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Celia Okoyino Da Mbabi spielt seit 2005 für die deutsche Nationalmannschaft © getty

Okoyino da Mbabi macht sich im WM-Start gegen Kanada selbst ein Geschenk. Im Interview spricht sie über den hart erkämpften Sieg.

Vom Frauen-Nationalteam berichtet Mathias Frohnapfel

Berlin - Eine schönere Overtüre zu ihrem 23. Geburtstag hätte es kaum geben können.

Vor 73.680 Zuschauern im Berliner Olympiastadion stand Celia Okoyino da Mbabi in der Startelf und traf prompt beim 2:1-Sieg über Kanada im WM-Eröffnungsspiel (Spielbericht).

Ohne Nerven zu zeigen, schloss die quirlige Stürmerin vor Kanadas Torhüterin Erin McLeod ab (423056DIASHOW: Das deutsche Team in der Einzelkritik).

"Celia hat in den Vorbereitungsspielen sehr gut gespielt. Diese Form hat sie mit ihren Trainingsleistungen bestätigt", sagte Silvia Neid.

"Bei uns gilt nun mal das Leistungsprinzip, deshalb musste man sie spielen lassen."

"Ich habe mich tierisch gefreut"

Die Bundestrainerin wurde für ihre Entscheidung, EM-Torschützenkönigin Inka Grings und das Supertalent Alexandra Popp auf der Bank zu lassen, nicht bestraft. Im Gegenteil.

Okoyino da Mbabi zeigte einen Tag vor ihrem 23. Geburtstag eine starke Leistung, Anspruch auf einen Stammplatz erhebt sie dennoch nicht.

"Wir sind ein Team. Ich habe mich tierisch gefreut, von Anfang an spielen zu können", stellte sie auf SPORT1-Rückfrage fest.

Und mit einem leichten Schmunzeln schob sie hinterher: "Ich hoffe ich konnte einen guten Beitrag zum Sieg leisten."

Im Interview spricht die Stürmerin von Bad Neuenahr über den WM-Auftakt, starke Kanadierinnen und Verbesserungspotenzial im deutschen Spiel.

Frage: Frau Okoyino da Mbabi, Sie lautet Ihr erstes Fazit nach dem Sieg über Kanada?

Okoyino da Mbabi: Das Spiel an sich war nicht so, wie wir es vorgenommen haben. Wir haben aber die drei Punkte, das ist wichtig fürs Turnier (DATENCENTER: Der WM-Spielplan)

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Frage: Trotz der schnellen Führung fand Deutschland nicht wie erhofft ins Match. Waren Sie etwas überrascht von der Gangart der Kanadierinnen?

Okoyino da Mbabi: Nein, wir waren auf den Gegner gut vorbereitet, wir haben uns deren Spiel aufzwingen lassen, nicht unser gewohntes Kombinationsspiel abgerufen das war unser Problem. In der zweiten Halbzeit waren wir dominant, haben auf ein Tor gespielt, doch gegen ein Team wie Kanada kann man sich nicht auf ein 2:0 ausruhen. Nach dem 2:1 wurde es nochmal spannend.

Frage: Vor Ihrem Tor haben Sie jede Menge Raum und Zeit zum Nachdenken. Was ging angesichts dieser Riesenkulisse da in Ihrem Kopf vor?

Okoyino da Mbabi: Ich hatte keinen Gedanken, habe nur geschaut, ob es kein Abseits war. Und dann war ich schon vorm Tor, dann hieß es einfach nur noch rein damit.

[kaltura id="0_cmtspom0" class="full_size" title="Kein Spaziergang zum Titel"]

Frage: Sie haben am Montag Geburtstag. Wie wird gefeiert?

Okoyino da Mbabi: Wir feiern immer sehr gediegen (lacht), es gibt ein Ständchen und Kuchen. Der Rest muss nach der WM passieren.

Frage: Waren Sie froh, dass Sie Silvia Neid in der Mitte und nicht auf der Flügelposition spielen ließ?

Okoyino da Mbabi: Wenn man die Chance hat, vor 73.000 Leuten zu spielen, glauben Sie mir, ich hätte mich auch ins Tor gestellt. Natürlich ist es schön auf meiner Position zu sein, wo ich am allerliebsten spiele, aber ich hätte jede Position gespielt.

Frage: In der Offensive wurde viel gewechselt. Welche Zusammensetzung hat Ihnen denn am besten gefallen?

Okoyino da Mbabi: Wir sind ein super eingespieltes Team, da können wir kunterbunt wechseln und haben immer noch eine sehr gut eingespielte Mannschaft. Das hat man auch in der Vorbereitung gesehen. Das haben wir nicht verlernt von einem Tag auf den anderen 366780(DIASHOW: Deutschlands WM-Kader).

Frage: Welche Lehren ziehen Sie aus dem umkämpften Auftaktspiel?

Okoyino da Mbabi: Wir haben drei Punkte, das gibt uns Sicherheit. Im nächsten Spiel wollen wir souveräner auftreten, schönes Kombinationsspiel zeigen und die Bälle flach halten. Dann denke ich, können wir gegen Nigeria eine bessere Leistung abrufen, dann haben wir sechs Punkte.

Frage: Sie haben im vergangenen Jahr im Test gegen Kanada 5:0 gewonnen, gegen Nigeria sogar 8:0. Wird es demnach gegen Nigeria etwas leichter?

Okoyino da Mbabi: Die Mannschaften sind jetzt ganz andere als in den Testspielen und sie haben genauso eine Vorbereitung hinter uns wie wir. Es ist immer noch etwas anderes, ob man eine WM spielt oder ein Vorbereitungsspiel. Das hat man gegen Kanada gesehen, wir unterschätzen bestimmt keinen Gegner.

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