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Lotta Schelin spielt seit 2008 in Frankreich für Olympique Lion © imago

Der schwedischen Star-Spielerin drohte in der Jugend ein abruptes Karriereende. Doch die 27-Jährige kämpft sich zurück.

München - Die Diagnose war niederschmetternd. Ein Wachstumsschub hatte ihre Rückenmuskulatur außer Gefecht gesetzt.

Das Karriere-Aus im zarten Alter von 15 Jahren schien unvermeidlich. Doch zum Glück pfiff Lotta Schelin auf den Rat der Ärzte.

Sonst wäre Schwedens Fußball eines seiner größten Talente beraubt worden (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

"Ich konnte das nicht ernst nehmen", sagte Schelin, "ich hatte ja noch gar nicht alles probiert."

"Ich wollte es einfach nicht hören"

Gelassenheit und pubertärem Trotz sei Dank, nahm Schelin den Kampf gegen ihren Körper auf. "Ich habe es also nicht so ernst genommen und wollte es einfach nicht hören", sagte sie.

Und der Erfolg gab den 27-Jährigen recht. Nach einer einjährigen Fußballauszeit verordnete sich die Angreiferin ein Spezialtraining zum Muskelaufbau und schaffte es zurück auf den Sportplatz.

Absolute Leistungsträgerin

Die Mühen haben sich bezahlt gemacht. Mittlerweile gehört Schelin mit über 90 Länderspielen zu den gestandenen Größen der schwedischen Nationalmannschaft.

Die gebürtige Stockholmerin gilt als legitime Nachfolgerin von Größen wie Hanna Ljungberg und Victoria Svensson.

"Diamantbollen" für Schelin

Ihr Debüt für die "Blagult" gab Schelin 2004. Im gleichen Jahr startete sie beim FC Göteborg durch, wo sie zweimal die Torschützenkrone errang.

2006 wurde die WM-Teilnehmerin von 2007 "für eine seltene Kombination aus Artistik, Effektivität und Ausstrahlung, die gute Laune im Team und beim Publikum auslöst, aber den Gegner irritiert" mit dem "Diamantbollen" als Schwedens Spielerin des Jahres ausgezeichnet.

"Es war wie ein Traum"

Den "größten Erfolg" ihrer Karriere feierte Schelin aber mit Olympique Lyon, für den die Starspielerin seit 2008 auf Torejagd geht.

Mit den Französinnen gewann sie durch einen 2:0-Finalsieg über Titelverteidiger Turbine Potsdam unlängst die Champions League.

"Es war wie ein Traum", sagte die schwarzgelockte Spielerin, die auch in der Abendgarderobe ein gutes Bild abgibt: "Da haben wir gesehen, dass wir die Deutschen schlagen können."

Die zählt Schelin nämlich neben Brasilien und den zweimaligen Weltmeister aus den USA zu den Turnierfavoriten. "Wir wollen zunächst mal ins Viertelfinale und dann weitersehen", sagte Schelin.

Glaube an den Titel

Gegen Nordkorea wollen die Schwedinnen am Samstag in Augsburg (ab 14 Uhr im LIVE-TICKER) einen großen Schritt in Richtung der Runde der letzten Acht machen - und vielleicht zu mehr.

Denn bei aller Zurückhaltung sieht Schelin auch ihr Team noch in der Verlosung um den WM-Titel.

"Wir können es schaffen, wenn wir dran glauben", sagte die Champions-League-Siegerin. Bei der WM 2007 China platzte der große Traum bereits frühzeitig.

Erstmals scheiterten die Skandinavierinnen bei Welttitelkämpfen in der Vorrunde. Daran änderten auch die zwei Tore von Schelin zum 2:1-Sieg über Nordkorea nichts.

"Die beste Nationalelf, die wir je hatten"

Für Trainer Thomas Dennerby scheint solch ein erneutes Horrorszenario undenkbar.

"Ich glaube, meine Mannschaft ist die beste Nationalelf, die wir je hatten", sagte er. An der Bestätigung dieser ambitionierten These will auch Schelin mitwirken.

"Ich möchte, dass die Mannschaft erfolgreich ist und ich meinen Beitrag dazu leisten kann, indem ich ein paar Tore erziele und gute Spiele abliefere", sagte sie.

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