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Silvia Neid wurde als Spielerin 1995 Vize-Weltmeisterin © getty

Gegen Kanada wird im WM-Eröffnungsspiel ein Sieg erwartet. Doch Trainerin Neid warnt zu Recht. SPORT1 hat die wichtigen Fakten.

Vom Frauen-Nationalteam berichtet Mathias Frohnapfel

Berlin - Der große Moment liegt jetzt vor ihnen.

Der Moment, auf den die Nationalspielerinnen wochenlang hingearbeitet haben und sich wieder und wieder in zig Trainingseinheiten gequält haben.

Im WM-Eröffnungsspiel gegen Kanada (ab 17.30 Uhr im LIVE-TICKER) wollen Nadine Angerer, Simone Laudehr und Birgit Prinz jetzt zeigen, was sie drauf haben und dass Fußball in den nächsten Wochen in Deutschland zu allererst Frauen-Sache sein soll.

Grings hat die Nase vorne

Der Tagesablauf der Nationalspielerinnen ist dabei klar getaktet: Nach dem Frühstück um 10 Uhr geht es zum Spaziergang mit Ball, danach folgt um 11.30 Uhr das Mittagessen und um 14.30 Uhr eine weitere Mahlzeit, ehe um 16 Uhr der Bus zum ausverkauften Olympiastadion losfährt. (DATENCENTER: Der WM-Spielplan)

Trotz aller Zuversicht warnt Silvia Neid, die im Sturm wohl Inka Grings statt Alexandra Popp spielen lassen wird, ihr Team vor den körperlich und taktisch bestens vorbereiteten Kanadierinnen (VORSCHAU: Kanada-Einpeitscherin soll Sieg klar machen).

Die "Big Red" hat sich mittlerweile bis auf Platz 6 der FIFA-Weltrangliste vorgeschoben. (Vorschau Gruppe A)

"Carolina ist ein Schlitzohr"

Und die möglichen Winkelzüge von Kanadas italienischer Trainerin Carolina Morace lassen Neid gleichfalls nicht kalt. "Carolina ist ein Schlitzohr, sie wird ihr Team sehr gut einstellen, ich hoffe, mir gelingt das auch."

Morace selbst hat am Samstagabend ihre Mannschaft als "taktisch gut vorbereitet" beschrieben. "Wir wissen, was wir machen müssen."

"Segreti" ("Geheimnisse") soll es - angeblich - aber nicht geben.

[image id="a621ebdd-6474-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Für Deutschlands Abwehr, in den Testspielen ohne Gegentor, wird das Auftaktspiel zur ganz wichtigen Probe, inwiefern man auf allerhöchstem Niveau agieren kann.

"Wir sind als Abwehr gut eingestellt, auch auf das kanadische Spiel", meinte Babett Peter auf SPORT1-Rückfrage.

"Ich kann nicht garantieren, dass wir kein Gegentor bekommen, bin aber sicher, dass wir ein Tor mehr schießen als die Kanadierinnen."

SPORT1 hat die wichtigsten Fakten zum WM-Eröffnungsspiel:

Spielerinnen im Fokus:

Kim Kulig: Die Mittelfeld-Lenkerin ist gemeinsam mit Simone Laudehr gefragt, die Nahstelle zwischen Defensive und Offensive so dicht wie möglich zu verschweißen. 366780(DIASHOW: Deutschlands WM-Kader)

"Das wird uns beflügeln", meinte sie zur Kulisse von 73.000 Fans und kommentierte die Vorbereitungen für die Eröffnungsfeier mit 2000 Schülern so: "Ja krass, oh mein Gott. Und das machen die alles für uns?"

Die 21-Jährige selbst will den Fans auf dem Platz Dankeschön sagen, freut sich auf den Schlagabtauch mit den zweikampfstarken Kanadierinnen.

[kaltura id="0_oyshsinu" class="full_size" title="Die Vorfreude steigt"]

"Gerade auf der Position muss man schon aggressiv bei der Sache sein. Es ist eine sehr wichtige Position. Das ist mir und Simon (Spitzname von Simone Laudehr, Anm. der Red.) bewusst."

Christine Sinclair:

Die deutsche Viererkette muss alles tun, um bei den zu erwartenden langen Bällen auf Christine Sinclair auf der Hut zu sein. Kanadas Top-Stürmerin hat zwar in den vergangenen fünf Testspielen nicht getroffen, geht aber hochmotiviert in die Partie.

"Wir haben die beste Mannschaft, die wir jemals hatten", verkündet sie selbstbewusst im Gespräch mit SPORT1. (BERICHT: Partyschreck Sinclair und die Ex-Leichtathleten)

"Ein Sieg gegen Deutschland wäre großartig. Das würde uns helfen die Gruppe zu bestehen, viel Selbstvertrauen geben."

Bilanz:

Es gab bisher neun Begegnungen, in allen behielt Deutschland die Oberhand. Zuletzt siegten die DFB-Frauen in einem Freundschaftsspiel im Herbst 2010 mit 5:0.

Das sagen die Trainerinnen:

Silvia Neid (Deutschland): "Kanada hat sehr aufgeholt in den letzten Jahren, Trainerin Carolina Morace hat das Spiel von Kanada stark verändert, sie können sehr gut kombinieren, sind sehr schnell, gehen jedem Ball hinterher. Es gibt kaum Schwächen, wir müssen sie zu Fehlern zwingen, um zu gewinnen."

Carolina Morace (Kanada): "Wir haben uns seit zwei Jahren auf diese WM vorbereitet, wir haben uns physisch so vorbereitet, dass wir genau zu diesem Moment auf dem Top-Level sein werden. Der Druck liegt aber bei Deutschland, sie müssen gewinnen."

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Deutschland: Angerer (1. FFC Frankfurt/32 Jahre/98 Länderspiele) - Bresonik (FCR Duisburg/27/65), Krahn (FCR Duisburg/25/66), Bartusiak (1. FFC Frankfurt/28/41), Peter (Turbine Potsdam/23/51) - Laudehr (FCR Duisburg/24/41), Kulig (Hamburger SV/21/24) - Garefrekes (1. FFC Frankfurt/31/126), Prinz (1. FFC Frankfurt/33/212), Okoyino da Mbabi (SC Bad Neuenahr/22/55) - Grings (FCR Duisburg/32/90).

Kanada: McLeod - Gayle, Zurrer, Moscato, Wilkinson - Matheson, Kyle - Schmidt, Timko, Filigno - Sinclair.

Schiedsrichterin: Jacqui Melksham (Australien)

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