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Kleiton Lima ist seit März 2009 Trainer der brasilianischen Nationalmannschaft © getty

Brasilien peilt den Gruppensieg an - die US-Trainerin muss gegen ihr Heimatland ran. Eine Deutsche soll den Schiri-Ruf retten.

München - In seiner Mannschaft wird gezaubert, es wimmelt von filigranen Technikerinnen - allen voran die fünfmalige Weltfußballerin Marta. Doch Brasiliens Trainer Kleiton Lima ist die Artistik seiner Spielerinnen nicht wirklich geheuer.

Bei der WM lässt er den Titelanwärter mit Libero auflaufen, Otto Rehhagel lässt grüßen (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

Mit der Steinzeittaktik ist Lima noch nicht einmal alleine: Auch Brasiliens nächster Gegner Äquatorial-Guinea setzt am Mittwoch in Frankfurt/Main (ab 18 Uhr im LIVE-TICKER) wieder auf die freie Frau.

"Die Sache ist ganz einfach: Ich habe kaum gute Abwehrspielerinnen, dafür aber viele gute Kräfte im Mittelfeld zur Verfügung", erklärte Lima. "Solange es erfolgreich ist, sehe ich auch keinen Grund, etwas an unserem System ändern zu müssen."

Noch ein Punkt zum Gruppensieg

Nach zwei Siegen fehlt der Selecao noch ein Punkt zum sicheren Gruppensieg.

Gegen den Afrikameister von 2008 wollen sich die Brasilianerinnen, die ihren ersten großen Titel anstreben, aber dennoch keine Blöße geben.

"Wir müssen weiter hart arbeiten und sicherstellen, dass wir unsere Rivalen ausschalten können", sagte Mitteldfeldspielerin Formiga.

Äquatorial-Guinea nahm sportlich nur eine Nebenrolle ein und ist nach zwei Niederlagen gescheitert.

Zweiter Einsatz für Steinhaus

[kaltura id="0_oq81biz4" class="full_size" title=" Hoffen auf besseren Fu ball "]

Wegen der nicht geahndeten Handball-Einlage von Bruna bleibt der Auftritt der Afrikanerinnen aber sicher im Gedächtnis.

Bei ihrem zweiten Einsatz hat die deutsche Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus in diesem Spiel die Gelegenheit, den zum Teil ruinierten Ruf der WM-Referees zu retten (423460DIASHOW: Die Fans der WM).

Norwegen will Weiterkommen sichern

Im zeitgleichen Spiel der Gruppe D will sich Norwegen in Leverkusen mit Offensivfußball einen Sieg über Australien und damit auch einen Platz im Viertelfinale sichern.

Der Asienmeister hat wie der Weltmeister von 1995 drei Punkte auf dem Konto, weist aber das bessere Torverhältnis auf.

"Wir müssen unser Angriffsspiel verbessern, dann können wir die Australierinnen besiegen", sagte Norwegens Trainerin Eli Landsem. "Wir werden gut vorbereitet in das Spiel gehen, und wir glauben fest daran, dass wir uns für das Viertelfinale qualifizieren können."

Auch Leni Larsen Kaurin vom Bundesligisten VfL Wolfsburg zeigte sich selbstbewusst: "Unsere Chancen sind sehr gut."

Australien reicht Unentschieden

Dabei hat die Mannschaft aus Skandinavien bei der WM-Endrunde bislang nicht überzeugt: Dem 1:0-Auftaktsieg gegen Äquatorial-Guinea folgte eine 0:3-Pleite gegen Brasilien (Bericht).

Während Norwegen unbedingt einen Sieg benötigt, reicht den "Matildas" aus Australien ein Unentschieden, um zum zweiten Mal nach 2007 ein WM-Viertelfinale zu erreichen.

Die Auswahl des schottischen Trainers Tom Sermanni darf sich nach ihren couragierten Auftritten gegen Brasilien (0:1) und Äquatorial-Guinea (3:2) durchaus Hoffnungen machen.

Schweden mit Handicap

Schweden will sich in Wolfsburg mit einem Überraschungssieg gegen den zweimaligen Weltmeister USA (ab 20.45 Uhr im LIVE-TICKER) den Sieg in Gruppe C sichern und damit vermutlich Brasilien im Viertelfinale aus dem Weg gehen.

Trotz der zum Teil überragenden Auftritte der US-Girls glauben die Skandinavierinnen an ihre Chance, obwohl sie mit einem großen Handicap in die Partie gehen. Spielführerin Caroline Seger muss wegen einer Gelbsperre aussetzen.

"Caroline ist unsere Spielführerin. Natürlich wird sie uns fehlen. Sie ist eine starke und einflussreiche Spielerin," sagte Schwedens zweimalige Fußballerin des Jahres, Therese Sjögran (SERVICE: Der Tabellenrechner).

Für Seger wird wohl Nilla Fischer ins Team rücken.

US-Trainerin setzt auf Wambach

"Es wird ein hartes Spiel, aber ich denke, wir werden ein gutes Ergebnis erzielen", sagte Sjögran, die in Amerika für die Sky Blues spielt. Allerdings blieben die Schwedinnen bei ihren beiden Siegen hinter den Erwartungen zurück.

Ebensowie wie US-Starstürmerin Abby Wambach, was der schwedischen US-Trainerin Pia Sundhage aber keine Sorgenfalten bereitet. "Früher oder später wird sie ein Tor schießen", sagte Sundhage, einen Sieg gegen ihr Heimatland im Visier hat.

Abschied von Nordkorea und Kolumbien

Mit Blitzschlag-Theorien und Dopingvorwürfen haben Nordkorea und Kolumbien eher abseits des Spielfeldes für Aufsehen gesorgt.

Beide Teams sind noch ohne Torerfolg und vor dem abschließenden Gruppenspiel am Mittwoch in Bochum (ab 20.45 Uhr im LIVE-TICKER) ohne Viertelfinalchance.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Australien: Williams - Colthorpe, Uzunlar, Carroll, Kellond-Knight - Van Egmond, McCallum, Shipard, Garriock - De Vanna, Khamis. Norwegen: Hjelmseth - Lund, Mjelde, Holstad Berge, Knutsen Mienna - Rönning, Stensland - Haavi, Giske, Larsen Kaurin - Herlovsen.

Äquatorial-Guinea: Miriam - Bruna, Carolina, Dulcia - Ana Cristina, Jumaria - Vania, Dorine - Diala, Anonma - Chinasa. Brasilien: Andreia - Aline, Daiane, Erika - Formiga, Ester - Fabiana, Maurine - Cristiane, Rosana, Marta.

Schweden: Lindahl - Svensson, Larsson, Rohlin, Thunebro - Dahlkvist, Fischer - Forsberg, Sjögran - Schelin, Landström. USA: Solo - Krieger, Rampone, Buehler, LePeilbet - Lloyd, Lindsey - O'Reilly, Cheney - Wambach, Rapinoe.

Nordkorea: Hong Myong Hui - Song Jong Sun, Ri Un Hyang, Jong Pok Sim, Ho Un Byol - Kim Su Gyong, Jo Yun Mi, Jon Myong Hwa, Ri Ye Gyong - Ra Un Sim, Yun Hyon Hi. Kolumbien: Sepulveda - Arias, Peduzine, Gaitan, Montano - Dominguez - Ospina, Rodallega - Salazar - Castro, Usme.

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