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Linda Bresonik (r.) und Kerstin Garefrekes bei der Pressekonferenz nach dem Auftaktsieg © getty

Nach dem Sieg beim WM-Auftakt ist die große Nervosität erst einmal verflogen. Die nächsten Schritte könnten leichter fallen.

Von Björn Seitner und Mathias Frohnapfel

Berlin/München - Der erste Schritt ist getan. Vielleicht war es sogar der wichtigste.

Vor 73.680 Zuschauern haben die DFB-Frauen im Berliner Olympiastadion zum Auftakt der WM einen 2:1-Sieg gegen Kanada eingefahren (Spielbericht).

"Jeder hatte Gänsehaut", sagte Teammanagerin Doris Fitschen zur Partie und den teilweise doch sehr nervösen deutschen Spielerinnen. Für den Turnierverlauf sei der Sieg jedoch enorm wichtig gewesen. (DATENCENTER: Der WM-Spielplan)

Nun ist die Mannschaft bereits in Frankfurt angekommen. Hier erwartet der WM-Gastgeber am Donnerstag (ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) Nigeria, das sein erstes Spiel gegen Frankreich verloren hat (Spielbericht).

"Die WM wird kein Spaziergang"

Nach der "Reizüberflutung" in Berlin, wie Rechtsverteidigerin Linda Bresonik die "bombastische" Stimmung zusammenfasste, durfte sich das Team in Frankfurt erst einmal erholen. Ein Training stand am Montagabend nicht auf dem Programm.

Erholung war auch nötig, denn das Spiel gegen den Weltranglisten-Sechsten war kein Zuckerschlecken.

"Endlich hat man gesehen, dass die WM kein Spaziergang wird, wie es vorher immer hieß", erklärte Bresonik auf SPORT1-Nachfrage.

Auch Garefrekes nervös

Wie Bundestrainerin Silvia Neid (Stimmen), fand auch die 27-Jährige Kritikpunkte an der Leistung gegen Kanada.

"Wir standen in der ersten Halbzeit zu tief", analysierte Bresonik: "Bei den Anspielen der Kanadierinnen kamen wir häufig zu spät."

Auch der Torschützin zum wichtigen 1:0, Kerstin Garefrekes, war trotz ihrer Erfahrung - die Frankurterin spielt seit zehn Jahren im Nationalteam - die Nervosität vor europäischer Rekordkulisse anzumerken.

[kaltura id="0_cmtspom0" class="full_size" title=" Kein Spaziergang zum Titel "]

Aus sieben Metern schaffte es Garefrekes in Mario-Gomez-Manier den Ball über das leere Tor zu schießen. "Das war eine hunderprozentige Chance, die muss ich reinmachen", sagte sie zu dieser Situation, gab aber an, dass die Szene bereits abgehakt sei.

Nur Okoyino da Mbabi bleibt cool

Nur bei einer war von Aufregung gar nichts zu spüren: Celia Okoyino da Mbabi. 366780(DIASHOW: Deutschlands WM-Kader).

Die Stürmerin stand überraschend für Inka Grings in der Startaufstellung. Bei ihrem Treffer zum 2:0 lief sie alleine auf Kanadas Torhüterin zu und verwandelte eiskalt. 423056(DIASHOW: Die Einzelkritik)

"Celia hat eine hervorragende Leistung in der Vorbereitung gezeigt und damit ihre Aufstellung gerechtfertigt", erklärte Fitschen: "Sie hat ein super Spiel gezeigt."

Nun geht es gegen Nigeria, den vielleicht schwächsten Gegner in Gruppe A, und Okoyino da Mbabi wird ihren Stammplatz wohl behalten dürfen.

"Es geht um die Wurst"

"Für Nigeria geht es um die Wurst", weiß Bresonik, was für die Deutschen bedeutet: Der Druck liegt bei den anderen.

Bresonik erwartet, dass die Afrikanerinnen "sich ins Zeug legen" und voll auf Angriff spielen werden. Auf die Verteidigerin wird also viel Arbeit zukommen.

Kerstin Garefrekes' Meinung ist eine ähnliche: "Sie haben technisch sehr starke Spielerinnen."

Befreit Richtung Titelverteidigung?

Nach dem Auftakterfolg könnte die DFB-Auswahl von der schwersten Last befreit sein.

In den kommenden Spielen werden sich sicher auch Okoyino da Mbabis Teamkolleginnen an die WM-Atmosphäre gewöhnt haben.

Die nächsten Schritte Richtung Titelverteidigung könnten leichter fallen und dann ist auch Linda Bresonik für die ganz große Show gerüstet: "Ich bin überzeugt: Wenn wir ins Viertelfinale kommen, schauen noch viel mehr Leute zu."

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