Die DFB-Frauen stehen im Viertelfinale, doch das Team macht trotz des Siegs über Nigeria aktuell mehr Rück- als Fortschritte.

Wie man den amtierenden Welt- und Europameister in die Schranken weisen kann, darüber hat vor der Heim-WM die Fachwelt gerätselt.

Zu dominant waren die Auftritte gegen die Testspielgegner, darunter Norwegen und Nordkorea, zu eindrucksvoll schien auch die deutsche Bank besetzt.

Und nach den beiden Auftaktsiegen gegen Kanada und Nigeria ist plangemäß das Viertelfinale vorzeitig erreicht.

Wer jetzt krittelt, könnte leicht als Miesepeter verschrien werden. Doch im deutschen Spiel hat am Donnerstagabend vor großer Bühne in Frankfurt einfach viel zu wenig zusammengepasst.

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Flüssige Kombinationen über mehrere Stationen? So verschwindend gering vorhanden wie die Nigeria-Fans im Stadion. Dazu wie gegen Kanada oft eine erschreckend große Lücke zwischen Abwehr und Angriff.

Dazwischen die Mittelfeldspielerinnen Kim Kulig und Simone Laudehr, die wie die Feuerwehr all diesen Brandstellen hinterher jagen mussten.

Nach einigen harten Fouls der Nigerianerinnen haben die DFB-Frauen ihr Spiel umgestellt. Das heißt, das Niveau wurde nach unten angepasst.

Ein Kopf, ein echter Lenker in diesem Hauen und Stechen fehlte. Die schwache Schiedsrichterin Cha Sung Mi (Südkorea) ließ zudem den Afrikameister fast immer treten, wo das möglich war.

Dass man mit Härte allein die Titelsammlerinnen vor eigenem Publikum beeindrucken kann, verwundert.

Birgit Prinz feuerte bei ihrer Auswechslung die Kapitänsbinde zu Boden. Da war viel Frust bei der Weltfußballerin der Jahre 2003 bis 2005 im Spiel. Prinz wird sich weiter durchs Turnier schleppen, eine Leistungsexplosion ist nicht zu erwarten.

Wenn dann kommt Prinz in kleinen Schritten wieder in Form. Das gilt auch für das gesamte deutsche Team. Gegen Frankreich müssen die Spielerinnen zeigen, was in ihnen steckt und dass sie fähig sind mit dem immensen öffentlichen Druck fertig zu werden.

Im Vorrundenspiel geht es zwar nur um Platz eins oder zwei in der Gruppe, doch man sollte nicht vergessen: Auch das geschrumpfte Selbstvertrauen des Teams wird am Dienstag in Mönchengladbach verhandelt.

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