vergrößernverkleinern
Verteidigerin Kim Carroll (r.) spielt bei Brisbane Roar in der Australischen Liga © getty

Mit einem Sieg über Australien lösen die Skandinavierinnen das Ticket fürs Halbfinale. Deutschlands Olympia-Traum ist geplatzt.

Von der Frauen-WM berichtet Andreas Messmer

Augsburg - Die schwedischen Frauen tanzen sich bei der Frauen-WM weiter von Sieg zu Sieg.

Die Skandinavierinnen gaben sich im Viertelfinale gegen Außenseiter Australien keine Blöße und siegten am Sonntag in Augsburg mit 3:1 (2:1). Damit trifft das Team von Trainer Thomas Dennerby im Halbfinale auf Japan, das Deutschland im Viertelfinale bezwang (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

Für das DFB-Team ist durch den Sieg der Schwedinnen der Olympia-Zug endgültig abgefahren.

Die Tore für Schweden erzielten Therese Sjögran (11. Minute), Lisa Dahlkvist (16.) und Lotta Schelin (52.). Australiens Ellyse Perry hatte in der 40. Minute zwischenzeitlich verkürzt.

Schwedens Coach Dennerby war anschließend besonders mit seinen Angreiferinnen zufrieden: "Wir haben zwar nicht so gut verteidigt wie in den vorherigen Spielen, aber unsere Offensive hat wirklich großartig gespielt. Wir hatten im Halbfinale eigentlich Deutschland erwartet, nun müssen wir gegen Japan gewinnen."

Doppelschlag schockt Australien

Die 24.605 Zuschauer in der ausverkauften Augsburger WM-Arena sahen einen engagierten Beginn beider Teams.

Bei Schweden war Kapitänin Caroline Seger, die im letzten Spiel gelbgesperrt zusehen musste, wieder in die Startelf gerückt. Nilla Fischer saß deshalb nur auf der Bank. Australiens Coach Sermanni hatte zwei Änderungen vorgenommen.

Emily van Egmond und Ellyse Perry rückten in die Startelf, Samantha Kerr und Clare Polkinghorne mussten weichen.

Das Turnier-Aus der deutschen Elf am Vorabend tat der Stimmung in Augsburg keinen Abbruch. Bereits in der dritten Minute schwappte bei sommerlichen Temperaturen "La Ola" durch die Arena. In der elften Minute führte gleich die erste gute Kombination der Schwedinnen zur Führung.

Schelin setzt Sjögran in Szene

Lotta Schelin dribbelte sich auf dem linken Flügel frei und passte flach in den Strafraum. Dort lauerte Therese Sjögran und schob den Ball aus 13 Metern platziert links unten in die Torecke. Mit ihrer obligatorischen Tanzeinlage bejubelten die Schwedinnen ihren Treffer.

Und nur fünf Minuten später schwangen sie erneut das Tanzbein. Sjögran flankte von links zentral an den Fünfmeterraum. Lisa Dahlkvist schraubte sich unbewacht in die Luft und köpfte den Ball rechts oben in die Maschen (16.).

Es war bereits ihr dritter Treffer im Turnier. Die Australierinnen wirkten sichtlich beeindruckt und leisteten sich im Spielaufbau viele Fehlpässe.

Spektakulärer Anschlusstreffer

Die Schwedinnen behielten derweil das hohe Tempo bei. In der 20. Minute verfehlte Josefine Öqvist das Tor per Kopfball nur knapp. In der 26. Minute setzte sich Schelin links im Sechzehner energisch durch und zirkelte den Ball aus spitzem Winkel knapp am Kreuzeck vorbei.

Die australischen ?Matildas? taten sich gegen das kompakte Mittelfeld der ?Tre Kronor? sehr schwer. Lisa De Vanna und Kyah Simon im Angriff machten keinen Stich, bekamen kaum Bälle und erspielten sich folglich auch keine nennenswerten Chancen.

Erst kurz vor der Pause sorgte Perry mit einem fulminanten Treffer für neue Hoffnung. Halbrechts an der Strafraumgrenze bekam die 20-Jährige den Ball und wuchtete ihn unhaltbar links oben in den Winkel (40.) - der wichtige Anschlusstreffer vor dem Halbzeitpfiff.

Schelin bestraft Carrolls Fehler

Die Australierinnen begannen nach dem Seitenwechsel schwungvoll, brachten sich aber wenig später selbst um den Lohn. Kim Carroll spielte einen kapitalen Fehlpass am eigenen Strafraum. Schelin antizipierte blitzschnell, spitzelte den Ball an der herauseilenden Torfrau Melissa Barbieri vorbei und versenkte den Ball im leeren Tor. "Wir haben ihnen die Tore auf dem Silbertablett serviert", haderte Australiens Heather Garriock später.

Gefährlich in Szene setzten sich auf der Gegenseite die Australierinnen erstmals wieder in der 63. Minute. Die eingewechselte Tameka Butt flankte druckvoll von der rechten Seite ans zweite Fünfereck. Doch Simon köpfte in Rücklage unbedrängt deutlich links am Tor vorbei.

Angeführt von De Vanna, die nun besser ins Spiel fand, entwickelten die Australierinnen mehr Druck, ohne sich allerdings zwingende Möglichkeiten zu erspielen. Lediglich Butt per Fernschoss beschwor noch einmal Gefahr herauf (83.).

Relaxen im Pool

Die Schwedinnen brachten den Vorsprung schließlich souverän über die Zeit. Für Australien ist das Turnier wie bereits 2007 im Viertelfinale beendet. Nach der ersten Enttäuschung richteten die Spielerinnen aus Down Under den Blick schon wieder nach vorne: "Wir sind jung und haben großes Potenzial, das haben wir den Leuten bewiesen", sagte Garriock.

Die "Dancing Queens" aus Skandinavien dürfen hingegen weiter vom ersten WM-Titel träumen. Gefeiert werde nach dem Halbfinaleinzug aber noch nicht, sagte Schwedens Kapitänin Seger gegenüber SPORT1: "Wir setzen uns lediglich in den Pool und erholen uns."

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel