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Linda Bresonik (l.) gewann 2003 und 2007 jeweils die Weltmeisterschaft mit Deutschland © getty

Die DFB-Frauen trainieren vor 2000 begeisterten Kiebitzen. Verteidigerin Linda Bresonik plagen Magen-Darm-Probleme.

Vom Frauen-Nationalteam berichtet Mathias Frohnapfel

Düsseldorf - Die Titelverteidigung - welch ein großes Ziel für die Frauen-Nationalmannschaft.

Aus der Sicht von Nadine Angerer hat Deutschland nur eine "einzige Chance", dadurch vor eigenem Publikum zu spielen.

"Das wird Energie ausstrahlen, wir werden das aufsaugen", meinte die Torhüterin vor Turnierstart.

Reichlich positive Energie gab es auch am Samstagabend in Meerbusch bei Düsseldorf.

2000 Fans kamen ins "Stadion zum Eisenbrand" zum öffentlichen Training, begrüßten die Nationalspielerinnen mit donnernden Applaus, viele auch in Deutschland-Trikots und geschmückt mit schwarz-rot-goldenen Fan-Devotionalien.

Annike Krahn, die am Freitag 26 wurde, bekam sogar ein nachträgliches Geburtstagsständchen der Fans, das Simone Laudehr mit breitem Grinsen dirigierte.

Melanie Behringer, die am Donnerstag gegen Nigeria eine Außenbanddehnung erlitt, absolvierte in der Abendsonne bereits ein Lauftraining. Und Martina Müller stand nach ihrer Oberschenkelzerrung wieder im Mannschaftstraining.

Fitschen: Wollten Danke sagen

"Nach der tollen Unterstützung der Fans bei unseren ersten beiden WM-Spielen wollten wir die Gelegenheit nutzen, um Danke zu sagen", erklärte Doris Fitschen die Entscheidung, die Übungseinheit kurzfristig für die Fans zu öffnen.

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"Das öffentliche Training ist für uns eine weitere Gelegenheit, die Nähe zu unseren Fans zu leben, die uns sehr wichtig ist", meinte die DFB-Teammanagerin.

Bresonik mit Magen-Darm-Problemen

Überraschend musste Linda Bresonik nach dem Training untersucht werden, sie plagt eine Magen-Darm-Reizung.

Ob der Einsatz der Außenverteidigerin gegen Frankreich in Gefahr ist, war zunächst unklar.

Dabei hatte Bresonik noch am Mittag ohne erkenntliche Beschwerden vor den Reportern über die Stimmungslage im deutschen Team gesprochen.

"Wir haben sechs Punkte, stehen im Viertelfinale und spielen vor den geilsten Fans in Deutschland, die Stadien sind ausverkauft und 18 Millionen sitzen noch vor dem Fernseher", ließ Bresonik wissen. (BERICHT: Spielerische Linie dringend gesucht)

"Stimmung im Team ist sehr gut"

Und bei wem die Botschaft immer noch nicht ankam, der bekam noch zu hören: "Wir befinden uns nicht in einem Jammertal, um Gotteswillen. Die Stimmung in der Mannschaft ist sehr gut."

Allerdings ist die sportliche Zukunft der 27-Jährigen im Moment ungeklärt (NEWS: Bresonik bleibt vorerst beim FCR Duisburg)

"Es lagen schon vor der WM Angebote vor, aber ich werde mich erst nach dem Turnier entscheiden", meinte Bresonik. "Da mache ich mir jetzt gar keinen Kopf drum."

[kaltura id="0_oq81biz4" class="full_size" title=" Hoffen auf besseren Fu ball "]

Japan droht im Viertelfinale

Für die DFB-Frauen geht es im Gruppenendspiel gegen Frankreich in Mönchengladbach (ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) nun darum, Platz eins zu erreichen und so - wenn möglich - den starken Japanerinnen im Viertelfinale auszuweichen.

Dabei liegen die punktgleichen Französinnen im Moment dank des besseren Torverhältnisses in der Gruppe A vor Deutschland.

Celia Okoyino da Mbabi will bei der Mission Gruppensieg eine wichtige Rolle spielen, zumal es gegen das Heimatland ihrer Mutter geht.

Familie hält zu Okoyino da Mbabi

Ärger im französischen Zweig muss die Angreiferin, die auch den französischen Pass besitzt, nicht befürchten.

"Die Verwandten drücken mir die Daumen. Das ist garantiert", erzählte die 23-Jährige mit einem Schmunzeln.

"Das habe ich mir von meiner Oma persönlich bestätigen lassen."

Auch ihrer Meinung nach hat der Gruppensieg höchste Priorität.

"Erstmal das Viertelfinale"

Dabei spielen auch Spekulationen keine Rolle, bei Platz zwei im Halbfinale womöglich die USA vermeiden zu können.

"Wir müssen erstmal das Viertelfinale spielen und gewinnen", meinte Okoyino da Mbabi.

Mit der gesteigerten öffentlichen Aufmerksamkeit spielte sie und scherzte zu ihrer Freizeitbeschäftigung:

"Ich war im Supermarkt - falls es noch keiner weiß."

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