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Simone Laudehr trifft in der 54. Minute zum erlösenden 1:0 © getty

Verdienter Erfolg in zerfahrener Partie: Deutschland steht nach einem schwer erkämpften Sieg gegen Nigeria im WM-Viertelfinale.

Vom Frauen-Nationalteam berichten Mathias Frohnapfel und Andreas Messmer

Frankfurt/Main - Nach hartem Kampf hat Deutschland bei der Frauen-WM den Viertelfinal-Einzug geschafft.

Die DFB-Frauen bezwangen nach dem Auftaktsieg über Kanada im zweiten Gruppenspiel Nigeria mit 1:0 (0:0). Dabei erzielte Simone Laudehr den so wichtigen Siegtreffer (54.).

Auch Frankreich, Gegner im letzten Gruppenspiel, steht nach einem 4:0-Erfolg über Kanada bereits in der Runde der letzten Acht (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

Insgesamt war es für das Team von Silvia Neid ein Sieg des Willens in einer zerfahrenen Partie, die von Nigeria mit viel Härte geführt wurde. Schiedsrichterin Cha Sung Mi (Südkorea) war nicht immer auf der Höhe 424702(DIASHOW: Die Bilder des Spiels).

"Es waren viele Foulspiele dabei. Die Schiedsrichterin hat das Spiel etwas verpfiffen", zeigte sich Neid nach dem Spiel unzufrieden mit der Leistung der Unparteiischen. "Aber wir haben 1:0 gewonnen und sind jetzt erstmal froh, dass wir weiter sind."

Die Bundestrainerin setzte auf die gleiche Formation wie im Eröffnungsspiel. Im 4-2-3-1 begann somit Birgit Prinz im Angriffszentrum - unterstützt von Celia Okoyino da Mbabi, die die zentrale Position der offensiven Dreierkette einnahm.

Ganz schwache erste Halbzeit

Die DFB-Frauen starteten vor 48.817 Zuschauern in Frankfurt gut, ließen sich aber nach und nach den Schneid abkaufen, am Ende stand die vermutlich schwächste erste Halbzeit in diesem Jahr.

In der Anfangsviertelstunde hielten die Nigerianerinnen vor allem durch ihr laufintensives Spiel dagegen, standen tief und bemühten sich, die deutschen Kombinationen bestmöglich zu stören.

Auf der linken Seite machte Melanie Behringer Dampf, war zu diesem Zeitpunkt die auffälligste Spielerin.

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Behringer verletzt

Doch die Mittelfeldspielerin verletzte sich in einem Zweikampf und musste nach einer guten halben Stunde von Alexandra Popp ersetzt werden.

Noch während der Partie wurde Behringer zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht. Diagnose: Außenbanddehnung im rechten Sprunggelenk

Popp rückte ins Sturmzentrum vor Prinz, Okoyino da Mbabi auf die Flügelposition 366780(DIASHOW: Deutschlands WM-Kader).

Neid stinksauer

Die Linie in den Aktionen des amtierenden Weltmeisters war jetzt vollends verloren, da nützte es auch nichts, dass sich Neid Okoyino da Mbabi, Prinz sowie das Mittelfeldduo Kim Kulig und Simone Laudehr während der nächsten Unterbrechung an die Außenlinie holte.

Die Bundestrainerin war stinksauer - auch wegen der überharten Gangart der Westafrikanerinnen: So traf Rita Chikwelu mit ausgestrecktem Bein Außenverteidigerin Babett Peter. Cha Sung Mi ließ das aber ungeahndet.

Zerfahrene Partie

Überhaupt hatte die Schiedsrichterin einige Probleme mit der zerfahrenen Partie, in der nun die Nigerianerinnen aufkamen und zu Ende der ersten Halbzeit ein fast ausgeglichenes Ballverhältnis erreichten.

Unter anderem hatte Desire Oparanozie (30.) eine Kopfballgelegenheit, hinzu kam eine Möglichkeit nach einem Bartusiak-Fehlpass, doch Sarah Michael schloss überhastet ab (23.).

Nach der Pause zeigte sich ein ähnliches Bild: Der Afrikameister, der von Trainerin Eucharia Uche und dem Deutschen Thomas Obliers betreut wird, ging weiter ruppig zur Sache.

Das bekam auch Popp bei einem Tritt zu spüren. Ihre Gegenspielerin Osinacchi Ohale sah dafür Gelb (51.).

"Natürlich war es ein hartes Spiel, da viel auf dem Spiel stand. Aber es war ein gutes Spiel, beide Teams haben sich gut verkauft", spielte Uche die teilweise überharte Spielweise ihres Teams herunter. Doch in der Folge revanchierten sich die DFB-Frauen auf ihre Weise.

Laudehr reagiert am schnellsten

Nach einem Gewühl im Strafraum und strammen Schuss von Popp reagierte Laudehr am schnellsten und markierte aus acht Metern die Führung (54.).

Wenig später musste die Duisburger Spielerin aber kurz behandelt werden, erneut war ein hartes Foul die Ursache (60).

Zu diesem Zeitpunkt schaute die wirkungslos gebliebene Prinz bereits zu, für sie war in der 50. Minute Inka Grings gekommen. Die Spielführerin reagierte wütend auf ihre Auswechselung.

Neid stellte dagegen nach dem Spiel nüchtern fest: "Ich habe eingewechselt, weil ich nochmal mit frischen Leuten für Druck sorgen wollte. Dann haben wir zwei Minuten später das 1:0 geschossen, und das war das Spiel."

Nigeria zu ungenau

Deutschland drängte jetzt auf die endgültige Entscheidung, doch Kerstin Garefrekes fehlte das Schussglück aus spitzem Winkel (65.) genauso wie Kulig nach einem Fernschuss (78.).

Nigeria wurde nun offensiver, ohne wirklich Gefahr heraufzubeschwören. Zu ungenau waren die meisten Aktionen. Kurz vor Spielende erhielt auch noch Lira Bajramaj Einsatzminuten, die in der 87. Minute für Okoyino da Mbabi kam.

Die Flügelflitzerin bejubelte wenig später mit ihren Mitspielerinnen den verdienten Erfolg.

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