vergrößernverkleinern
Australien zieht wie schon 2007 ins Viertelfinale der Weltmeisterschaft ein © getty

Australien schlägt Norwegen und zieht statt der Skandinavierinnen ins WM-Viertelfinale ein. Simon ist die Matchwinnerin.

Von der Frauen-WM berichtet Andreas Messmer

Leverkusen - Die Auswahl Australiens hat bei der Frauen-WM für eine dicke Überraschung zum Abschluss der Gruppenphase gesorgt.

Mit 2:1 (0:0) bezwangen die australischen ?Matildas? den Mitfavoriten aus Norwegen und sicherten sich damit den zweiten Platz in der Gruppe D hinter Brasilien (DATENCENTER: Der WM-Spielplan) .

Die Führung für Norwegen erzielte Elise Thorsnes in der 56. Minute. Kyah Simon drehte die Partie per Doppelpack zugunsten Australiens (57., 87.).

"Für diese Mannschaft wird der Einzug ins Viertelfinale langsam zu einer schönen Gewohnheit", freute sich die Doppeltorschützin.

Bereits 2007 hatten die "Aussies" das Viertelfinale erreicht. Australien trifft am kommenden Sonntag in Augsburg auf Schweden, das sich durch einen 2:1-Erfolg gegen die USA den Sieg in Gruppe C sicherte.

Australiens Coach Tom Sermanni blickt dem Duell mit Humor entgegen. "Drei, vier Rote Karten für den Gegner und es wird schon reichen", flachste der Trainer.

Schwacher Beginn

Die 18.474 Zuschauer in der Leverkusener WM-Arena sahen eine zerfahrene Anfangsphase, wobei die Australierinnen noch den etwas besseren Start erwischten. Die amtierenden Asienmeisterinnen kombinierten einen Tick flüssiger und suchten gezielter den Weg über die Flügel.

Die erste gute Möglichkeit der Begegnung hatten aber die Norwegerinnen in der 15. Minute. Nach einem hohen Ball verschätzten sich nacheinander Servet Uzunlar und Kim Carroll beim Kopfball. Cecilie Pedersen reagierte blitzschnell, jagte den Ball aber aus rund acht Metern knapp über die Querlatte.

Privatduell zwischen Thorsnes und Barbieri

Die Norwegerinnen fanden nun besser in die Partie und erspielten sich eine Reihe ordentlicher Möglichkeiten. Mit bangen Blicken beobachtete die norwegische Trainerin Eli Landsem in der 28. Minute, wie sich Keeperin Ingrid Hjelmseth am Sprunggelenk behandeln ließ. Wenige Minuten später gab die 31-Jährige Torfrau aber Entwarnung.

In dieser Phase stand ohnehin ihr Gegenüber im Blickpunkt. In der 33. Minute visierte Norwegens Thorsnes aus 18 Metern die linke untere Ecke an, doch Melissa Barbieri im australischen Tor parierte sicher.

Nur vier Minuten später probierte es Thorsnes per Flachschuss, doch Barbieri war erneut zur Stelle. In der 41. Minute dann Thorsnes zum Dritten: Die Norwegerin knallte den Ball aus 22 Metern volley aufs Tor, wieder stand Barbieri richtig.

Norwegen wechselt Keeperin

In der 40. Minute probierte es Lisa De Vanna auf der Gegenseite in zentraler Position aus 17 Metern - zu unplatziert, Hjelmseth hielt problemlos. Mit 0:0 gingen die Teams in die Pause Norwegen kam mit frischen Kräften aus der Kabine.

Erika Sarbo ersetzte die angeschlagene Hjelmseth im Tor, Kristine Wigdahl Hegland kam für Emilie Haavi im rechten Mittelfeld.

Pannenduo Barbieri und Uzunlar

In der 56. brachte Australiens Keeperin Barbieri erstmals Aufregung in die Partie - allerdings ungewollt. Nach einem langen Ball an die Strafraumgrenze wagte sich die Torfrau nicht schnell genug aus ihrem Gehäuse und Mitspielerin Uzunlar preschte ebenfalls zu zögerlich zum Ball.

Thorsnes sagte danke, spitzelte den Ball an der Sechzehner-Grenze weg und versenkte ihn im verlassenen Tor. Doch die australische Antwort der folgte prompt: De Vanna narrte nur eine Minute später Trine Ronning auf links, passte flach an den Elferpunkt und Simon schob die Kugel flach rechts unten in die Maschen (57.).

"Der Knackpunkt in dieser Partie war, dass uns gleich nach dem Gegentreffer selbst ein Tor gelungen ist", analysierte Sermanni später. "Nach diesem kritischen Augenblick sind wir direkt zurückgekommen."

Ronning trifft Aluminium

Nach den zwei aufregenden Minuten verflachte die Partie vorübergehend. Brenzlig wurde es erst wieder in der 70. Minute, als Simon aus 15 Metern rechts vorbei schoss. In der 84. Minute dann Norwegen im Pech: Ronning trat zum Freistoß an und zirkelte den Ball aus 17 Metern rechts oben an den Pfosten.

Nur eine Minute später sorgte Simon auf der Gegenseite für den Siegtreffer. Carroll flankte präzise von rechts an den Fünfer und Simon nickte die Kugel in die Maschen (87.).

Norwegen verpasst Olympia-Qualifikation

Während sich die Australierinnen von den Fans auf der Tribüne feiern ließen, saßen die Norwegerinnen noch Minuten nach Abpfiff mit hängenden Köpfen am Mittelkreis. Durch das frühe Aus hat Norwegen zugleich die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2012 verpasst, denn die WM-Platzierung ist bei der Vergabe der europäischen Tickets entscheidend. "Die Enttäuschung ist unglaublich groß", sagte Norwegens Trainerin Landsem: "Wir hatten gehofft, dass wir sehr viel weiter kommen würden."

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel