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Hope Solo steht vor der Partie gegen Frankreich vor ihrem 100. Länderspiel © getty

Die US-Girls sonnen sich vor dem Halbfinale gegen Frankreich in neuem Glanz, "Les Bleues" wittern ihre Außenseiterchance.

Von der Frauen-WM berichtet Andreas Messmer

Mönchengladbach - Ihre Nervenstärke haben die beiden Kontrahenten bereits bewiesen. In dramatischen Viertelfinalduellen setzten sich sowohl die USA als auch Frankreich erst im Elfmeterschießen durch. (428733DIASHOW: Härtefälle im Gigantenduell)

Im Halbfinale der Frauen-WM (ab 17.45 Uhr im LIVE-TICKER) kämpfen die Topfavoritinnen aus den USA und die als Geheimtipp geadelten Französinnen um ihr nächstes Happy-End: Das Endspiel am Sonntagabend in Frankfurt.

Entsprechend selbstbewusst treten die Protagonistinnen auf: "Wir sind nach Deutschland gekommen, um ins Finale zu kommen", sagt Hope Solo, die schillernde Elfmeterheldin im Brasilienspiel (Spielbericht) .

Und Frankreichs Torjägerin Marie-Laure Delie betont: "Jetzt wollen wir auch den WM-Titel. Schließlich sind wir nicht als Touristinnen nach Deutschland gekommen."

Solo bringt das Selbstverständnis auf den Punkt

Delie und ihre Mitspielerinnen streben dem größten Erfolg in der Geschichte des französischen Frauenfußballs entgegen, müssen dafür aber die wohl höchste Hürde überwinden, die es in dieser Sportart gibt.

Die Weltranglistenersten aus den USA gehen als haushoher Favorit in die Begegnung. Das mit Stars gespickte Ensemble von Trainerin Pia Sundhage betrachtet das Halbfinale nur als Zwischenstation zum dritten WM-Titel, mit dem sich die US-Girls zum Rekordchampion krönen würden.

Das ist ihr Ziel, das ist ihr Selbstverständnis. "Wir sind besser. Und wir sind hergekommen, um zu gewinnen", sagt Keeperin Solo, deren Anzahl an Facebook-Fans nach dem Elfer-Krimi gegen Marta und Co. schlagartig explodierte. (Nachbericht: Von der "Verräterin" zur Heldin)

Die USA und ihr Faible für Heldengeschichten

Über 220.000 Personen sind im sozialen Netzwerk Fan der attraktiven Keeperin, stündlich werden es mehr. Dank des hollywoodreifen Finishs im Viertelfinale hat auch die amerikanische Öffentlichkeit die Liebe zu ihren Girls wiederentdeckt.

"Ich spüre, dass unser Land uns unterstützt", sagt Solo. "Ich spüre, dass die Welt nun auf uns blickt und gemerkt hat, dass wir guten Fußball spielen."

Die Medien schenkten Sundhages junger Mannschaft in den vergangenen Jahren längst nicht mehr so viel Aufmerksamkeit, wie es in der Ära der großen Mia Hamm in den 90er und Anfang der 20er Jahre der Fall war.

"Brasilien nur eine Randnotiz"

Nun haben sie die junge Garde um Solo, Abby Wambach und Ali Krieger für sich entdeckt. (DATENCENTER: WM-Ergebnisse)

Die Wiederholung des Viertelfinalduells gegen Brasilien verfolgten auf dem TV-Sender "ESPN" mehr Zuschauer als beispielsweise den NBA-Draft im vergangenen Juni.

Die gesteigerte Aufmerksamkeit geht mit der Erwartungshaltung einher: "Brasilien war nur eine Randnotiz auf dem Weg zum tatsächlichen Ziel", titelte das Onlineportal des gleichen Senders. Und damit war nicht das Halbfinale gegen Frankreich gemeint.

"Les Bleues" bleibt die Außenseiterrolle

Die französische Equipe von Trainer Bruno Bini wird in die "Underdog"-Rolle gedrängt und fühlt sich offenbar ganz wohl darin. "Wir haben den USA gegenüber den kleinen Vorteil, dass wir schon eine Zeit lang am Spielort dieses Halbfinales verbringen konnten", sagt Bini, der die Chance auf die Sensation wittert.

Schließlich spielte sein Team im Turnierverlauf den schöneren und technisch anspruchsvolleren Fußball als der große Favorit, dessen Spiel auf Zweikampfstärke, lange Bälle und Schnelligkeit angelegt ist.

"Wir werden in erster Linie die Umsetzung unserer taktischen Linie im Auge behalten und versuchen, den Ball solange wie möglich in den eigenen Reihen zu halten", erklärte der 56-Jährige.

Und Stürmerin Delie hob einen Aspekt hervor, der sie klar von den Gegnerinnen unterscheidet: "Wir spüren von außerhalb kaum Druck, so dass wir relativ unbelastet auftreten können."

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Frankreich: Deville - Lepailleur, Georges, Viguier, Bompastor - Soubeyrand, Bussaglia - Abily, Necib, Thiney - Delie. - Trainer: Bini

USA: Solo - Krieger, LePeilbet, Rampone, Cox - O'Reilly, Boxx, Lloyd, Cheney - Wambach, Rodriguez. - Trainerin: Sundhage

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