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Yuki Nagasato spielt seit 2002 für die japanische Nationalmannschaft © imago

Nach dem 2:1-Erfolg gegen Neuseeland bringt ein Rucksack die Polizei in Aufruhr. Nagasato liebäugelt bereits mit dem WM-Titel.

Bochum - Erst zitterte Geheimfavorit Japan 90 Minuten lang bei heißen 30 Grad, dann das Sicherheitspersonal rund um das Bochumer WM-Stadion:

Ein herrenloser Rucksack in einem Parkhaus am Stadion löste nach dem 2:1-Arbeitssieg der Asiatinnen gegen Außenseiter Neuseeland (Spielbericht) für wenige Minuten einen Bombenalarm aus.

Die Polizei rückte mit einem Suchhund an, doch die Spürnase musste gar nicht erst eingreifen. Nach einer kurzen Sichtprüfung gaben die Beamten Entwarnung. Fehlalarm.

Wesentlich mehr Mühe hatte der selbst ernannte Titelanwärter Japan bei der Bewältigung seiner Startaufgabe in der Gruppe B (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

"Wir haben einiges gelernt"

Gegen die kampfstarken, aber spielerisch limitierten Neuseeländer ließ erst ein sehenswerter Freistoßtreffer von Aya Miyama den überlegenen Weltranglisten-Vierten aufatmen.

"Es hat auch Vorteile, ein umkämpftes Spiel zu gewinnen. In leichten Partien lernt man nicht so viel", sagte Japans Trainer Norio Sasaki mit dem entspannten Lächeln des Siegers: "Es war ein Arbeitssieg. Wir haben einiges gelernt."

Durch den mühsamen Erfolg in einer munteren, aber auch von vielen Fehlern auf beiden Seiten geprägten Partie sieht sich der potenzielle deutsche Viertelfinalgegner bereits auf Finalkurs - obwohl die "Nadeshiko" bei ihren vorherigen fünf WM-Teilnahmen erst einmal die Vorrunde überstand (1995) und auch gegen Neuseeland nicht restlos überzeugte.

Keine japanische Zurückhaltung

"Wenn wir England (Titelanwärter und Japans letzter Gruppengegner, Anm. d. Red.) schlagen können, können wir es auch bis ins Finale schaffen", meinte Sasaki.

Und Torschützin Yuki Nagasato vom Bundesligisten Turbine Potsdam sagte wenig zurückhaltend: "Mein Ziel ist es, in jedem Spiel ein Tor zu machen. Es ist möglich, dass wir Weltmeister werden. Ich möchte im Viertelfinale gegen Deutschland spielen."

Gegen den Titelverteidiger und Topfavoriten antreten wollen offenbar auch die unterlegenen Neuseeländerinnen, deren WM-Bilanz noch dürftiger ausfällt als die der Japanerinnen. Zwar qualifizierte sich der Ozeanienmeister ohne Punktverlust und mit 50 Toren in fünf Spielen für das Turnier in Deutschland.

Kiwis träumen noch vom Viertelfinale

Doch bei einer WM-Endrunde waren die Kiwis bisher nur Fallobst. Nach wie vor warten die "Football Ferns" auf einen WM-Punktgewinn, zudem war der Treffer von Amber Hearn gegen Japan erst das zweite WM-Tor für die "Swanz" (Schwäne) überhaupt.

Dennoch gab sich die Nummer 24 der Welt äußerst zuversichtlich.

"Die ganze Welt wird noch mehr Tore von uns sehen", kündigte Neuseelands Spielführerin Rebecca Smith vom VfL Wolfsburg gut gelaunt und selbstbewusst an: "Wir sind enttäuscht, weil wir verloren haben. Aus den nächsten beiden Spielen wollen wir sechs Punkte holen. Das Viertelfinale gegen Deutschland in Wolfsburg wäre ein Traum."

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