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Kerstin Garefrekes (l.) traf gegen die Nationalelf Frankreich zur 1:0-Führung © getty

Die DFB-Elf schlägt in einem packenden Spiel Frankreich und zieht als Gruppenerster ins Viertelfinale ein. Grings trifft doppelt.

Von der Frauen-WM berichten Andreas Messmer und Mathias Frohnapfel

Mönchengladbach - Die deutsche Nationalelf ist bei der WM der Frauen als Gruppensieger ins Viertelfinale eingezogen. Mit 4:2 (2:0) bezwang das Team von Trainerin Silvia Neid die Auswahl Frankreichs und präsentiert sich deutlich verbessert im Vergleich zu den vorangegangenen Gruppenspielen.

Kerstin Garefrekes (25.), Inka Grings per Doppelpack (32., 68. FE) und Celia Okoyino da Mbabi trafen für Deutschland.

Marie Laure-Delie (56.) und Laura Georges (72.) erzielten die Treffer für Frankreich.

Im Viertelfinale kommt es nun zum Duell mit Japan, das im abschließenden Spiel der Gruppe B gegen England 0:2 unterlag.

Nach zuvor wenig glanzvollen Auftritten versprühte das deutsche Team gegen Frankreich in der Offensive wieder altgewohnte Spielfreude, zeigte sich nach Standardsituationen aber besorgniserregend anfällig.

Mentales Problem bei Prinz?

Vor 45.867 Zuschauern im ausverkauften Stadion im Borrussia Park begann das deutsche Team engagiert, suchte vom Anpfiff den Weg nach vorne. Allerdings war der Mannschaft auch die Nervosität im "Endspiel" um den Gruppensieg anzumerken.

Bundestrainerin Neid hatte Mut bewiesen und ihr Team gleich auf vier Positionen umgestellt. Im Sturm begann Inka Grings anstatt der zuletzt formschwachen Birgit Prinz.

Erstmals seit knapp 28 Monaten führte damit nicht Prinz das Team als Kapitänin aufs Feld, Kerstin Garefrekes trug die Spielführerbinde.

"Birgit wusste seit Samstag, dass sie nicht spielen würde", erklärte Neid: "Ich habe sie gefragt, ob sie mental in der Lage wäre, von Anfang an zu spielen. Sie sagte: 'Nein'".

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Besondere Kulisse für Bajramaj

Außerdem lief Fatmire Bajramaj anstatt der angeschlagenen Melanie Behringer (Bänderdehnung) im linken Mittelfeld auf. Für Bajramaj war es ein Spiel vor besonderer Kulisse: Sieben Jahre lang war sie in der Jugend für den FSC Mönchengladbach aktiv.

Bianca Schmidt ersetzte Linda Bresonik (Magen-Darm-Probleme) rechts in der Viererkette. Und Lena Goeßling spielte im defensiven Mittelfeld an Stelle von Kim Kulig, die nur auf der Bank saß.

Erster Aufreger nach 13 Minuten

Nach 13 Minuten wurde es zum ersten Mal laut im Stadion: Kerstin Garefrekes tauchte freistehend links am Fünfmeterraum auf, doch die Linienrichterin hatte zuvor eine Abseitsposition erkannt. Die Franzosen hatten besonders in der Anfangsphase Mühe mit den zielstrebigen Angriffen der deutschen über die Außenbahnen.

In der 25. Minute sorgte Garefrekes für anhaltenden Jubel auf den Rängen: Babett Peter schlug eine Freistoßflanke aus dem linken Halbfeld druckvoll rechts in den Strafraum. Garefrekes stahl sich gegen Wendie Renard davon und köpfte den Ball aus fünfeinhalb Meter Torentfernung ins lange Eck - ihr zweiter Treffer im Turnier.

Erster Turniertreffer von Grings

In der 31. Minute kamen die Französinnen nach einer Standardsituation zu ihrer ersten guten Möglichkeit. Sandrine Soubeyrand zirkelte den Ball aus rund 25 Metern mit Effet aufs Tor, doch Nadine Angerer faustete den Ball zur Ecke.

Nur eine Minute später schlug das deutsche Team erneut zu. Simone Laudehr flankte präzise von der linken Seite vors Tor. Inka Grings nutzte ein Abstimmungsproblem zwischen Renard und Georges und köpfte den Ball aus sieben Metern druckvoll über Keeperin Sapowicz in die Maschen. Mit der verdienten 2:0-Führung ging es in die Pause. (426770DIASHOW: Die Bilder des Spiels).

Rot für Sapowicz

Die eingewechselte Marie Laure-Delie sorgte kurz nach dem Seitenwechsel wieder für Spannung. Nach einer Ecke von der rechten Seite schraubte sie sich am Fünfmeterraum am höchsten und köpfte den Ball an Angerer vorbei in die Maschen.

Die Französinnen gaben nun den Ton an. Ausgerechnet in ihrer stärksten Phase dann der nächste Treffer für Deutschland.

Bajramaj brach über links durch, die französische Keeperin Sapowicz konnte sie nur noch per Foul stoppen. Die finnische Schiedsrichterin zückte überraschend glatt Rot. Grings verwandelte den anschließenden Strafstoß sicher gegen die eingewechselte Celine Deville.

Packende Schlussphase

Die Entscheidung? Keineswegs! Trotz Unterzahl spielte Frankreich weiter tapfer nach vorne - und belohnte sich in der 72. Minute selbst.

Diesmal war es Laura Georges, die nach einer Ecke von rechts einen Stellungsfehler der deutschen Abwehr ausnutzte und zum 2:3 einköpfte.

In der Schlussphase setzte Frankreich alles auf eine Karte, wodurch sich Kontermöglichkeiten für Deutschland ergaben. Doch Grings (76.) und Bajramaj (77.) ließen beste Chancen ungenutzt.

Erst Celia Okoyino da Mbabi sorgte kurz vor Schluss nach einer Kopfballablage von Grings mit einem satten Schuss ins lange Eck für die Entscheidung (89.).

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