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Angela Merkel verfolgte das Spiel Schweden gegen USA zusammen mit dem DFB-Team © getty

Die Kanzlerin wünscht vor Ort alles Gute und hat einen guten Tipp für das Team. Die Personalsituation entspannt sich.

Vom Frauen-Nationalteam berichtet Mathias Frohnapfel

Wolfsburg - Eines wollte Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht so recht einleuchten:

Dass die deutschen Nationalspielerinnen derzeit mit den Japanerinnen, den Gegnern im Viertelfinale (Sa., ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER), das gleiche Hotel teilen.

Aus Sicht von Deutschlands Regierungschefin wäre das wohl so, als ob sie den obersten Sozialdemokrat Frank-Walter Steinmeier schon zum Frühstück über den Weg laufen müsste.

Kein schöner Gedanke für Merkel.

Nadine Angerer erzählte von diesem Nachhaken der Bundeskanzlerin, die am Mittwochabend das Frauen-Nationalteam in ihrer Wolfsburger Luxusunterkunft besucht hatte.

"Es war sehr nett"

Danach ging es noch gemeinsamen Fußballschauen USA gegen Schweden.

"Wir haben mit der Kanzlerin nichts Politisches gesprochen", berichtete Deutschlands Keeperin, stattdessen sei es unter anderem um den Tagesablauf des Teams gegangen.

"Es war wie immer sehr nett mit der Kanzlerin", befand auch Co-Trainerin Ulrike Ballweg. "Wir waren sehr stolz, dass sie sich die Zeit genommen hat, uns zu besuchen."

Und dann verriet Ballweg noch, dass Merkel bei allem per klugen Fragen demonstrierten Sachverstand zu Hause doch ein wenig in ihrer Begeisterung blockiert sei.

Kanzerlin mit gutem Ratschlag

Merkels Mann, Joachim Sauer, sei nunmal kein Fußballfan. "Sie kann das leider daher nicht mit ihrem Mann teilen."

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Merkel, die sich auch schon das Eröffnungsspiel in Berlin angeschaut hatte, gab dem Team einen kleinen, aber nicht unwichtigen Tipp: "Wir sollen locker bleiben", gab Ballweg weiter.

Und aktuell scheinen die DFB-Frauen deutlich entspannter als zum WM-Auftakt.

Mit einem klaren 4:2 zeigten sie dem stärksten Gruppengegner Frankreich (Spielbericht), was Masse ist. Angetrieben statt gehemmt von der Kulisse klappte auch das Passspiel deutlich besser als zuvor.

Entspannung bei zwei Personalfragen

Zudem scheinen sich zwei knifflige Personalien langsam aufzulösen.

Lira Bajramaj spielte 90 Minuten gegen die Französinnen durch und baute mit einer engagierten, wenn auch keinesfalls herausragenden Leistung viel Druck ab. (426775DIASHOW: Die Einzelkritik)

[kaltura id="0_pd28oqij" class="full_size" title="Prinz dachte an R cktritt"]

Und in Sachen Birgit Prinz könnte die Pressekonferenz mit der Rekordnationalspielerin viel Aufregung aus der heiß diskutierten Personalie genommen haben. Die Spielführerin rechnet öffentlich nicht mit einem Platz in der Startelf und steht weiterhin loyal zur Linie von Silvia Neid (BERICHT: Prinz: beklagt mediale Hetzjagd)

Zugleich versprach sie der Bundestrainerin: "Ich habe das Gefühl, dass ich meine PS wieder auf die Straße bringe. Ich bin definitiv in der Lage, zu spielen."

Behringer und Bresonik wieder fit

Neid hat nun für das Viertelfinale gegen Japan die freie Auswahl, zumal Melanie Behringer und Linda Bresonik nach ihren auskurierten Beschwerden wieder fit sind.

Womöglich rückt Behringer, die laut Ballweg noch "Schmerzen im erträglichen Maß" plagen, wieder für Bajramaj in die Startelf.

Bresoniks Platz in der Viererkette scheint sicher genauso wie die Rückkehr von Kim Kulig auf die Doppelsechs.

Keine Rücksicht auf Gelb-Gefahr

Das Trainer-Team hatte die 21-Jährige gegen Frankreich geschont, damit die zupackende Blondine sich nicht die zweite Verwarnung im Turnier und eine Sperre einhandelte.

"Auf Gelbe Karten können wir keine Rücksicht mehr nehmen, wir werden also nicht taktieren", kündigte Ballweg an.

Das Team bereitete sich indes am Donnerstag auf die schwere Aufgabe gegen Japan vor und trainierte im "VfL-Stadion am Berliner Ring".

Japan mit "sehr guten Fußballerinnen"

Was auf die DFB-Frauen zukommt, weiß Ballweg. "Japan hat eine sehr gute Mannschaft. Es sind alles sehr gute Fußballerinnen von der Nummer 1 bis zur 21. Jede weiß, was die andere tut und sie wissen, wie sie sich im Raum bewegen."

Angerer charakterisierte die Asiatinnen indes so: "Sie spielen nicht so körperbetont wie unsere Gegner zuvor, wir dürfen sie aber nicht machen lassen, sonst spielen sie uns aus."

Auf dem Trainingsplatz und im Nobelhotel "Ritz Carlton" tüfteln die Trainerinnen bereits an ihren Strategien.

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