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Leena Khamis (r.) traf zur 1:0-Führung für Australien gegen Äquatorial-Guinea © getty

Die "Matildas" siegen in einem verrückten Spiel gegen WM-Neuling Äquatorial-Guinea und hoffen wieder aufs Viertelfinale.

Bochum - Genoveva Anonma tanzte wie einst Roger Milla, erzielte zwei Zuckertore - und hatte am Ende doch Tränen in den Augen.

Einige Sekunden nach dem 2:3 (1:1) gegen Australien lächelte die Allein-Unterhalterin von Äquatorial-Guinea, die künftig für den Champions-League-Finalisten Turbine Potsdam auflaufen wird, noch tapfer, sie winkte in die Kameras. (DATENCENTER: Der WM-Spielplan)

Dann musste sie doch von den Teamkolleginnen getröstet werden, denn das WM-Abenteuer wird wohl schnell wieder vorbei sein. Und zwar nach einer ganz kuriosen Partie.

Hoffnung auf Schützenhilfe

Die letzte Hoffnung auf Schützenhilfe und einen Sensationssieg gegen Brasilien ließ keinerlei Zuversicht mehr aufkommen, die Traurigkeit war in Anonmas Augen abzulesen, obwohl sie in der 21. Minute den größten Moment ihrer Karriere erlebt hatte.

Sie startete in die Gasse, bekam den Ball, spielte Lydia Williams, die australische Torhüterin, mit einem Wackler aus - und schwang dann auch beim Jubel die Hüften. Das 2:3 krönte die Leistung und war doch zu wenig.

"Matildas" vor Endspiel gegen Norwegen

Australien dagegen steht wohl ein Endspiel gegen Norwegen um den Viertelfinal-Einzug bevor.

Die "Matildas" nutzten die Schwächen der Gegnerinnen aus und wurden von den vielen Australiern in Bochum, die mit grün-gelben Fahnen und aufblasbaren Kängurus gekommen waren, stürmisch gefeiert. "Wir wissen nun, dass wir mit einem Sieg gegen Norwegen beste Chancen haben", sagte der Trainer Tom Sermanni.

Dank der Treffer von Leena Khamis (8.), Youngster Emily Van Egmond (48.) und Lisa De Vanna (51.) kamen die überlegenen Australierinnen zum verdienten Erfolg - zittern mussten und müssen sie dennoch.

Schiedsrichterin sorgt für Kopfschütteln

Ansonsten war das Hauptthema eine kuriose Schiedsrichter-Fehlentscheidung. Nach einem Pfostentreffer von Khamis fing Äquatorial-Guineas Abwehrspielerin Bruna den Ball mit beiden Händen im eigenen Fünfmeterraum, hielt ihn einen Augenblick lang fest und ließ ihn dann wieder fallen.

Ein Raunen ging durchs Stadion, aber die Pfeife der schwachen ungarischen Schiedsrichterin Gyoengyi Gaal blieb stumm - nicht der erste Pfiff, der die Qualität der WM-Referees in einem schlechten Licht erscheinen lässt.

Und auch anosnsten zeichnete sich die Partie durch viele Fehler und zwei Aluminiumtreffer aus

Australien übernimmt die Kontrolle

Vor 15.640 Zuschauern in Bochum übernahm Australien von Beginn an die Kontrolle und drückte den Afrikameister von 2008 in dessen Hälfte.

Nach einem Steilpass der erst 17 Jahre alten Van Egmond auf Heather Garriock scheiterte diese zunächst aus acht Metern an Torfrau Miriam, den Abpraller schob Khamis über die Linie (8.).

Wie aus dem Nichts kam der körperlich und spielerisch unterlegene WM-Debütant in einer munteren, aber niveauarmen Partie zum Ausgleich. Australiens Servet Uzunlar verstolperte den Ball am eigenen Sechzehner, sodass Anonma alleine auf das gegnerische Tor gehen konnte. Sie schob sicher ein, wie auch später kurz vor dem Abpfiff.

McCallum an die Latte

Die Partie verflachte nach dem 1:1, Australien blieb spielbestimmend, aber ohne Durchschlagskraft.

Zunächst schoss Van Egmond Miriam aus 16 Metern in die Arme (27.), dann setzte Khamis den Ball mit dem Kopf über das Tor (29.). Kurz vor der Pause klatsche schließlich ein herrlicher Freistoß von Australiens Spielführerin Collette McCallum an die Latte (43.).

Kurz nach der Pause sorgte ein Doppelschlag für die Vorentscheidung. In der 47. Minute flankte Khamis von der linken Seite, am zweiten Pfosten rauschte Van Egmond heran und schob zum 2:1 ein. Dann erhöhte De Vanna auf 3:1.

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