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Die Logistiker beim Aufbau der Monitore auf der Pressetribüne © getty

In heiklen Situation ist Ruhe gefragt: DB Schülerreporter Maximilian Zerfaß hat den Aufbau der Augsburger WM-Arena beobachtet.

Von DB Schülerreporter Maximilian Zerfaß

Augsburg - Drei Tage bis zum Anpfiff.

Mico weiß: Jetzt muss es schnell gehen. Ein Werbebanner muss dringend aus Augsburg ins Rudolf-Harbig-Stadion nach Dresden gebracht werden. Das Handy liegt griffbereit auf dem Schreibtisch. Mico unterzeichnet am Schreibtisch seines Büros in den Katakomben der Augsburger WM-Arena den Transportauftrag mit schnellem Schriftzug.

Auch bei spontanen Aktionen wie dieser sind Ruhe und Konzentration gefragt. Ein kurzer Anruf. Zwei Minuten später hetzt ein Kurier in Latzhose in den Raum, greift sich den Auftragsschein. "Gute Fahrt", wünscht Mico und schon hastet der Kurier mit Fahrtziel Dresden wieder aus der Tür.

Mico Vrsajkovic ist Venue Logistik Manager von DB Schenker, dem offiziellen Logistikdienstleister der Frauen WM. Für ihn sind Situationen, in denen schnell gehandelt werden muss, Routine. Der 39-Jährige koordiniert den Transport und den Aufbau des Stadionequipments rund um die Augsburger WM-Arena. Ein Fulltime-Job, in der heißen Phase bleibt keine Zeit zum Verschnaufen.

Schon am Mittwochabend treffen hier die Teams aus Norwegen und Äquatorialguinea aufeinander. Dann werden Journalisten aus aller Welt von der Medientribüne berichten, die eigens für die WM erweitert und mit Equipment bestückt wurde: 60 Plätze für Zeitungsjournalisten, 20 für die verschiedenen TV-Stationen sowie 32 Monitore, auf denen Grafiken und Statistiken die Arbeit erleichtern.

Die Zahlen zeigen die Dimensionen, die für die Weltmeisterschaft geschaffen werden müssen. Eine Mission, der sich Vrsajkovic? Team und zig freiwillige Helfer seit dem 6. Juni mit großer Leidenschaft stellen.

300 Volunteers allein in Augsburg

Drei Stockwerke höher: 30 Meter über dem saftigen Grün des Spielfelds öffnet Michael Amberger behutsam einen Karton. Der Inhalt: ein schwarzer Flachbildmonitor. Vorsichtig bringt er den Bildschirm in Position, schließt ihn an das Stromnetz an und versieht ihn mit einer Nummer. Alles muss seine Ordnung haben. Direkt nach dem Abpfiff müssen einige Teile über Nacht nach Sinsheim, wo die nächste Begegnung stattfindet.

Amberger ist einer von 300 Volunteers allein in Augsburg, die für den weltmeisterlichen Rahmen rund um das Stadion sorgen. Der 21-Jährige studiert eigentlich Sport in München. Doch während die Welt zu Gast in Augsburg ist, rückt das Studium in den Hintergrund. ?Hier gibt es niemanden, der sich nicht für Sport interessiert?, sagt der Student.

Der Feinschliff muss her

Zurück im Bauch der Arena. Im Erdgeschoß des Stadions durchbricht ein Quietschen die Stille. Ein junger Mann im Anzug kurvt auf einem Roller durch die Halle, in der das Team von DB Schenker Arbeitsplätze für die Journalisten aufgebaut hat. Er ist auf dem Weg in sein Büro. ?TV and Media Operations? steht auf dem Türschild. Dann ist es wieder still, die Ruhe vor dem Sturm.

Der Rollerfahrer ist Nico Mieth. Er koordiniert den Aufbau des SMC. Hinter dem Kürzel verbirgt sich das Stadium Media Center. An zwei langen Tischreihen gibt es für 120 Journalisten die Möglichkeit, den eigenen Laptop an das Stromnetz zu schließen und im Internet zu recherchieren.

Nach dem Abpfiff senden die Medienvertreter von hier aus ihre Berichte in alle Welt. Die Arbeit von Nico liegt in den letzten Zügen. Der Feinschliff muss her. Denn die ersten Journalisten kommen bereits zwei Tage vor dem ersten Spiel.

Fünf Stunden später, 486 Kilometer nördlich: Ein weißer Transporter der DB-Schenker Logistik erreicht das Rudolf-Harbig-Stadion in Dresden. Das Werbebanner ist an Ort und Stelle. In Augsburg klingelt das Handy von Miko Vrsajkovic. Auftrag erledigt, Problem gelöst.

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