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Der 19-jährigen Emilie Haavi (r.) gelang das goldene Tor © getty

Äquatorial-Guinea hält lange gut mit: Anonma begeistert, ist aber zu uneffektiv. Da gelingt Haavi doch noch der "Lucky Punch".

Augsburg - Geheimfavorit Norwegen ist mit einem Dusel-Sieg in die Frauen-Weltmeisterschaft gestartet.

Gegen Vize-Afrikameister Äquatorial-Guinea erzielte die erst 19 Jahre alte Emilie Haavi sechs Minuten vor dem Abpfiff den goldenen Treffer zum 1:0 (0:0)-Erfolg.

Zuvor hatte Genoveva Anonma, Neuzugang von Turbine Potsdam, den Weltmeister von 1995 an den Rand einer Niederlage gebracht. Die Angreiferin ließ sich von der Geschlechterdiskussion nicht beirren und avancierte zur besten Spielerin im Augsburger WM-Stadion (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

Schon vor dem Anpfiff hatten die WM-Debütanten für gute Stimmung unter den 12.928 Zuschauern gesorgt. Ausgelassen hüpften und tanzten sie im Kreis und sangen sich dabei warm.

One-Woman-Show von Anonma

Die Norwegerinnen ließen sich davon nicht beeindrucken. Bereits in der zweiten Spielminute traf Emilie Haavi den Innenpfosten. Den Abpraller säbelte Toptorjägerin Isabell Herlovsen, Tochter des ehemaligen Bundesliga-Profis Kai Erik Herlovsen, weit über das Tor.

Während Norwegen auf sein Passspiel vertraute, waren die Angriffe des Vize-Afrikameisters fast ausschließlich auf Anonma zugeschnitten.

Die 22-Jährige agierte als Mittelfeldmotor und Torjägerin zugleich. Fünf Torschüsse in den ersten 14 Minuten - allesamt aus entlegenen Entfernungen. Die ein oder andere Mitspielerin quittierte soviel Eigensinn mit abfälligen Handbewegungen, das Publikum jedoch war verzückt.

[kaltura id="0_cmtspom0" class="full_size" title="Kein Spaziergang zum Titel"]

Hjelmseth hält Unentschieden zur Pause fest

Anonma war mit ihren grell-grünen Rastasträhnen und den in der gleichen Farbe gehaltenen Schuhen der absolute Mittelpunkt in der ersten Halbzeit und erntete reihenweise Szenenapplaus für ihr leichtfüßiges Spiel.

In der Nachspielzeit des ersten Durchgangs versagten ihr jedoch die Nerven: Nach einem Sprint über das halbe Spielfeld scheiterte sie mit einem Schuss aus kurzer Distanz an der Torhüterin Ingrid Hjelmseth.

Die besten Torchancen für die Norwegerinnen vergaben Herlovsen (9.) und Elise Thorsnes (44.).

Anonma vergibt beste Chancen

Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit großen Einschussmöglichkeiten auf beiden Seiten. Thorsnes (48.) und Herlovsen (50.) verpassten den Führungstreffer für Norwegen nur knapp. Auf der Gegenseite scheiterte Anonma gleich viermal freistehend vor dem norwegischen Tor (53./70./71./75.).

Erst ein Torwartfehler sorgte für die Entscheidung. Torfrau Miriam verschätze sich bei einer Hereingabe, Haavi nutzte den Freiraum zum umjubelten Sieg (84.).

Beste Spielerin bei Norwegen waren Thorsnes und Herlovsen. Auf Seiten Äquatorial-Guineas überstrahlte Anonma ihre Mitspielerinnen deutlich.

Norwegen trifft am Sonntag im Topspiel der Gruppe D in Wolfsburg auf Vize-Weltmeister Brasilien (18.15 Uhr). Äquatorial-Guinea spielt zuvor in Bochum gegen Australien (14.00 Uhr)

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