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Im Schnitt 24.900 Fans sahen die Vorrundenspiele im Stadion © getty

Feministinnen, Patrioten, Urlauber: DB Schülerreporterin Theresa Lambrich hat die vier auffälligsten Fan-Typen analysiert.

Von DB Schülerreporterin Theresa Lambrich

Mönchengladbach - Ein Fußballspiel ohne Fans? Unvorstellbar! Sie sind es, die die Stimmung machen. Doch das tun sie auf sehr unterschiedliche Art und Weise.

Die DB Schülerreporter haben den Fokus im Umfeld des Gladbacher Stadions auf die Zuschauer gerichtet. Dabei setzen sich deutlich verschiedene Typen ab. Eine Analyse der vier auffälligsten:

Typ 1: Der euphorische Patriot

Drei Stunden vor Anpfiff: Vor dem Stadion ist kaum jemand zu sehen. Es ist heiß, die Sonne brennt. Doch ihn interessiert das nicht: Der euphorische Patriot lauert regelrecht vor dem Stadion.

In Deutschlandflagge gehüllt, das Gesicht schwarz-rot-gold bemalt und im Trikot der deutschen Nationalelf sitzt er da und bläst seine Vuvuzela. Ein Krug voll Bier steht neben ihm, sicher nicht sein erster. Zwischendurch singt er lauthals bekannte Fußballhymnen.

Als nach und nach erste Fans ankommen, steigt seine Laune: Ein wenig wacklig auf den Beinen animiert er sie, mit ihm zu feiern.

Außerdem sieht er sich möglichst viele Spiele live an - bei jeder WM. Wichtig ist für ihn das Erlebnis im Stadion. Ob da unten Männer oder Frauen kicken ist für ihn nicht relevant. Vielleicht ein wenig verrückt, aber durch und durch Deutschland-Fan - das zeichnet den euphorischen Patrioten aus.

Typ 2: Die WM-Familie

Auf der Gegentribüne im Stadion: Im krassen Gegensatz zum euphorischen Patrioten sitzt hier wesentlich ruhiger die typische WM- Familie, nennen wir sie die Hoffmanns. Angereist sind sie zu viert: Herr und Frau Hoffmann samt Tochter und Oma. Sie alle tragen die Trikots der deutschen Elf. Oma Hoffmann hat sogar einen Deutschland-Hut aufgesetzt. Aufgeregt rutscht sie auf ihrem Platz hin und her. Die Vorfreude auf das Spiel ist bei den Hoffmanns riesengroß.

Für die WM-Familie ist es vor allem wichtig, ein faires Spiel zu sehen. Bei den Frauen geht es nicht so grob zu wie bei den Männern. Umgangston und Spielweise sind viel friedlicher. ?Wir sind generell eine sehr fußballbegeisterte Familie, aber Spiele der Männer schauen wir uns lieber zu Hause an. Bei den meisten Bundesligaspielen, geht es doch wesentlich härter zu?, findet Herr Hoffmann.

Ein unaufgeregtes Familienerlebnis mit möglichst hohem Spaßfaktor, darauf kommt es der WM-Familie an.

Typ 3: Die Feministin

Nur ein paar Reihen über den Hoffmanns trifft man die typische Feministin, häufig heißt sie Elke oder Erika. ?Der Frauenfußball ist viel zu unpopulär im Vergleich zu den Männern, und das muss sich ändern?, betont sie gerne. Mit Nationaltrikot, schwarz-rot-goldenem Hut und einem Becher Bier sitzt sie im Kreis ihrer gleichgesinnten Freundinnen und feuert die deutschen Mädels an.

Ist es nicht möglich, ein Spiel live im Stadion zu sehen, verabredet sie sich mit ihren Freundinnen zum gemeinsamen Fußball-Abend vor dem Fernseher. Das ist ihre Art, den Frauenfußball zu unterstützen. ?Die WM bietet eine einzigartige Möglichkeit, den Frauenfußball zu verbreiten?, sagt sie und erntet Schulterklopfer von ihren angeheiterten Freundinnen.

Ein wenig rebellisch und bereit etwas zu verändern, aber niemals ohne die Freundinnen und das kühle Bier: Das ist die typische Feministin.

Typ 4: Der WM-Urlauber

Ein Stück weiter in der Kurve blitzen zwischen all den weißen Deutschland-Trikots andere Farben durch. Hier wartet der WM-Urlauber auf den Anpfiff. Von weit her ist er angereist, um sein Land zu unterstützen.

Ihm ist kein Weg zu weit, keine Reise zu beschwerlich. Denn erst einmal im Austragungsland angekommen, lässt sich die WM ideal mit einem Urlaub kombinieren. Das Nationaltrikot übergestreift, den Schal um den Hals gewickelt und ein Plakat in die Höhe haltend, so sitzt er da. Im Stadion ist er in der Unterzahl, doch die Außenseiterrolle treibt den WM-Urlauber erst richtig an.

Sich das Land ansehen, die fremde Kultur erleben und auf jeden Fall die Spiele seiner Mannschaft live im Stadion verfolgen - so sieht das perfekte WM-Erlebnis für den klassischen WM-Urlauber aus.

Weitere Informationen findet Ihr unter www.db-schuelerreporter.de.

Theresa Lambrich (15), Clemens Waadt (17) und Maximilian Zerfaß (17) berichten als DB Schülerreporter für SPORT1 von der Frauen-WM. Sie sind drei von neun Jugendlichen, deren Artikel bei SPORT 1 und weiteren Medienpartnern der Deutschen Bahn erscheinen. Doch nur einer darf vom Finale berichten. Wer das sein soll, entscheiden Sie auf der Website der DB Schülerreporter!

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