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Celia Okoyina da Mbabi (r.) wird nach dem Viertelfinal-Aus von Myama getröstet © getty

Celia Okoyino da Mbabi spricht bei SPORT1 über die Enttäuschung nach dem WM-Aus und die Auswirkungen auf den Frauenfußball.

Vom Frauen-Nationalteam berichtet Mathias Frohnapfel

Wolfsburg - Ein Tor im Eröffnungsspiel, dann strahlendes Geburtstagskind einen Tag später und Liebling der Kameras: Celia Okoyino da Mbabi war eines der deutschen Gesichter der Frauen-WM.(DATENCENTER: WM-Ergebnisse)

Mit flotten Sprüchen - "Ich war einkaufen, falls es jemanden interessiert" - und zwei WM-Treffern fiel die Offensivspielerin vom SC Bad Neuenahr immer wieder auf. (428304DIASHOW: Deutschland - Japan: Die Bilder)

Doch bei der 0:1-Niederlage im Viertelfinale gegen Japan (Nachbericht) blieb auch die 23-Jährige glücklos, vermochte den entscheidenden Stich nicht zu setzen.

Im SPORT1-Interview spricht Okoyino da Mbabi über die große Enttäuschung nach der frühen Endstation bei der Heim-WM und die Auswirkungen für den Frauenfußball in Deutschland.

SPORT1: Frau Okoyino da Mbabi, das Frauen-Nationalteam ist mit seinen Persönlichkeiten in den vergangenen Wochen für viele Menschen greifbarer geworden. Ist es das, was nach dem WM-Aus positiv für den deutschen Frauenfußball in Erinnerung bleibt?

Okoyino da Mbabi: Ich denke, dass die WM insgesamt einen positiven Effekt für uns hat. Viele Menschen waren begeistert, kamen in die Stadien, um Frauenfußball zu sehen. Es ist schön, dass die Fans das so angenommen haben.

SPORT1: Welche Auswirkungen erwarten Sie auf die Frauen-Bundesliga? (NEWS: DFB-Team verpasst Olympische Spiele in London)

Okoyino da Mbabi: Da muss man realistisch bleiben, wir können nicht zig Entwicklungsstufen überspringen. Und man kann jetzt nicht sagen, wir haben eine WM im eigenen Land gespielt, nun rennen uns die Leute die Bude ein. Wir freuen uns, wenn wir den ein oder anderen Fan für uns gewonnen haben.

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SPORT1: Viele Spielerinnen sind am Samstagabend nach dem Schlusspfiff auf dem Boden zusammengesunken. Die Enttäuschung ist enorm, oder?

Celia Okoyino da Mbabi: Natürlich ist die Enttäuschung riesig. Wir hatten einen so großen Traum vor Augen, im eigenen Land eine WM zu spielen und die Chance auf den Titel zu haben. Eine Minute hat in der Partie alles entschieden. Damit müssen wir leben, so ist Fußball. Wir werden das früher oder später verkraften.

SPORT1: Chancen waren gegen Japan da, macht das den Frust umso größer?

Okoyino da Mbabi: Ein Spiel so zu verlieren, ist natürlich sehr ärgerlich. Und es ist etwas anders, als wenn wir gar keine Chance gehabt hätten. Wir müssen das jetzt akzeptieren. Die Japanerinnen haben sehr stark gespielt Doch die eine Minute für Japan hätte auch auf unserer Seite liegen können. Es war trotzdem ein großartiges Erlebnis hier spielen zu dürfen!

[kaltura id="0_3pyxif0g" class="full_size" title=" Alle hatten Tr nen in den Augen "]

SPORT1: Wollte die Mannschaft in der Verlängerung eventuell zu viel und war zu offensiv eingestellt?

Okoyino da Mbabi: Wenn man nur noch eine Verlängerung zu spielen hat, muss man ja auf das Tor spielen, man kann nicht aufs Elfmeterschießen spekulieren. Wir hatten Möglichkeiten, haben aufs Tor geschossen, so Spiele gibt es. (EINWURF: Vercoacht, verzockt, versagt)

SPORT1: Was hat denn DFB-Präsident Theo Zwanziger nachher auf den Rasen noch zu Ihnen gesagt, als er Sie getröstet hat?

Okoyino da Mbabi: Er hat gesagt, wir sollen den Kopf nicht in den Sand stecken. Im Endeffekt ist es nur Fußball und es wird noch weitere Turniere geben. Mehr kann man in solch einem Moment auch nicht sagen.

SPORT1: Die Fans haben dem Team trotz des Ausscheidens noch Beifall geklatscht. (423460DIASHOW: Die Fans der WM)

Okoyino da Mbabi: Es war ein schönes Gefühl zu sehen, dass die Fans im Stadion geblieben sind, uns noch mal applaudiert haben. Das Publikum hätte den Weltmeistertitel verdient gehabt und wir hätten auch noch gerne eine Woche gespielt.

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