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Birgit Prinz (l.) absolvierte bislang 213 Spiele im Nationaltrikot © getty

Die Rekordnationalspielerin bleibt im Frauen-Nationalteam gesetzt, dabei läuft sie ihrer Form hinterher und die Konkurrenz drängt.

Vom Frauen-Nationalteam berichtet Mathias Frohnapfel

Berlin - Birgit Prinz eierte nach dem 2:1-Sieg über Kanada (Spielbericht) nicht lange rum.

"Ich kam nicht so gut ins Spiel, bin daher nicht so zufrieden", sagte die Stürmerin. Prinz rackerte zwar wie gewohnt, torgefährlich war sie nicht.

Ihre Sturmpartnerin Celia Okoyino da Mbabi stahl ihr die Show:

Und das nicht nur wegen des eiskalten Abschlusses zum 2:0, sondern auch wegen ihrer leichtfüßigen und beherzten Spielweise.

Kein Länderspieltor 2011

Prinz hatte 2011 in keinem der vier Testspiele getroffen, während ihre Kolleginnen Alexandra Popp fünfmal und Okoyino da Mbabi dreimal jubeln durften. Und auch EM-Torschützenkönigin Inka Grings steuerte nach ihrer auskurierten Verletzung ein Tor bei.

Doch sowohl Grings als auch Supertalent Popp saßen im WM-Eröffnungsspiel zu Beginn auf der Bank. (423056DIASHOW: Das deutsche Team in der Einzelkritik)

Im zweiten Gruppenspiel gegen Nigeria (Do., ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) dürfte es wieder so sein.

Duo Prinz/Okoyino da Mbabi bestätigt

Diese Entscheidung zu verkünden, nahm Co-Trainerin Uli Ballweg ihrer Chefin Silvia Neid vorweg.

"Im Spiel hat sich gezeigt, dass es die richtige Entscheidung war, mit Birgit und Celia zu beginnen", erklärte Ballweg.

[image id="538d1a26-6474-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

"Birgit kommt eher in die Räume, um den Ball abzulegen, während Celia als wilde, junge Spielerin viele Wege macht und dadurch unangenehm für den Gegner ist."

Die gute Mischung macht es angeblich. Dabei bleibt unbeantwortet, wie etwa ein Duo Okoyino da Mbabi/Popp oder Okoyino da Mbabi/Grings funktionieren würde.

Fitschen: "Sie ist eine Turnierspielerin"

Flankenschutz erhält Prinz, die kurz vor der WM eine Knöchelverletzung zurückwarf, von DFB-Teammanagerin Doris Fitschen (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

"Birgit ist eine Turnierspielerin, das hat sie bei der letzten Europameisterschaft gezeigt, als sie auch in der Kritik stand und dann im Endspiel zwei Tore erzielt hat", sagte sie auf SPORT1-Nachfrage.

[kaltura id="0_cmtspom0" class="full_size" title=" Kein Spaziergang zum Titel "]

"Ich traue ihr das zu, dass sie bei dieser WM die gewohnt wichtige Rolle spielt." Als Beispiel nannte Fitschen das 1:0 gegen Kanada. Erst Prinz' Zuspiel auf Babett Peter habe die Flanke und das Tor von Kerstin Garefrekes möglich gemacht.

Ein Denkmal mit Schwächen

Und natürlich kann Neid nicht mal eben so ihre Spielführerin und die Ikone des deutschen Frauenfußballs auf die Bank befördern.

"Sie würde ein Denkmal beschädigen und ihr auch nicht helfen. Der Gesamtharmonie würde es meiner Meinung nicht gut tun, wenn sie nicht von Anfang dabei wäre?, kommentiert Potsdams Meistercoach Bernd Schröder in seiner SPORT1-Kolumne.

Allerdings stellt Schröder auch fest, dass an der Weltfußballerin der Jahre 2003 bis 2005 oft das Spiel vorbeilief. Außerdem habe in "zwei, drei Situationen" das Tempo gefehlt, um in den freien Raum zu starten.

Die DFB-Frauen wollen unbedingt den Titelhattrick schaffen. Steigert sich Prinz in den kommenden beiden Vorrundenpartien nicht, wird die Bundestrainerin über einen Wechsel nachdenken müssen.

Zum Karrierestart mit Neid in einem Team

Als Prinz 1994 mit 16 Jahren für die A-Nationalmannschaft debütierte, stand Neid selbst noch auf dem Platz.

Die beiden pflegen ein vertrauensvolles Verhältnis, Prinz spricht ganz natürlich von "Silv", Neid erwartet von ihr, "dass sie meine rechte Hand auf dem Platz ist" 366780(DIASHOW: Deutschlands WM-Kader).

Prinz formuliert umgekehrt den Anspruch, "etwas bewegen zu wollen, wenn es nicht läuft". Im Moment hat es allerdings den Anschein, dass das Team eher der studierten Psychologin helfen müsse als umgekehrt.

Hängen lassen wird sich die Frankfurterin gewiss nicht, zumal gegen Nigeria die Unterstützung in ihrer Heimatstadt in der ausverkauften WM-Arena kaum größer sein könnte.

Wie geht es nach der WM weiter?

Ein Erfolg, und das Viertelfinale wäre fast schon perfekt. "Es ist erst ein Spiel gespielt, da würde ich die Kirche im Dorf lassen", sagte Prinz dazu gegenüber SPORT1.

Die 33-Jährige selbst wird nach der WM ihre Nationalelfkarriere beenden, ob sie beim 1. FFC Frankfurt weitermacht, ist noch offen.

"Es wird eine Rolle spielen, wie die WM wird", erklärte sie vor Turnierstart. "Wenn die WM erfolgreich läuft, ist es leichter aufzuhören, als aus einer völligen Frustsituation heraus."

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