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Celien Deville (l.) kassierte gegen Deutschland direkt das 1:3 per Elfmeter © imago

Frankreich steht erstmals im WM-Viertelfinale. Die Sperre der Torhüterin schockt "Les Bleues" vor dem Duell mit England nicht.

Leverkusen - Wendie Renard ist nicht zu übersehen.

Die französische Nationalspielerin bringt als Verteidigerin mit 1,87 m Gardemaß mit, ist damit die längste aller WM-Teilnehmerinnen und könnte aufgrund ihrer körperlichen Voraussetzungen sogar bei den Männern mithalten

Und mit ihrer Haarpracht macht sie sogar Gladbachs brasilianischem Innenverteidiger Dante Konkurrenz - bevor sich dieser nach geschafftem Klassenerhalt eine Glatze schneiden ließ.

Auch im Viertelfinalduell am Samstag in Leverkusen gegen Vize-Europameister England (ab 17.45 Uhr im LIVE-TICKER) werden wieder viele Blicke auf die Abwehrstrategin Renard gerichtet sein.

"Wir sind im Viertelfinale, und das, was wir hier in Deutschland erleben, ist außergewöhnlich", sagte die 20-Jährige nach dem 2:4 im letzten Gruppenspiel gegen Weltmeister Deutschland im Interview mit dem "Kölner Stadt-Anzeiger", "wir haben zwar verloren, aber sind noch nicht besiegt." (DATENCENTER: Der WM-Spielplan)

Nach dem Champions-League-Triumph mit Olympique Lyon ist der Erfolgshunger von Renard noch längst nicht gestillt.

Bini vertraut Ersatztorhüterin

Vielleicht wäre das Duell gegen die DFB-Auswahl auch anders ausgegangen, wäre nicht Torhüterin Berangere Sapowicz per Roter Karte nach Foulspiel an Lira Bajramaj im Strafraum vom Platz gestellt worden.

Für Frankreichs Trainer Bruno Bini ist der Ausfall der Stammkeeperin für das Viertelfinale nicht gravierend, er sieht keine Torhütersorgen und vertraut Ersatzkeeperin Celine Deville.

"Das ist kein Problem. Sie ist eine erfahrene Torhüterin und hat im Training auch überzeugend gehalten", äußerte der Coach. Die Torfrau selbst hat ihre eigene Taktik. "Ich werde mich nicht unter Druck setzen. Es ist nur ein Fußballspiel", sagte Deville.

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"Viertelfinale völlig offen"

Bini erwartet ein Duell auf Augenhöhe:

"England geht es wie uns. Die Engländerinnen sind nicht stärker oder schwächer als wir. Dieses Viertelfinale ist völlig offen. Wir werden alles daransetzen, um zu gewinnen. Es zählt nur der Sieg, da können wir uns nicht mehr zurückhalten und versuchen, Kräfte zu sparen."

Bilanz spricht für Frankreich

Die Bilanz spricht jedenfalls für die Equipe Tricolore. Der Vize-Europameister aus England, der mit einem enttäuschenden 1:1 gegen Mexiko ins WM-Turnier gestartet war, wartet seit 37 Jahren auf einen Sieg gegen Frankreich.

In den zwölf bisherigen Duellen gab es fünf Erfolge Frankreichs und nur zwei englische Siege. Fünf Spiele endeten unentschieden.

Die Siege der Engländerinnen datieren aus dem Jahren 1973 und 1974, als beide Teams erstmals überhaupt im Frauenfußball aufeinandertrafen.

England kann Viertelfinal-Bann brechen

Vor acht Jahren eliminierte Frankreich die "Löwinnen" sogar in der WM-Qualifikation. "Ich glaube nicht an Revanchegelüste", sagte indes Frankreichs 37 Jahre alte Spielführerin Sandrine Soubeyrand, "hier geht es um das Viertelfinale einer Weltmeisterschaft."

England steht zum dritten Mal in einem WM-Viertelfinale, verlor aber beide Duelle in der Runde der letzten Acht jeweils mit 0:3 - 1995 gegen Deutschland und 2007 gegen die USA.

Für Les Bleues ist das erste Mal, dass die Mannschaft bei einer WM soweit gekommen ist.

"Sieg gegen Japan hat uns Selbstvertrauen gegeben"

England ist überzeugt, dass sich das Team ins WM-Turnier gekämpft hat.

"Der Sieg gegen Japan hat uns großes Selbstvertrauen verliehen. Wir sind wirklich stolz auf unsere letzte Leistung, darauf wollen wir aufbauen", betonte Angreiferin Ellen White, der gegen Japan beim 2:0 ihr erstes WM-Tor gelungen war.

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

England: Bardsley - Scott, Bradley, Stoney, Unitt - Scott, Asante - Carney, Kelly Smith, Clarke - White

Frankreich: Deville - Lepailleur, Georges, Renard, Boulleau - Soubeyrand, Bussaglia - Le Sommer, Necib, Thiney - Delie

Schiedsrichterin: Jenny Palmqvist (Schweden)

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