vergrößernverkleinern
Die Schwedinnen scheiterten bei der WM 2007 bereits in der Vorrunde © getty

Vor dem Halbfinale gegen die Asiatinnen sprechen die Dancing Queens bereits vom Titel. Japan-Coach Sasaki setzt auf Erfahrung.

Frankfurt/Main - Sie hopsen, springen und siegen - die tänzelnden Schwedinnen sind bei der WM stets im Rhythmus.

Lotta Schelin, bislang so etwas wie die "Ballkönigin" des Turniers, will auch im Halbfinale gegen Deutschland-Bezwinger Japan am Mittwoch in Frankfurt (ab 20.30 Uhr im LIVE-TICKER) den Takt vorgeben.

"Wenn du das Halbfinale erreicht hast, willst du dort nicht aufhören!", sagt die 27-Jährige.

Ob sich die wuseligen Asiatinnen allerdings ähnlich leicht austanzen lassen wie beim 3:1-Sieg im Viertelfinale gegen die Australier (Spielbericht), ist für Trainer Thomas Dennerby fraglich (428733DIASHOW: Bilder des Viertelfinals).

"Sie sind schnell, technisch versiert und wir haben zuletzt beim Algarve-Cup gegen sie verloren", sagte er.

Außerdem war der 52-Jährige zuletzt auch mit dem Abwehrverhalten seiner Mannschaft nicht vollauf zufrieden.

"Wir haben nicht so gut verteidigt. Auch Druck und Ballbesitz haben mir gefehlt", sagte er nach dem Viertelfinale.

"Das Wichtigste ist, dass wir durch sind"

Für Schelin zählte am Ende nur das Resultat.

"Das Wichtigste ist, dass wir durch sind und im Halbfinale stehen," sagte die Stürmerin, die gegen Australien nicht nur wegen ihrer pink-grünen Schuhe der Hingucker war.

Mit Eleganz und Klasse brachte sie die gegnerische Mannschaft schier zur Verzweiflung, spielte den Verteidigerinnen förmlich Knoten in die Beine. Mit ihrem ersten Turniertor fuhr sie dann auch den verdienten Lohn für ihren makellosen Auftritt ein.

Schelin glaubt an Titel

Die Champions-League-Siegerin von Olympique Lyon, die wie schon gegen die USA zur besten Spielerin auf dem Platz gekürt wurde, will sich auch von Japan nicht auf die Füße treten lassen.

"Ich möchte, dass die Mannschaft erfolgreich ist und ich meinen Beitrag dazu leisten kann, indem ich ein paar Tore erziele und gute Spiele abliefere. Das ist mein Hauptziel", sagte die gebürtige Stockholmerin, die bereits vor der WM mit dem Titel geliebäugelt hatte: "Wir können es schaffen, wenn wir dran glauben."

Japan hat "an Erfahrung gewonnen"

An sich selbst hat die Hobby-Snowboarderin immer geglaubt. Wegen eines Rückenleidens nach einem Wachsstumsschub rieten ihr die Ärzte in ihrer Jugend, die Fußballschuhe an den Nagel zu hängen.

Doch Schelin kämpfte sich zurück auf dem Platz. Jetzt begeistert sie nicht bloß mit ihren Dribbelkünsten, sondern auch mit dem Logobitombo. Jenem Tanz, den sie aus Lyon mitgebracht hat.

Trotz der makellosen Bilanz von vier Siegen in vier Spielen dürfen die Skandinavierinnen das Spiel nicht auf die leichte Schulter nehmen (DATENCENTER: WM-Ergebnisse).

Denn "durch den Sieg gegen Deutschland haben wir an Erfahrung gewonnen", sagte Trainer Norio Sasaki, dessen Heimatland durch den Triumph über den Gastgeber in einen Taumel der Euphorie verfallen ist. Kein Wunder, stellten die Asiatinnen doch ihre Klasse gegen den Titelverteidiger eindrucksvoll unter Beweis.

Sjögran verspricht weitere Tänzchen

Kombininationssicher und defensivstark ließ Japan im Viertelfinale gegen die DFB-Elf kaum Torchancen zu und versetzte der Mannschaft von Trainerin Silvia Neid mit einem Kontertor in der Verlängerung durch Karina Maruyama den entscheidenden Stoß. (Bericht)

"Jetzt gegen Schweden wissen nur die Fußballgötter, wer gewinnt", sagte Nasaki vor dem ersten Halbfinale der "Nadeshiko" bei einer WM.

Auf die Gunst der Gottheiten will sich Therese Sjögran aber nicht verlassen.

"Wir werden Tore schießen", versprach Schwedens Rekordnationalspielerin - und damit auch weitere Tänzchen hinlegen.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Japan: Kaihori - Kinga, Iwashimizu, Kumagai, Sameshima - Ohno, Sakaguchi, Sawa, Miyama - Ando, Nagasato

Schweden: Lindahl - Svensson, Larsson, Rohlin, Thunebro - Seger, Dahlkvist - Forsberg, Sjögran - Schelin, Öqvist

Schiedsrichterin: Carol Anne Chenard (Kanada)

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel