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Die DFB-Frauen setzten sich im WM-Finale 2007 mit 2:0 gegen Brasilien durch © getty

Das DFB-Team und Nigeria nächtigen vorm zweiten Gruppenspiel im gleichen Hotel mit interessanten Folgen. Saskia Bartusiak warnt.

Vom Frauen-Nationalteam berichtet Mathias Frohnapfel

Frankfurt/Main - Das "Maritim Hotel Frankfurt" muss ein ziemlich weitläufiges Hotel sein, groß genug auf jeden Fall, damit sich zwei Fußballteams aus dem Weg gehen können.

Denn sowohl die DFB-Frauen als auch die Rivalinnen aus Nigeria nächtigen vor dem zweiten Gruppenspiel (Do., ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) in der Nobel-Herberge, die von der FIFA ausgewählt und übrigens auch bezahlt wird.

Es ist kurioser Unterschied zur Männer-WM. Man stelle sich nur mal vor, Torsten Frings wäre während der Heim-WM 2006 im Hotel mal ein paar miesgelaunten Argentiniern begegnet.

Kraft tanken hat Priorität

"Ich habe die Nigerianerinnen erst einmal gesehen. Es kam mir so vor, als ob sie gar nicht im Hotel wären", sagte Saskia Bartusiak am Dienstag.

Dabei war die Innenverteidigerin schon eifrig im Maritim unterwegs, nutzte den Vormittag zum Schwimmen und Saunen. Einige Teamkolleginnen waren indes in ihrer Freizeit in Frankfurt zum Shoppen unterwegs. 366780(DIASHOW: Deutschlands WM-Kader).

Erholen und Kraft tanken ist aktuell bei den DFB-Frauen angesagt, die nach dem 2:1-Sieg im Eröffnungsspiel gegen Kanada (Spielbericht) vor Frankreich auf Platz 1 der Gruppe A liegen (DATENCENTER: Der WM-Spielplan)

Wichtigste Arbeit findet im Kopf statt

Am Montag ging es per Flieger von Berlin nach Frankfurt, wo vor dem Spiel gegen Afrikameister Nigeria nur zwei Übungseinheiten anstehen.

Das Trainingsprogramm ist auf den Turnierrhythmus abgestimmt, die wichtigste Arbeit soll daher im Moment auch im Kopf der Spielerinnen stattfinden.

[image id="60eb897c-6474-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Am Montag wurde genau das erste Spiel in der Teambesprechung mittels Videoausschnitten analysiert.

"Wir haben gezeigt, was gut war und was nicht so gut war", berichtet Co-Trainerin Ulrike Ballweg.

Härtetest gegen ambitionierten Afrikameister

"Wir wollen besser Fußball spielen, sind selten dazu gekommen, unser Flachpasspiel aufzuziehen und uns durchzukombinieren."

Vor allem das Zusammenspiel Viererkette und Mittelfeld erscheint nach dem ersten großen Härtetest ausbaufähig, zumal Nigeria mit großen Ambitionen kommt.

"Nigeria ist bei der U20-WM ins Finale vorgedrungen", warnte Ballweg und beschrieb die Afrikanerinnen als "physisch sehr starke Mannschaft, sie laufen sehr viel und können auch mit der Kugel umgehen".

[kaltura id="0_cmtspom0" class="full_size" title="Kein Spaziergang zum Titel"]

Bartusiak warnt vor angeschlagenem Gegner

Das weiß auch Bartusiak, auf die in der Abwehrzentrale gegen den Weltranglisten-27. wieder einige Arbeit zukommen könnte. "Sie werden alles geben, um ihre ersten Punkte einzufahren", kommentierte Bartusiak mit Blick auf Nigerias 0:1-Auftaktniederlage gegen Frankreich:

"Sie stehen mit dem Rücken zur Wand und werden 1000 Prozent motiviert sein".

Bartusiak selbst muss sich nicht groß motivieren, schließlich spielt die Verteidigerin des 1. FFC Frankfurt in ihrer Heimatstadt. Und die WM-Arena wird mit 48.000 Zuschauern ausverkauft sein.

Zeit für ein Treffen mit Freunden hatte die Blondine noch nicht, aber vielleicht werde sie sich am Mittwoch mal mit jemanden "auf einen Kaffee" treffen.

Treffen in der Lobby möglich

Womöglich ist dann eine Spielerin der "Super Falcons", so der Spitzname des nigerianischen Teams, ebenfalls in der Hotellobby.

Keeperin Nadine Angerer macht sich über lauernde Blicke oder Getuschel der Gegenspielerinnen sowieso keine Gedanken.

"Teilen uns nicht die Zimmer"

"Dass die Nigerianerinnen auch hier wohnen, ist kein Problem", erzählt sie. "Wir haben doch getrennte Essensräume und teilen uns nicht die Zimmer."

Auf einen Plausch mit WM-Konkurrentinnen hätte Angerer sowieso nichts einzuwenden. Wenn die Engländerin Kelly Smith da wäre, würde sie schon mal einen Kaffee trinken.

Warum nicht? Vielleicht sollte sie mal bei Torsten Frings nachfragen.

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