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Lira Bajramaj wechselt zur nächsten Saison von Turbine Potsdam zum 1. FFC Frankfurt © getty

Vor dem Spiel gegen Frankreich zeigt sich Lira Bajramaj von der Kritik genervt. Die Prinz-Personalie bleibt weiter ungeklärt.

Vom Frauen-Nationalteam berichten Jakob Gajdzik und Mathias Frohnapfel

Düsseldorf/München - Ihre Aussage spiegelte die Stimmung von Lira Bajramaj überdeutlich wider: dünnhäutig und höchst fragil.

"Darüber lachen wir, vor allem ich", entgegnete Lira Bajramaj, aktuell DFB-Star a.D., genervt den Reportern in Düsseldorf auf eine Aussage von Bernd Schröder.

Ihr Ex-Trainer von Turbine Potsdam hatte - auch in seiner WM-Kolumne für SPORT1, vermutet, sie sei zu wenig ins Frauen-Nationalteam integriert. (KOLUMNE: An Prinz lief das Spiel vorbei)

Schröders Argumentation stufte auch darauf, dass Bajramaj im Eröffnungsspiel gegen Kanada auffallend oft von ihren Teamkolleginnen "übersehen" wurde.Gegen Nigeria spielte die 23-Jährige ohnehin nur wenige Minuten.

"Hat wahrscheinlich nichts zu tun"

"Er hat wahrscheinlich die Tage nichts zu tun und unüberlegt Sachen von sich gegeben", meinte Bajramaj vor dem letzten Gruppenspiel gegen die glänzend aufspielenden Französinnen in Mönchengladbach (Di., ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER).

Auch ansonsten zeigte sich das Glamour Girl im deutschen Team extrem kurz angebunden, trotz der Rückkehr in ihre niederrheinische Wahlheimat, wo sie nach ihrer Flucht aus dem Kosovo aufgewachsen ist.

"Habe mir selbst Druck gemacht"

Auf die Frage, wohin ihre Leichtigkeit verschwunden sei, mit der sie sich gewöhnlich durch die Abwehrreihen dribbelt, antwortete sie ebenfalls so knapp wie ihre bisherigen 22-WM-Minuten: "Ich habe mir selber Druck gemacht".

Trotz ihrer Einsilbigkeit klaute die Neu-Frankfurterin der zweiten DFB-Stürmerin auf der Pressekonferenz, Shooting-Star Alexandra Popp, die Show.

Diese gab sich jedoch gewohnt offen und hoffte, dass "Frankreich auch Fußball spielt. Somit ergeben sich Räume, in die wir stoßen können."

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Prinz-Debatte ebbt nicht ab

In der Partie gegen Frankreich könnte möglicherweise Popps Stunde schlagen. Der Grund: Die anhaltende Diskussion um den Stammplatz von Rekordnationalspielerin Birgit Prinz.

Die 33-Jährige hat nach zwei durchwachsenen Auftritten, bei denen sie jeweils kurz nach der Pause ausgewechselt wurde, keine Stammplatzgarantie mehr.

"Alles ist möglich", sagte Co-Trainerin Ulrike Ballweg zur aktuellen Situation. Der Trend spricht gegen Prinz. Bundestrainerin Silvia Neid betont immer, nach Leistung und nicht nach Namen aufzustellen - wie im Fall Bajramaj bewiesen.

"Birgit ist nicht blendender Laune und kommt nicht pfeifend zum Frühstück", sagte Ballweg anschließend zur Stimmungslage der Spielführerin.

[kaltura id="0_oq81biz4" class="full_size" title=" Hoffen auf besseren Fu ball "]

"Birgit hat unsere Unterstützung"

Von einer Demontage wollte sie aber nichts wissen: "Das sehe ich nicht so, im Gegenteil. Sie hat von uns allen die Unterstützung. Sie ist ein Teammitglied, das als Birgit Prinz eine besondere Stellung hat."

Hand in Hand mit dem Abwärtstrend der Frankfurter-Stürmerin geht auch der Formverfall der gesamten DFB-Elf. (424634DIASHOW: Die Einzelkritik gegen Nigeria)

Zeigte die Mannschaft beim 2:1-Sieg im ersten Gruppenspiel gegen Kanada noch eine halbwegs ansprechender erste Hälfte, war das zweite Spiel gegen Nigeria komplett in die Kategorie "Arbeitssieg" einzuordnen.

Duo scharrt mit den Hufen

Gegen Frankreich muss eine Steigerung her - im besten Fall von Prinz und dem kompletten Team. Sollte Prinz jedoch in der Tat gegen die "Equipe Tricolore" auf der Bank Platz nehmen müssen, gelten Alexandra Popp und Inka Grings als erste Nachrückerinnen.

Offen sind ebenfalls noch zwei weitere Personalien.

Behringer und Bresonik fraglich

Melanie Behringer absolviert nach ihrer Außenbahndehnung am rechten Sprunggelenk bislang nur Lauftraining, ob sie bis Dienstag wieder komplett belastbar ist, ist unklar.

"Mel kann laufen, hat aber noch Schmerzen. Sie macht heute Lauftraining, dann schauen wir mal", sagte Ballweg. Für sie könnte womöglich Bajramaj spielen

Komplett aufs Training verzichten muss dagegen Linda Bresonik. Die Außenverteidigerin wird von einem Magen-Darm-Virus geplagt und weiterhin nicht einsatzfähig.

"Der muss langsam abklingen, daher werden wir sie noch nicht wieder ins Training einbauen", erklärte die Co-Trainerin.

Zumindest Stürmerin Martina Müller ist nach überstandener Oberschenkelzerrung wieder startklar.

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