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Spielführerin Homare Sawa gab mit 15 Jahren ihr Debüt im Nationalteam © getty

Die Niederlage gegen England hat Japan schnell verdaut. Mit Leidenschaft und Insider-Tipps soll Deutschland gestürzt werden.

Augsburg - Klein, schmächtig und eine große Klappe: "Ich habe keine Angst vor den Deutschen", tönt Yuki Nagasato von Turbine Potsdam, "es ist kein Problem, dass wir körperlich schwächer sind."

Mit ihren 1,68 Metern Körperlänge hat die japanische Nationalspielerin vor dem Duell mit Gastgeber Deutschland gut reden (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

Sie gehört sozusagen zu den Ausgewachsenen im "Zwergenteam" der Frauenfußball-WM.

Einzig Verteidigerin Saki Kumagai, die kommende Saison für den 1. FFC Frankfurt in der Bundesliga spielen wird, überragt die Marke von 1,70 Meter.

"Meistens liegen danach die Japanerinnen am Boden"

Zum Vergleich: Im DFB-Team ist nur Stürmerin Martina Müller kleiner als Nagasato.

Ein Nachteil Japans für das Viertelfinale am Samstag? "Körperkontakt ist gegen europäische Mannschaften immer ein Problem. Es sind dann meistens Japanerinnen, die danach am Boden liegen", sagt Norio Sasaki, Nationaltrainer der "Nadeshiko" (Prachtnelke).

In Zweikampfhärte unterlegen

Es kommt also doch auf die Größe an. Wie schon zum Abschluss der Vorrunde gegen England (BERICHT: England verdrängt Japan von Platz eins).

Japans Kickerinnen waren den kräftigen Engländerinnen in puncto Zweikampfhärte eindeutig unterlegen.

Wie soll das erst gegen die 179 Zentimeter geballte Kopfballwucht einer Kerstin Garefrekes aussehen?

"Egal, wir können es uns ja nicht aussuchen", sagt Sasaki, "wir sind trotzdem in der Lage, den nächsten Schritt zu gehen und auch zu bestehen."

Finale als Ziel des Geheimfavoriten

Den nächsten Schritt hin zum WM-Titel, meint er selbstverständlich. "Wir wollen immer noch ins Finale!", gibt Sasaki auch nach der Pleite gegen England das Endspiel in Frankfurt als Ziel aus.

Forsche Töne trotz magerer WM-Bilanz. Denn Japan steht erst zum zweiten Mal nach 1995 im Viertelfinale.

Die Zeiten, in denen japanische Trainer ob solcher Aussagen von der Konkurrenz belächelt wurden, sind aber längst vorbei.

Der Drittplatzierte bei der Asienmeisterschaft im vergangenen Jahr gilt als Geheimfavorit. "Japan spielt den technisch besten Fußball", sagt beispielsweise Englands Trainerin Hope Powell.

Mit Insider-Tipps gegen Deutschland

Das Manko der fehlenden physischen Stärke gleichen die Japanerinnen mit kreativem und lauffreudigem Offensivspiel aus.

So erzielten sie in den ersten beiden Turnierspielen gegen Neuseeland und Mexiko sechs Tore, allein die Hälfte davon ging auf das Konto von Kapitänin Homare Sawa.

"Bis zum Tode kämpfen" wolle man laut Sasaki, der gegen Topfavorit Deutschland noch einen weiteren Trumpf in der Hinterhand hält.

Denn Bundesliga-Kennerin Nagasako verspricht Insider-Tipps. "Ich kann sicher helfen, weil ich alle deutschen Spielerinnen kenne.

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