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DB Schülerreporterin Theresa Lambrich im Gespräch mit Torschützin Rosana © getty

DB Schülerreporterin Theresa Lambrich beobachtete erst nach der Australien-Partie den gewohnten Esprit der Brasilianerinnen.

Von DB Schülerreporterin Theresa Lambrich

Mönchengladbach - Plötzlich wird es laut in der Mixed Zone, dem Bereich, in dem Spielerinnen und Journalisten nach dem Spiel miteinander sprechen. Trommeln und laute Gesänge erklingen. Kurz darauf stürmt das brasilianische Nationalteam tanzend den Raum.

Mitten unter ihnen, die Triangel schlagend und lauthals mitsingend, Marta, der Star der "Canarinhas". Die Südamerikanerinnen feiern ihren kurz zuvor errungenen Sieg im Vorrundenspiel gegen Australien.

Die Darbietung steht im krassen Kontrast zum laschen Kick zuvor - da fehlte vom gewohnten brasilianischen Ballzauber jede Spur.

Ans andere Ende der Welt für die Matildas

Denn die Australierinnen machten es dem südamerikanischen Favoriten alles andere als einfach. Die Außenseiter überraschten die Samba-Girls mit gezielten Angriffen und boten 90 Minuten lang tapfer die Stirn.

Damit belohnten sie auch ihre Fans, die die 14.000 Kilometer lange Anreise auf sich genommen hatten. Schon Stunden vor dem Spiel waren grün und gelb die dominierenden Farben in den Zügen nach Mönchengladbach.

Brasilien ist mehr als Marta

Die gesamte Partie über trieben die Aussie-Fans ihr Team an. Dieses belohnte sie dafür mit einer leidenschaftlichen Leistung. Selbst die brasilianische Top-Spielerin Marta hielten sie gut im Zaum. Nicht einen Schuss aufs Tor verzeichnete sie.

Der Superstar sah die ganze Sache entspannt und stand im Reporterpulk gelassen Rede und Antwort. "Ich habe zwar nicht getroffen, aber ich bin froh, meinen Teil zum Sieg beigetragen zu haben", stellte die Brasilianerin fest. Außerdem war ihr wichtig, dass auch die Leistungen ihrer Mitspielerinnen beachtet werden.

"Es ist sehr schön, dass mir so viel Anerkennung geschenkt wird", sagt die 25-Jährige, "aber ich wünsche mir, dass dadurch auch meine zehn Teamkolleginnen mehr Aufmerksamkeit bekommen und glänzen können."

Rosana steht Rede und Antwort ? auf Deutsch!

Glänzen konnte an diesem Tag eine ganz bestimmt: Rosana erzielte das Tor des Tages, die FIFA kürte sie anschließend zur Spielerin des Spiels. Ein Grund zum Abheben? Keineswegs: Nach der Partie genoss sie die Aufmerksamkeit, nahm sich viel Zeit für die Gespräche mit den Reportern.

Einige Fragen beantwortete sie sogar auf Deutsch. "Ich kann ein bisschen Deutsch, weil ich einige Zeit in Österreich gespielt habe", sagte sie.

Ob sie denn schon von einem Finale gegen die deutsche Elf träume? "Im Moment denke ich nur an das Spiel gegen Norwegen. Das wird der nächste schwere Gegner." Immerhin sei es schon gegen Australien alles andere als leicht gewesen. Es zeugt vom Sportsgeist, der bei diesem Turnier herrscht, wie respektvoll die Stars vom Zuckerhut über ihre Gegnerinnen sprachen.

Verlierer aus Down Under obenauf

Die Frauen aus Down Under zeigten sich ihrerseits als gute Verlierer und beglückwünschten das brasilianische Team zum Sieg. Als die Gegnerinnen in die Mixed Zone eintanzten, applaudierte die australische Kapitänin Melissa Barbieri sogar.

Als Verlierer mussten sich Barbieri und ihre Mitspielerinnen nach ihrem starken Auftritt nicht fühlen. Die australischen ?Matildas? verließen anschließend mit gehobenem Kopf das Stadion - und der Gewissheit, dass bei diesem Turnier keine Mannschaft unschlagbar ist.

Weitere Informationen findet Ihr unter www.db-schuelerreporter.de.

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