leichtfüßigkeit in den letzten Wochen gefehlt hat", sagt sie und verspricht: "Ich werde mich von Tag zu Tag reinsteigern und mein Bestes geben."

Bajramaj als Edeljoker?

Neid könnte die Flügelflitzerin bewusst etwas aus dem Fokus nehmen, nachdem es zuletzt viel medialen Wirbel um die 23-Jährige gab. Womöglich überrascht dann Bajramaj als entscheidender Joker mit Flankenläufen und Pässen.

Im SPORT1-Interview spricht sie über das Eröffnungsspiel (ab 17.30 Uhr im LIVE-TICKER), die Riesenkulisse in Berlin und den Konkurrenzkampf mit Melanie Behringer und Celia Okoyino da Mbabi.

SPORT1: Frau Bajramaj, nach vier Testspielsiegen und 15:0-Toren dürfte das WM-Eröffnungsspiel für Deutschland kein Problem werden, oder?

Bajramaj: Sobald die WM losgeht, gibt es für uns nur noch Knallergegner. Dazu gehören auch die Mannschaften in unserer Gruppe: Kanada, Nigeria und Frankreich.

SPORT1: Wie groß wird bei Ihnen persönlich die Anspannung sein, im Olympiastadion vor solch einer großen Kulisse zu spielen?

[image id="b1479318-6474-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Bajramaj: Es wird eine geile Stimmung sein, natürlich wird ein bis zwei Stunden vor dem Spiel die Aufregung noch mal steigen. Und es ist ein Riesenunterschied, ob man vor 10.000 oder 73.000 Zuschauern spielt. Da wird die Nervosität natürlich noch etwas größer sein.

SPORT1: Der Konkurrenzkampf ist hart, um Ihre Position bewerben sich auch Melanie Behringer und Celia Okoyino da Mbabi. Wie gehen Sie damit um?

Bajramaj: Wenn die Trainerin entscheidet, diese Spielerin spielt und diese nicht, dann müssen wir das so hinnehmen. Wir haben als Mannschaft ein Ziel vor Augen: die WM zu gewinnen. Wir lassen den Druck, der von außen kommt, gar nicht an uns ran.

SPORT1: Denken Sie, die Bundestrainerin wird wie in den Testspielen auch während der WM oft rotieren?

Bajramaj: Irgendwann wird es ein eingespieltes Team geben. Natürlich möchte ich in der Startelf stehen. Es wäre doch blöd zu sagen: "Ich möchte nicht von Anfang an spielen."

[kaltura id="0_oyshsinu" class="full_size" title="Die Vorfreude steigt"]

SPORT1: Von Bundestrainerin Silvia Neid wird viel erwartet: Wie haben Sie Ihre Trainerin in der Zeit der WM-Vorbereitung erlebt?

Bajramaj: Die Bundestrainerin ist immer noch die gleiche wie 2007. Sie ist sehr ehrgeizig und will, dass wir eine super WM spielen. Sie tut alles dafür, damit die Mannschaft topfit und bestmöglich eingestellt ist.

SPORT1: Hat Frau Neid denn die Zügel in den letzten Wochen noch einmal angezogen?

Bajramaj: Nein, sie wird nicht strenger, sie motiviert uns. Sie will, dass wir unsere Leistung bringen, dann ist die Trainerin auch zufrieden.

SPORT1: Gibt es eigentlich Vorgaben zur Bettruhe?

Bajramaj: Nein, das gab es mal zu Jugendzeiten. Aber die Trainerin hat den Wunsch, dass wir um 23 Uhr auf dem Zimmer sind. Wir sind aber auch so kaputt, dass wir manchmal schon um halb elf einschlafen (lacht).

SPORT1: Auf das Nachtleben müssen Sie also während der WM verzichten. Müssen Sie sonst noch auf etwas für die WM verzichten?

Bajramaj: Man verzichtet auf nichts. Wir freuen uns einfach riesig auf die WM. Es gibt für uns nichts anderes als die WM in den nächsten Wochen.

SPORT1: Aber stimmt es, dass Sie momentan Käsekuchen von Ihrem Speiseplan gestrichen haben?

Bajramaj: Nicht immer (lacht). Wenn mir danach ist, hole ich mir schon mal einen Käsekuchen. Aber auf Süßigkeiten verzichte ich sonst schon.

SPORT1: Was denken Sie, wird sich das Leben nach der WM für die Spielerinnen ändern?

Bajramaj: Das Leben kann sich für jede Spielerin nach der WM ändern. Der Bekanntheitsgrad wird steigen. Man kann vielleicht nicht mehr einfach so in die Stadt gehen, wird erkannt.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel