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Stürmerin Marta wurde bereits fünf Mal zur Weltfußballerin des Jahres gewählt © getty

Nach holprigem Start dreht die Stürmerin auf und schießt Norwegen fast im Alleingang ab. Das Führungstor ist jedoch umstritten.

Wolfsburg - Weltfußballerin Marta hat Titelfavorit Brasilien mit einer Gala-Vorstellung ins Viertelfinale geführt, doch ihre Sympathien hat die Ausnahmekönnerin erst einmal verspielt:

Mit zwei Treffern und einer Vorlage beim 3:0 (1:0)-Erfolg gegen Norwegen unterstrich die 25-Jährige die brasilianischen Ansprüche auf den ersten WM-Titel, doch das umstrittene Tor der Stürmerin zum 1:0 hinterließ einen faden Beigeschmack und sorgte auf den Rängen für große Empörung.

Dem Führungstreffer Martas in der 22. Minute war ein klares Foulspiel vorangegangen, in dessen Folge die vor dem Anpfiff noch mit Sprechchören gefeierte und frenetisch beklatschte Vorzeigespielerin vom Wolfsburger Publikum ausgepfiffen wurde.

Rosana (46.) und erneut Marta (48.) stellten den Endstand her und sorgten zumindest dafür, dass das umstrittene Tor nicht spielentscheidend wurde.

Brasilien sicher im Viertelfinale

Damit kann der Olympiazweite aus Brasilien mit sechs Punkten aus zwei Spielen nicht mehr von einem der ersten beiden Plätze der Gruppe D verdrängt werden. (DATENCENTER: Der WM-Spielplan)

In der abschließenden Vorrundenbegenung gegen die mit Blick auf das Viertelfinale chancenlose Mannschaft aus Äquatorial-Guinea braucht der Südamerikameister nur noch einen Punkt, um sicher Gruppensieger zu werden.

Norwegen muss "Matildas" schlagen

Dagegen kommt es am kommenden Mittwoch zwischen Norwegen und Australien zu einem "Gruppenendspiel" um den Einzug ins Viertelfinale.

Beide Teams liegen mit drei Zählern punktgleich hinter den Brasilianerinnen, allerdings reicht Australien aufgrund der besseren Tordifferenz bereits ein Unentschieden zur Qualifikation.

Vor 26.067 Zuschauer in der ausverkauften Wolfsburger WM-Arena spielten sowohl die Brasilianerinnen, die erneut mit Daiane auf der Liberoposition begannen, als auch die Norwegerinnen, bei denen die Wolfsburgerin Leni Larsen Kaurin von Beginn an in der Startformation stand, mutig nach vorne.

Erster Torschuss nach 31 Sekunden

Bereits nach 31 Sekunden schoss Rosana das erste Mal auf das norwegische Tor.

Auf dem schwierig zu bespielenden Rasen verflachte das Spiel danach allerdings zusehends.

Die erste hochkarätige Möglichkeit vergab Madeleine Giske, deren zu unplatzierter Schuss aber in den Händen von Andreia landete (18.).

Der umstrittene Treffer brachte die Brasilianerinnen dann allerdings in Führung. Marta gewann ein Laufduell gegen die norwegische Verteidigerin Nora Holstad Berge nur mit unfairen Mitteln und vollendete danach ihr Solo aus kurzer Distanz zum 1:0.

Erst Tor - dann Pfiffe

Allerdings quittierte das Publikum daraufhin sowohl das Tor als auch die weiteren Aktionen der zuvor gefeierten Marta mit Pfiffen - und feuerte im Anschluss größtenteils die Skandinavierinnen an.

Nach der Halbzeit zeigten die Brasilianerinnen dann mit einem Doppelschlag ihre ganze Klasse. Nach einem schönen Solo von Marta und perfekter Vorarbeit musste Rosana aus kurzer Distanz nur noch vollenden.

Marta stellt den Endstand her

Während die Norwegerinnen noch dem 0:2 hinterher trauerten, besorgte Marta nach einiger Konfusion um norwegischen Strafraum selbst das 3:0.

In der Folge fanden die weiterhin vom Publikum unterstützten Norwegerinnen nicht mehr zu ihrem Spiel, während Brasilien die Begegnung kontrollierte.

Marta vergab in der 68. Minute sogar noch eine Großchance zu ihrem dritten Tor, als sie einen Konter zu spät abschloss.

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