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Silvia Neid (l. mit Birgit Prinz) hat seit 2005 das Sagen beim DFB-Team © imago

Neid spricht die Defizite nach dem Sieg über Nigeria klar an. Sie will das Team aufrichten. Prinz muss um ihren Platz bangen.

Vom Frauen-Nationalteam berichtet Mathias Frohnapfel

Frankfurt/Düsseldorf - Für das Frauen-Nationalteam legte der Intercity am Freitagmittag einen außerfahrplanmäßigen Halt ein (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

Die Nationalspielerinnen durften am Frankfurter WM-Stadion in den Schnellzug einsteigen und reisten so nach Düsseldorf, wo sie sich nach dem vorzeitigen Viertelfinaleinzug auf das letzte Gruppenspiel gegen Frankreich in Mönchengladbach (Di., ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) vorbereiten werden.

Im besten Fall ist ja eine Bahnfahrt entspannend und bietet Zeit zum Nachdenken.

"Spielerinnen wirkten gehemmt"

Nach der zerfahrenen Partie gegen Nigeria gibt es trotz des 1:0-Siegs (Spielbericht) einiges, worüber die Spielerinnen und Bundestrainerin Silvia Neid nachdenken müssen (EINWURF: Die Kurve zeigt nach unten).

"Die Spielerinnen wirkten gehemmt, einfach nicht frei, das war mehr Krampf und Kampf", sagte Neid.

Die Cheftrainerin war während des Spiels wütend in ihrer Coaching-Zone auf und ab marschiert, hatte gestikuliert und Anweisungen verteilt - zumeist vergebens (424634DIASHOW: Die DFB-Frauen in der Einzelkritik).

Fußballeinmaleins außer Kraft gesetzt

Auf die große Kulisse von 48.817 Fans wollte sie die blockierte Spielweise ihres Teams nicht zurückführen. Das Fußballeinmaleins, sprich Bälle annehmen und passen, müsse auch in solchen Situationen funktionieren.

"Wenn wir den Ball mal erobert hatten, haben wir ihn gleich wieder verloren", mäkelte sie (424702DIASHOW: Die Bilder des Spiels).

Gespräche gegen den Knoten

Die 47-Jährige will jetzt in die Seele der Nationalspielerinnen hineinhorchen, "viele Einzelgespräche führen" und damit den Knoten lösen.

Auch mit Birgit Prinz dürfte sich Neid intensiver beratschlagen, die Rekordnationalspielerin wirkt bei ihrer fünften WM-Teilnahme aktuell von der Rolle, wurde auch deshalb nach 50 Minuten ausgetauscht.

Droht Prinz die Bank?

Ob Prinz auch gegen Frankreich von Beginn an spielen wird, diese Frage ließ Neid erstmal unbeantwortet. "Das schauen wir mal."

Aus dem Team kann Prinz auf Rückendeckung hoffen 366780(DIASHOW: Deutschlands WM-Kader).

Popp will helfen

"Natürlich denke ich, dass Birgit erfahren genug ist, um mit solchen Situationen umzugehen. Wir sind dafür da, um ihr dabei zu helfen", sagte Alexandra Popp im Gespräch mit SPORT1.

Und die 20-Jährige, die nach ihrer Einwechslung für die verletzte Melanie Behringer nicht so stark spielte wie zuletzt, gab zum verlorenen Spielrhythmus zu: "Wir wissen nicht woran es liegt, dass wir nicht so befreit spielen."

Glorreich und leichtfüßig gewannen die DFB-Frauen die vier Testspiele mit 15:0-Toren, jetzt scheinen sie die übergroßen Erwartungen niederzudrücken.

Zudem bangt das Team um Mittelfeldspielerin Behringer, die sich eine Außenbanddehnung zuzog und für Dienstag fraglich ist.

Alle heiß auf den Weltmeister

"Jede Mannschaft versucht den zweimaligen Weltmeister zu stürzen, mit allen Mitteln", meinte Simone Laudehr am Freitagmittag, nachdem sie eine Nacht über die Partie geschlafen hatte.

Und die Sieg-Torschützin forderte von ihren Mitspielern: ?Wir müssen aber am Ball bleiben. Und wir haben gekämpft, das ist wichtig.?

Letztlich komme es jetzt darauf, die Partie gegen die ruppigen Nigerianerinnen so schnell wie möglich abzuhaken.

Zeit dafür ist in Düsseldorf. Neid plant im Training im Stadion am Eisenbrand viele Übungen ein, "die Spaß machen und mit Kombinationsspiel und Torabschluss zu tun haben".

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