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Silvia Neid (M.) und das DFB-Team haben bisher alle drei WM-Spiele gewonnen © getty

Die DFB-Frauen gehen hochkonzentriert ins WM-Viertelfinale gegen Japan. Babett Peter will sich nicht blenden lassen.

Vom Frauen-Nationalteam berichtet Mathias Frohnapfel

Wolfsburg - Beim Eröffnungsspiel in Berlin mutete die letzte Übung im Abschlusstraining kurios an: Silvia Neid ließ Elfmeter trainieren.

Das behielt die Bundestrainerin bei, auch am Freitagabend in Wolfsburg endete in der Wolfsburger WM-Arena das Abschlusstraining mit einem kurzen Elfmeterschießen.

Und zum ersten Mal könnte es eine Vorbereitung auf den Ernstfall am folgenden Tag gewesen sein. Im Viertelfinale gegen Japan (ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER ) heißt es für Deutschland Hopp oder Topp.

Eine unkonzentrierte Leistung und die gerade gestartete Sommerparty wäre abrupt zu Ende.

"Wir wollen ins Halbfinale"

"Wir wollen ins Halbfinale kommen, deshalb werden wir auch keine Rücksicht auf Gelbe Karten nehmen", sagte Silvia Neid mit Nachdruck.

Die drei vorbelasteten Stammspielerinnen Simone Laudehr, Kim Kulig und Annike Krahn dürften somit auf jeden Fall im Team stehen.

Unklar ist nur die Position auf dem linken Flügel, auf der Lira Bajramaj eventuell die Nase vor der noch leicht angeschlagenen Melanie Behringer haben könnte. (WM-Kolumne: Schönrederei bringt bei Lira nichts).

"Kim wird spielen"

Kulig bekam von der Bundestrainerin ohnehin eine Einsatzgarantie.

"Kim wird spielen, sie war im Training fit, hatte viel Lust auf den Ball", sagte Neid, die Kulig beim 4:2-Sieg über Frankreich 426775(DIASHOW: Einzelkritik) noch wegen der Gelben Karte geschont hatte.

Gelöscht werden die Verwarnungen indes erst nach dem Viertelfinale.

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Prinz bleibt wohl Ersatz

Aller Voraussicht nach wird Birgit Prinz gegen den Weltranglisten-Vierten erneut nur einen Platz auf der Ersatzbank erhalten. Zu sehr überzeugten Inka Grings und Celia Okoyino da Mbabi als erste beziehungsweise hängende Spitze.

"Ich habe immer Lust auf Überraschungen", sagte Neid zwar, ein Wechsel erscheint dennoch unwahrscheinlich.

Von der öffentlichen Darstellung ihrer Spielführerin zeigte sich Neid indes beeindruckt.

"Sie hat auf der Pressekonferenz klar gesagt, wie es ihr ging in ihrem tiefsten Inneren", erklärte sie.

"Jetzt ist sie wieder sehr relaxt, sie kann wieder lachen."

Garefrekes als entscheidender Faktor?

Als Kapitänin dürfte erneut Kerstin Garefrekes die Rekordnationalspielerin vertreten.

Eine große Aufgabe für die 31-Jährige, die die Frankfurterin aber ohne größere Nervosität angeht.

Mit ihrer Kopfballstärke könnte Garefrekes zudem zur wichtigen Figur gegen die kleingewachsenen Japanerinnen werden.

Doch Garefrekes glaubt im Gespräch mit SPORT1 nicht, dass das Duell allein über die körperlichen Unterschiede entschieden werde.

"Die Japanerinnen werden sich bestimmt nicht in den Zweikämpfen einfach wegstoßen lassen", kommentiert sie. "Sie werden nicht ganz körperlos spielen und uns nur Begleitschutz geben. Sie werden kämpferisch alles geben."

Peter warnt vor taktischen Spielchen

Die Japanerinnen glaubt auch Babett Peter nicht entscheidend im Nachteil. (423460DIASHOW: Die Fans der WM)

"Ich kenne ja auch Yuki Nagasato, mit der ich in Potsdam zusammenspiele, und würde nicht sagen, dass sie mir gegenüber irgendwelche körperlichen Nachteile hat"; stellte die Außenverteidigerin auf SPORT1-Nachfrage fest.

Und schob vielsagend hinterher: "Vielleicht ist das auch Taktik des Trainers, dass er uns die Favoritenrolle zuschieben möchte."

Sasaki: "Wollen das Beste geben"

Tatsächlich bezeichnete Norio Sasaki sein Team am Freitagabend mehrmals als "Herausforderer". Und nach der 0:2-Pleite gegen England muss er sowieso erstmal sein Team aufrichten.

"Wir stehen trotz unserer Niederlage im Viertelfinale. Wir werden das Beste geben und außerdem sind alle Spielerinnen körperlich in bester Verfassung", berichtete Sasaki.

Auch Neid weiß, dass die Japanerinnen alles andere tun werden, als für die Spielerinnen des amtierenden Welt- und Europameisters Spalier zu stehen.

"Wir dürfen sie nicht spielen lassen, sie sind technisch versiert, haben viele Spielideen", zählte sie Japans Stärken auf.

Und auch auf das wohl überlegene deutsche Kopfballspiel will sich Neid nicht verlassen. Letztlich komme es nicht allein auf die körperlich Größe an, sondern auch das Timing vorm Kopfball.

Auch Kim Kulig stellt sich auf eine umkämpfte Partie ein. "Es wird sehr schwer", sagte sie, ehe sie zum Abschlusstraining startete.

Kulig hat Lust auf Distanzschüsse

Dort übte sie nach Ablage ihrer Mitspieler auch Torschüsse.

"Ich habe immer Lust aus der Distanz zu schießen", schickte die athletische Blondine schon mal eine Botschaft an Japans Keeperin Kaihori hinterher.

Beim Elfmeterschießen zielt sie indes direkt auf Ersatz-Torhüterin Ursula Holl, hoffentlich kein schlechtes Omen für Samstagabend.

Die voraussichtliche deutsche Aufstellung:

Angerer - Bresonik, Krahn, Bartusiak, Peter - Laudehr, Kulig - Garefrekes, Okoyino da Mbabi, Bajramaj (Behringer) - Grings

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