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Elise Kellond-Knight und Kim Carroll nach dem Viertelfinal-Aus gegen Schweden © getty

Australien hat trotz WM-Aus keine Grund zur anhaltenden Tristesse, wie DB Schülerreporter Clemens Waadt herausgefunden hat.

Von DB Schülerreporter Clemens Waadt

Augsburg - Während die Einen ausgelassen auf dem Rasen tanzten, saßen die Anderen enttäuscht und mit feuchten Augen daneben.

Einige Minuten zuvor hatte Schweden im WM-Viertelfinale Australien besiegt. Danach kullerten bei manch einer Spielerin aus "Down Under" die Tränen.

Die australischen "Matildas" waren die Überraschungsmannschaft der Weltmeisterschaft, doch die Skandinavierinnen waren am Sonntagnachmittag eine Nummer zu groß.

Wechsel der Konföderation zeigt erste Erfolge

Doch eigentlich gab es keinen wirklichen Grund zur Enttäuschung. Den zweiten Einzug ins WM-Viertelfinale innerhalb von vier Jahren kann die australische Mannschaft durchaus als Erfolg werten. Die Entscheidung des Verbandes, sich der asiatischen Konföderation anzuschließen, trägt erste Früchte.

Zu einfach waren die Qualifikationsspiele zur WM durch die ozeanische Meisterschaft verlaufen. Die "Matildas", die seit 1978 als offizielle Frauenfußball Nationalmannschaft geführt werden, siegten nicht selten im zweistelligen Bereich gegen bedeutungslose Gegner wie Samao oder die Cookinseln mit 19:0 oder 11:0 Treffern.

Mit dem Wechsel des Verbandes 2005 begann ein Wandel im australischen Frauenfußball. Die starken asiatischen Fußballmannschaften sollten den Australierinnen die Qualifikation zur WM erschweren und sie so auf internationaler Ebene langfristig wettbewerbsfähiger machen.

Dass der Wandel jedoch noch nicht vollständig vollzogen ist, betont Trainer Tom Sermanni: "Unser Ziel ist es, in den nächsten vier Jahren, noch näher an den europäischen Frauenfußball heranzukommen."

Nach der WM ist vor Olympia

Damit dies geschieht, setzte er bereits bei der WM in Deutschland bewusst auf unerfahrene, aber technisch versierte Spielerinnen wie beispielsweise Emily Van Egmond (18) oder Kyah Simon (20). Letztere schoss Australien mit ihren zwei Toren gegen Norwegen ins Viertelfinale.

"Wir wollten sehen, wie weit wir mit einer so jungen Mannschaft kommen würden", sagt "Aussie"-Coach Sermanni und betont: "Insgesamt bin ich mit dem Ergebnis der Mannschaft sehr zufrieden." Nun gelte es, sich für die Olympischen Spiele 2012 zu qualifizieren, damit seine Mannschaft weiter internationale Erfahrung sammeln kann.

Nationalteam profitiert von W-League

Eine wichtige Rolle für die Entwicklung spielt auch die erst 2008 gegründete W-League. Acht Teams spielen in der ersten australischen Frauenfußballliga um die Meisterschaft. Ein Spiel pro Woche wird dabei live vom ABC1 übertragen, einem öffentlich rechtlichen Fernsehsender.

Die heimische Liga fördert vor allem junge, australische Talente. Davon profitierte das Nationalteam in den vergangenen drei Jahren. Mittelfeldspielerin Heather Garriock ist überzeugt, dass die Mannschaft ohne die neu gegründete Liga nicht so gut wäre: "Die Liga ermöglicht uns, regelmäßig auf hohem Niveau zu spielen."

Potenzial nach oben

Nach 2007 mussten die Australierinnen auch 2011 bereits nach dem Viertelfinale die Heimreise antreten. Dennoch nehmen sie einige positive Erfahrungen mit.

"Wir sind ein junges Team und wissen, dass wir noch viel Potenzial nach oben haben. Wir werden bei der nächsten WM noch besser sein", zeigt sich Garriock zuversichtlich.

Trainer Sermanni sieht das ähnlich: "Offensiv haben wir diese WM schon ganz ordentlich gespielt, allerdings müssen wir unsere Fehler in der Defensive abstellen. Die werden auf diesem Niveau gnadenlos bestraft."

Sollte ihnen das in den nächsten vier Jahren gelingen, ist 2015 in Kanada vielleicht schon mehr drin als das Viertelfinale.

Weitere Informationen findet Ihr unter www.db-schuelerreporter.de.

Theresa Lambrich (15), Clemens Waadt (17) und Maximilian Zerfaß (17) berichten als DB Schülerreporter für SPORT1 von der Frauen-WM. Sie sind drei von neun Jugendlichen, deren Artikel bei SPORT 1 und weiteren Medienpartnern der Deutschen Bahn erscheinen. Doch nur einer darf vom Finale berichten. Wer das sein soll, entscheiden Sie auf der Website der DB Schülerreporter!

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