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Birgit Prinz steht erstmals seit 28 Monaten nicht in der Startelf © getty

Frankreich tönt vorm Gruppenfinale gegen die DFB-Frauen. Behringer und Prinz bleiben wohl draußen.SPORT1 hat die Fakten.

Vom Frauen-Nationalteam berichtet Mathias Frohnapfel

Mönchengladbach - An Selbstvertrauen mangelt es Frankreichs Fußballerinnen nicht.

Berangere Sapowicz bekannte vor der Partie gegen Deutschland (ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) , dass sie keine deutsche Spielerin kenne.

Dass sie bei der Heim-WM gegen den amtierenden Welt- und Europameister antritt, hat sich zu Frankreichs Torfrau wohl nicht rumgesprochen. (426448DIASHOW: Frankreich im Porträt)

Und ihr Trainer Bruno Bini tönte lautstark nach dem 4:0-Sieg über Kanada: "Erlauben Sie mir die Bemerkung, dass mir das Spiel der französischen Mannschaft bislang sehr gut gefallen hat."

Nur ein Sieg bringt Platz 1

Die DFB-Frauen kämpfen in Mönchengladbach daher nicht nur um den Gruppensieg und den vermeintlich leichteren Weg durchs WM-Turnier, sondern nach zwei wenig glanzvollen Auftritten auch um ihre Reputation.

Der Weltranglisten-Siebte steht dank der besseren Tordifferenz aktuell vor der Truppe von Silvia Neid, ein Sieg muss also her.

Dabei tritt Deutschland gegen ein Team an, in dessen Kader sich zehn Spielerinnen des Champions-League-Siegers Olympique Lyon befinden.

"Haben uns durchgebissen"

"Meine Spielerinnen sind locker und relaxt", sagt Neid, die unbedingt den nächsten Dreier holen will. "Wir haben sechs Punkte geholt und wir haben uns gegen Nigeria gewehrt und durchgebissen", zieht sie Mut aus dem Hauen-Stechen von vor vier Tagen (424634DIASHOW: Die Einzelkritik gegen Nigeria)..

Allerdings muss die Bundestrainerin auf Melanie Behringer verzichten, die zwar am Montagabend am Abschlusstraining teilnahm, nach ihrer Außenbanddehnung aber noch über Schmerzen klagt.

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Für sie spielt Lira Bajramaj, die zuletzt in der Krise steckte, von Beginn an. Im Sturm verzichtet Neid auf die schwächelnde Spielführerin Birgit Prinz und gibt Inka Grings eine Chance.

Damit führt die Rekordnationalspielerin die deutsche Elf erstmals seit 28 Monaten nicht als Kapitän aufs Feld.

Insgesamt ändert die Bundestrainerin das Team im Vergleich zum Nigeria-Spiel auf vier Positionen. Denn im defensiven Mittelfeld ersetzt Lena Gößling die gelbbelastete Kim Kulig. Und auf rechts verteidigt die Potsdamerin Bianca Schmidt für die angeschlagene Linda Bresonik.

SPORT1 hat die weiteren Fakten zum Endspiel in Gruppe A:

Spielerinnen im Fokus:

Nadine Angerer: Womöglich bekommt die Torfrau so viele Arbeit wie in den beiden WM-Spielen zusammen. "Frankreich hat 4:0 gegen Kanada gewonnen. Die Französinnen liegen uns aber, auch sie wollen Kombinationsspiel", sagt Angerer, die "ein hart umkämpftes Spiel" erwartet.

Die Keeperin freut sich auf das Duell und man darf gespannt sein, was sie nach der Partie twittert. Ihr Ziel ist übrigens, bis zum WM-Ende 1000 Twitter-Jünger hinter sich zu versammeln.

Laura Georges: Die französische Abwehrchefin von Olympique Lyon absolviert gegen Deutschland ihr 101. Länderspiel. "Ich glaube, es wird eine große Herausforderung. Deutschland hat eine sehr komplette Mannschaft, nicht nur eine gute Offensive", sagte Georges auf SPORT1-Nachfrage.

Wie Angerer erwartet sie ein offenes Spiel, weshalb sie warnt: "Wir müssen viel verteidigen."

Gelbsperren drohen:

Die drei Stammspielerinnen Annike Krahn, Simone Laudehr und Kim Kulig sind mit einer Gelben Karte vorbelastet. Eine weitere Verwarnung und die jeweilige Spielerin müsste im Viertelfinale zuschauen. Erst nach dem Viertelfinale werden die Gelb-Hypotheken von der FIFA gelöscht.

[kaltura id="0_oq81biz4" class="full_size" title="Hoffen auf besseren Fu ball"]

Die Bilanz aus deutscher Sicht:

Bei einem internationalen Turnier hat Deutschland noch kein Spiel gegen Frankreich verloren. Die Bilanz ist gleichfalls mit sieben Siegen und zwei Niederlagen positiv. Beim bisher letzten Aufeinandertreffen setzten sich die Deutschen auf dem Weg zum EM-Triumph 2009 5:1 durch (BERICHT: Alexandra Popp im SPORT1-Interview).

Das sagen die Trainer:

Silvia Neid (Deutschland): "Es wird sehr schwer. Die Französinnen sind technisch versiert und sehr gut im Zweikampf. Aber keine Mannschaft mag es, wenn man beim Anspiel, direkt da ist und das Tempo rausnimmt. Unser Ziel ist nicht, Frankreich niederzumachen, sondern ein gutes Spiel zu machen."

Bruno Bini (Frankreich): "Jetzt gehört Frankreich auf einmal zu den WM-Favoriten, vorher hieß es immer wir sind Außenseiter. Es wäre nicht schlimm, wenn wir nicht gewinnen. Unser Ziel ist es das Viertelfinale zu gewinnen, gegen Deutschland wollen wir aber ein großartiges Spiel zu machen."

Voraussichtliche Aufstellungen:

Deutschland: Angerer - Schmidt, Krahn, Bartusiak, Peter - Laudehr, Gößling- Garefrekes, Okoyino da Mbabi, Bajramaj- Grings.Frankreich: Sapowicz - Lepailleur, Georges, Viguier, Bompastor - Soubeyrand, Bussaglia - Abily, Necib, Thiney - Delie.

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