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Marie-Laure Delie (r.) spielt seit 2008 für Montpellier HSC © getty

Der Geheimfavorit aus Frankreich setzt sich knapp gegen Nigeria durch. Stürmerin Delie erlöst die "Bleues" in Hälfte zwei.

Sinsheim - Marie-Laure Delie wurde nach ihrem goldenen Tor von einer Mitspielerin noch auf dem Feld symbolisch der Schuh geputzt.

Die 23 Jahre alte Angreiferin von HSC Montpellier sicherte Frankreichs Fußballerinnen mit ihrem Tor in der 56. Minute im WM-Auftaktspiel in Sinsheim das verdiente 1:0 (0:0) gegen Afrikameister Nigeria. (DATENCENTER: Der WM-Spielplan)

Im 20. Länderspiel war es schon Treffer Nummer 22 für die Torjägerin, die in Abstaubermanier erfolgreich war.

Für die hoch ambitionierten Afrikanerinnen und ihren deutschen Berater Thomas Obliers misslang damit auch die Generalprobe für das heiß ersehnte Duell der Gruppe A mit Gastgeber Deutschland am Donnerstag in Frankfurt/Main.

Schuheputzen als Belohnung

Das entscheidende Tor vor 25.475 Zuschauern in der Rhein-Neckar-Arena gelang Frankreich, als die einzige Sturmspitze Delie nach einer Flanke der eingewechselten Eugenie Le Sommer die Verwirrung in der nigerianischen Abwehr nutzte und aus rund fünf Metern einschob. Anschließend folgte die Belohnung in Form des Schuhputzens.

In der "deutschen" Gruppe scheint die Equipe Tricolore wie erwartet einer der härtesten Widersacher für die Weltmeisterinnen in der Vorrunde auf dem Weg ins Viertelfinale zu sein.

Der Erfolg in Sinsheim war der erste Erfolg für die Französinnen in einem WM-Auftaktspiel.

Frankreich technisch überlegen

Frankreich, das mit fünf Spielerinnen von Potsdam-Bezwinger und Champions-League-Sieger Olympique Lyon in der Startelf angetreten war, hatte in einer munteren Partie die zahlreicheren Chancen und waren technisch deutlich versierter als der Afrikameister.

Die "Bleues" waren bei ihrer bislang einzigen WM-Teilnahme 2003 bereits in der Vorrunde gescheitert.

Die "Super Falcons" aus Nigeria wurden ihren eigenen Ansprüchen dagegen nicht gerecht, sie stürzten gleich im ersten Match ab.

Oparanozie vergibt und geht

Nach dem Wechsel forcierte Nigeria zwar das Tempo, doch Frankreich traf. Desire Oparanozie vergab nach dem Rückstand eine gute Einschussmöglichkeit (66.) - und wurde prompt ausgewechselt.

Drei Stunden vor dem Anpfiff des offiziellen Eröffnungsspiels zwischen dem Gastgeber und Kanada in Berlin herrschte in Sinsheim WM-Stimmung pur.

Eine "La Ola" schwappte schon beim Einlaufen der beiden Teams durch die Rhein-Neckar-Arena, in die viele Besucher mit Deutschland-Trikots gekommen waren. Bei Kaiserwetter und vor den Augen von DFB-Spionin Bettina Wiegmann sowie dem Männer-Co-Trainer Hansi Flick war Frankreich in der ersten Halbzeit die klar bessere Mannschaft.

Necib als Antreiberin

Während sich Nigeria zunächst weit in die eigene Defensive zurückzogen, starteten "Les Bleues" angeführt von der überragenden Mittelfeldspielerin Louisa Necib aus Lyon immer wieder gefährliche Angriffe über links.

Auch durch Standards waren die Französinnen, EM-Viertelfinalist von 2009, brandgefährlich.

Nach einer von allein neun Ecken in der ersten Halbzeit traf Offensivkraft Gaetane Thiney aus kurzer Entfernung nur den Pfosten (18.). Die leichtfüßige und starke Necib hatte im Anschluss zwei weitere gute Chancen. Doch beide Male rettete Nigerias nicht immer sichere Keeperin Precious Dede (23./44. ).

Nkwocha mit Startschwierigkeiten

Der Afrikameister enttäuschte. Auch, weil Starspielerin Perpetua Nkwocha, die in Schweden unter Vertrag steht, bei ihrer dritten WM-Teilnahme Startschwierigkeiten hatte.

Doch das Obliers-Team hatte kurioserweise die beste Torchance, als Oparanozie allein auf das französische Gehäuse zulief. Die erst 17 Jahre alte Stürmerin der Delta Queens allerdings verlor die Nerven und schoss fünf Meter neben das Tor (25.).

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