Vor der WM-Eröffnungsfeier bleibt Herzklopfen nicht aus. Und die Fans von Hertha BSC haben nicht nur ihre neuen Stars im Sinn.

Vor dem großen Eingangstor zum Olympiastadion trippelt nervös eine Berliner Göre auf und ab.

Durch die Stadionlautsprecher donnert bereits die Musik für die Eröffnungsfeier. 2000 Schüler aus der Hauptstadt proben für den großen Moment, wenn am frühen Sonntagabend für elf Minuten alle Scheinwerfer auf sie gerichtet sein werden.

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Ich muss weiter, das Ticket für das Eröffnungsspiel gegen Kanada abholen. Auf dem Weg hinab in den Bauch des Olympiastadions zu den Medienarbeitsräumen kommt mir eine Geschichte vom Hertha-Trainingsauftakt in den Sinn.

Auf dem Weg dorthin hatte sich eine Oma über ihre Enkel aufgeregt. "Warum will denn kener von de Stullen?", fragte sie. "Ick schlepp dit nich zum Spaß rum".

Zum ersten öffentlichen Training des Bundesliga-Rückkehrers war ein Currywurst-Wagen vorgefahren und das hatte sich bei den Steppken wohl schneller rumgesprochen als jede BSC-Neuverpflichtung.

Das Autogramme-Sammeln bei den neuen Spielern Maik Franz, Andreas Ottl, Thomas Kraft und Tunay Torun war ja sowieso Ehrensache.

Überhaupt die Hertha: Der Aufsteiger ist wieder richtig in, erquickt seine Fans am 27. Juli mit einem Testspiel im Olympiastadion gegen Real Madrid, die Nachfrage ist natürlich enorm.

Der Medienschalter öffnet etwas später, ich klettere raus aus den klimatisierten, fensterlosen Arbeitsräumen und schnappe etwas frische Luft.

Am Eingangstor sehe ich die Teenagerin. Sie macht einen großen Schritt auf eine kleine, weißhaarige Frau zu, drückt sie ganz fest und sagt: "Danke, Omi!".

Die vergessenen Utensilien zur Eröffnungsfeier, in der die Schüler in den Landesfarben der Teilnehmerländer auflaufen, sind da. Der Auftakt zur Frauen-WM ist gerettet, es kann losgehen.

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