Die DFB-Frauen besiegen Kanada und gewinnen neue Fans. Für die Defizite wird die Bundestrainerin den richtigen Ansatz finden.

Die kühnsten Träume der DFB-Verantwortlichen sind wahr geworden - zumindest was das Zuschauerinteresse betrifft:

14 Millionen Zuschauer sahen am Sonntag das WM-Eröffnungsspiel - in der Spitze sogar 18 Millionen - und auch die diversen LIVE-TICKER im Internet wurden stark verfolgt.

Auch sportlich war das WM-Auftaktspiel des Frauen-Nationalteams gegen Kanada erfolgreich (Spielbericht).

[image id="8a011c23-6474-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Daran ändert auch nichts, dass nach dem 2:1-Erfolg Bundestrainerin Silvia Neid mit geradezu missionarischem Ernst auf Schwachstellen im deutschen Spiel aufmerksam machen musste (Stimmen).

Neid dürfte nach dem Dauerlob der vergangenen Wochen genau die richtigen Worte gefunden haben.

Auch hier gilt: Das Bessere ist der Feind des Guten.

Die Abstände zwischen den Mannschaftsteilen stimmten nicht immer, nicht jeder Konter wurde sauber und mit der entsprechenden Konsequenz zu Ende gespielt.

Doch das Team brachte mit einem beherzten Einsatz rasch die 73.680 Fans hinter sich, darunter viele Familien und Kinder, so wie es sich OK-Chefin Steffi Jones gewünscht hatte.

Größter Mängelpunkt war eine nicht immer konzentrierte Abwehrzentrale, vor allem Innenverteidigerin Annike Krahn beförderte in der Schlussphase den Ball am liebsten hoch und weit weg, ohne noch irgendwie auf den Spielaufbau zu achten.

Und in der Offensive machte sich bemerkbar, dass manche der DFB-Frauen wie Inka Grings bei den Kontern lieber auf den eigenen Ruhm schauten als auf das passende Abspiel zur Teamkollegin.

Und Lira Bajramaj fehlt im Moment einfach das Selbstvertrauen.

Mut auf dem erhofften Weg zum WM-Titel machte indes die starken Leistungen von Celia Okoyino da Mbabi und Alexandra Popp.

Bundestrainerin Neid wird all diese Punkte analysieren. Gegen Nigeria kommt ein weiterer Vorteil hinzu: Die in vorhandene Nervosität zum Turnierstart wird in Frankfurt keine große Rolle mehr spielen.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel