vergrößernverkleinern
Simone Laudehr zog sich gegen Simbawbe eine schwere Außenbandverletzung zu
Simone Laudehr war 2007 mit den DFB-Frauen Weltmeisterin © getty images

Laudehr spricht im Interview über die Enttäuschung nach dem WM-Aus, Kuligs Verletzung und die Gründe für ein verkorkstes Spiel.

Vom Frauen-Nationalteam berichtet Mathias Frohnapfel

Wolfsburg - Sie hat es probiert, ist jedem Ball hinterhergegangen und doch hat auch sie das deutsche Spiel im Mittelfeld nicht entscheidend ordnen können.

Nach Schlusspfiff wirkte Simone Laudehr, als ob sie im Kino aus Versehen in den falschen Film gelaufen wäre. (428304DIASHOW: Deutschland - Japan: Die Bilder)

Das WM-Aus nach der 0:1-Pleite im Viertelfinale gegen Japan (SPIELBERICHT: Japan zerstört den großen Titeltraum) war aber bittere Realität für die Nationalspielerinnen.

Deprimiert, aber nicht am Boden zerstört stellte sich die 24-Jährige nach Mitternacht in Wolfsburg den Fragen der Reporter.

Die Nationalspielerin schildert den Umgang mit der Niederlage und spricht auch über die Auswirkungen der großen öffentlichen Erwartungen. (STIMMEN: Deutschland - Japan)

SPORT1: Frau Laudehr, viele Spielerinnen sind nach dem Schlusspfiff und dem WM-Aus auf dem Boden zusammengesunken. Die Enttäuschung ist enorm, oder?

Simone Laudehr: Es ist sehr enttäuschend und traurig. Welche Mannschaft hat schon die Chance, dreimal in Folge Weltmeister zu werden? Wenn alles verpufft, nur weil man eine Minute unaufmerksam ist. Was soll ich morgen zu Hause machen? Mal ehrlich.

SPORT1: Die Partie hätte für Deutschland nicht schlechter beginnen können: Kim Kulig, Ihre Partnerin auf der Doppelsechs, musste nach sieben Minuten raus, es besteht der Verdacht auf Kreuzbandriss (NEWS). Wie hat sich das auf die Partie ausgewirkt?

[image id="1c9725d0-6473-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Laudehr: Das war schon ein Schock, wenn eine Spielerin sich nach so kurzer Zeit verletzt und gleich raus muss. Ich glaube jedoch nicht, dass uns das so geschockt hat, dass wir uns nicht mehr auf die Partie konzentrieren konnten.

SPORT1: Waren Sie überrascht mit Linda Bresonik dann auf der Doppelsechs zu spielen? War das so abgesprochen?

Laudehr: Die Trainerin hatte ja schon in der Vorbereitung viel getestet, wir haben versucht uns schnell da reinzufinden. (423460DIASHOW: Die Fans der WM)

SPORT1: Wie war Ihre eigene Bindung ins Spiel?

Laudehr: Natürlich musste ich im Mittelfeld viele Wege gehen, Japan ist zweikampfstark, technisch versiert, da muss man aufpassen, dass man sich als Team nicht locken lässt. Und ich habe versucht mit nach vorne zu helfen.

SPORT1: Warum hat es letzten Endes nicht zu einem Sieg gereicht?

Laudehr: Wir waren die dominierende Mannschaft, haben die Tore aber nicht gemacht. Nach zwei Stunden war die Kraft weg. Das war dann aber auch egal, wir wollten nur gewinnen und haben versucht noch mal alles rauzuholen. Solche Tage gibt es, leider war es aber der Viertelfinaltag. Das kann auch einem Messi passieren.

SPORT1: Welche Rolle hat die große Erwartungshaltung der Öffentlichkeit gespielt?

Laudehr: Wir wussten, es wird kein Selbstläufer und dass wir uns jedes Spiel erkämpfen müssen. Wir sind nie in ein Spiel gegangen mit dem Gedanken, wir sind schon Weltmeister. Das war auf keinen Fall so.

SPORT1: Hat es das Team eventuell beeinflusst, dass Deutschland gegen Frankreich 4:2 gewonnen hat, Japan dafür aber im letzten Gruppenspiel gegen England verloren hat? (DATENCENTER: Der WM-Ergebnisse)

Laudehr: Nein, die Einstellung war bestimmt nicht: Wir gehen mal flops da durch.

SPORT1: Werden Sie jetzt die WM im Fernsehen weiter anschauen?

Laudehr: Ja, ich werde trotzdem weiter WM schauen und gönne es jetzt den anderen Mannschaften, den Titel zu holen.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel