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Thomas Obliers arbeitete bis 2009 hauptberuflich als Mess- und Regelmechaniker © getty

Thomas Obliers arbeitet als technischer Leiter für Nigeria. Bei SPORT1 spricht er über die Chancen gegen Deutschland.

Von der Frauen-WM berichtet Mathias Frohnapfel

Frankfurt/Main - Er hat einfach Ja gesagt, ohne sich großartig den Kopf zu zerbrechen.

Als Nigerias Verband im Frühjahr Thomas Obliers fragte, ob er technischer Leiter des WM-Teilnehmers und deutschen Gruppengegners werden wollte, sagte der 43-Jährige gleich zu.

"Ich musste nicht lange überlegen. Das ist eine Herausforderung und es ist natürlich die Chance an einer WM im eigenen Land als Aktiver teilzunehmen", erklärt der Ex-Bundesliga-Trainer gegenüber SPORT1.

Vom idyllischen Städtchen Bad Neuenahr ging es nach Nigeria und mitten hinein in die Vorbereitung des Afrikameisters von 2010.

Obliers verspricht neues Selbstvertrauen

Von der WM-Auftaktpleite gegen Frankreich (Spielbericht) will sich Obliers nicht entmutigen lassen.

"Wir werden mit neuem Selbstvertrauen in das Spiel gegen Deutschland gehen", verspricht er. (DATENCENTER: Der WM-Spielplan)

Im SPORT1-Interview spricht Thomas Obliers über die Arbeit mit Nigerias Frauennationalteam, die Stärken der Mannschaft und das große Spiel gegen Deutschland.

SPORT1: Herr Obliers, haben Sie schon das berühmte afrikanische Improvisationstalent kennengelernt?

Thomas Obliers: Das habe ich. Daran muss man sich gewöhnen. Letztendlich bekommen wir aber alles hin. Wenn man in Deutschland etwas langfristig voraus planen würden, passiert das eben in Nigeria in viel kürzeren Zeitabständen.

SPORT1: Sie werden gewiss oft nach den Unterschieden zwischen dem Team von Nigeria und Ihrer früheren Mannschaft Bad Neuenahr gefragt. Gibt es auch Gemeinsamkeiten?

Obliers: Klar. Die Mädels sind genauso verrückt wie die deutschen. 366780(DIASHOW: Deutschlands WM-Kader)

SPORT1: Inwiefern?

Obliers: Handys, Schmuck und Schminken, das ist ganz genauso wie bei den Deutschen (lacht).

SPORT1: Wie würden Sie Ihre Arbeit für Nigerias Teams beschreiben?

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Obliers: Ich plane und leite das Training selbst, werde dabei aber auch unterstützt. Natürlich diskutiere ich mit Nationaltrainerin Eucharia Uche auch die ein oder andere Einheit. Das ist aber ganz normal unter Trainern.

SPORT1: Nun wartet Deutschland. Hat Ihr Team in Frankfurt eine Chance?

Obliers: Wenn man gegen Deutschland nur zuguckt, hat man keine Chance. Wir gehen davon aus, dass wir nicht nochmal 0:8 wie im letzten Herbst verlieren, falls wir verlieren sollten.

SPORT1: Wie kann man den Weltmeister ärgern?

[kaltura id="0_cmtspom0" class="full_size" title="Kein Spaziergang zum Titel"]

Obliers: Das verrate ich jetzt nicht. Aber wenn man die Deutschen ins Spiel kommen lässt, hat man schlechte Karten. (BERICHT:Lange Mängelliste nach "verrücktem Spiel" )

SPORT1: Worin sehen Sie die Stärken von Nigeria?

Obliers: Das Team tritt als Mannschaft auf. Sie werden kämpfen bis zum Umfallen, um Erfolg zu haben.

SPORT1: Worauf haben Sie in der Vorbereitung besonderen Wert gelegt?

Obliers: Vor allem auf den taktischen Bereich und Standardsituation.

SPORT1: Und was war für die Spielerinnen, die in Nigeria unter Vertrag stehen, die größte Neuerung durch ihre Arbeit?

Obliers: Das war, zweimal am Tag zu trainieren. Am Anfang gab es natürlich mehr Muskelkater, das gehört dazu, wenn man das umstellt. Und die jungen Spielerinnen haben auch viel im taktischen Bereich gelernt.

SPORT1: Ist das Viertelfinale das wichtigste Ziel für Nigeria?

Obliers: Es ist das erste Ziel, das wir uns stecken müssen. Es wäre für Nigeria ein großer Erfolg, das zu schaffen.

SPORT1: Nigeria kam bei einer WM noch nie über das Viertelfinale hinaus. Sie könnten also Historisches schaffen.

Obliers: Theoretisch ja (lacht).

SPORT1: Was würde Ihnen das persönlich bedeuten?

Obliers: Wenn wir das Viertelfinale erreichen, wäre ich schon sehr zufrieden. Wenn es dann weitergeht, würde ein Traum in Erfüllung gehen.

SPORT1: Wer sind aus Ihrer Sicht die Favoriten auf den Titel?

Obliers: Deutschland. Das Team ist sehr gut vorbereitet. Ansonsten Brasilien und die USA.

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