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Marta (M.) wurde bereits fünf Mal zur Weltfußballerin des Jahres gewählt © getty

Gegen Äquatorial-Guinea wird die Weltfußballerin von Gegenspielerin Bruna entnervt. Für das Team ist die Stürmerin unentbehrlich.

Frankfurt/Main - Marta kochte innerlich vor Wut.

Doch die fünfmalige Weltfußballerin riss sich in den Katakomben des Frankfurter WM-Stadions nach der beruhigenden Dusche zusammen und schlug mit ihrer Triangel ganz leise Töne an.

"Ich muss auf dem Boden bleiben, um gut spielen zu können. Und ich darf mich auch nicht vom Gegner irritieren lassen", sagte die 25-Jährige.

"Ich muss mich nur auf mein Spiel konzentrieren, denn ich will unbedingt erstmals Weltmeisterin werden", ergänzte die fünfmalige Weltfußballerin, die nach dem 3:0 (0:0) gegen Äquatorial-Guinea (News) kurz davor war, an die Decke zu gehen.

Bruna selbst bei Trainer-Gespräch im Nacken

Denn Marta litt gegen die Afrikanerinnen unter massivem "Verfolgungswahn".

93 Minuten lang stand ihr Gegenspielerin Bruna auf den Füßen, sogar als Marta am Spielfeldrand eine Anweisung ihres Trainers Kleiton Lima entgegennehmen wollte, wurde sie von der Afrikanerin verfolgt.

Hilfe von Steinhaus

Bereits zur Halbzeit nahm sich Marta deshalb die in einigen Szenen unsichere deutsche Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus zur Brust.

Die Brasilianerin forderte von der Polizeibeamtin besonderen Schutz.

"Das war schier unglaublich. Marta musste einiges ertragen. Ich wollte ihr nur eine taktische Anweisung geben, aber das ging nicht, Bruna stand direkt hinter ihr", sagte auch Lima, dem zunehmend bewusst wird, dass das Spiel der Südamerikanerinnen nur dann funktioniert, wenn Marta ihre ganze Stärke ausspielen kann.

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"Die beste Spielerin der Welt"

Das gelang gegen Äquatorial-Guinea nur in zwei Szenen, die waren allerdings spielentscheidend.

Nach dem 1:0 durch Erika (49.) bereitete Marta das 2:0 durch Cristiane (54.) mustergültig vor. Kurz vor Schluss (90.+3) holte sie gegen Bruna zudem den Elfmeter heraus, den erneut Cristiane verwandelte.

"Marta ist die beste Spielerin der Welt. Und sie hat gelernt, wie man mit schwierigen Momenten umgeht. Schließlich hat sie dreimal in einem Finale gestanden, und dreimal verloren. Deshalb will sie nun unbedingt den Titel", sagte Lima.

Leistungssteigerung gegen USA nötig

Dafür muss die vermeintlich beste Spielerin der Welt im Viertelfinale gegen die USA am kommenden Sonntag in Dresden allerdings einen Gala-Tag erwischen.

Denn Olympiasieger USA gilt trotz der 1:2-Niederlage gegen Schweden (Bericht) als die weitaus homogenere Mannschaft.

Marta, Cristiane, Erika - dann nicht mehr viel

Brasilien hat dagegen nur Marta, Cristiane und Erika - dann kommt nicht mehr viel. Und dass die Defensive bislang noch kein Gegentor hinnehmen musste, lag nicht an der Stärke der brasilianischen Drei-Frau-Verteidigung, sondern vielmehr an der Abschlussschwäche der Gegner.

"Es ist richtig, wir müssen uns mit Blick auf das Spiel gegen die USA deutlich steigern. Bislang waren wir als Team nicht homogen. Aber wir haben ja Marta", sagte Lima.

Es klang allerdings schon ein bisschen wie das Pfeifen im Walde.

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