vergrößernverkleinern
DB Schülerreporter Clemens Waadt auf der Pressetribüne in der Augsburger WM-Arena © getty

DB Schülerreporter Clemens Waadt erklärt, wie eine Dopingkontrolle abläuft und was passiert, wenn's mal wieder länger dauert.

Von DB Schülerreporter Clemens Waadt

Augsburg - "Einfach nur laufen lassen", das ist manchmal leichter gesagt als getan - sogar als Profi. Vor allem dann, wenn man dabei auch noch beobachtet wird. Die Auflagen der FIFA sind streng. Auch bei Dopingkotrollen während der Frauen-WM läuft alles penibel nach Plan.

Für den Spielort Augsburg ist dafür Frau Dr. Ghislaine Robert zuständig. Die gebürtige Kanadierin ist normalerweise Ärztin für Sportverletzungen in einem Krankenhaus in Seattle. Während der Frauen-WM führt sie für die FIFA die Dopingkontrollen durch.

Da es zu aufwendig wäre, alle Spielerinnen zu testen, entscheidet das Los. Manche können ungestört feiern, während sich die Auserkorenen zur Kontrolle in einen wenig einladenden Raum in den Katakomben der Arena begeben: karge Ausstattung, weiße Wände und eine winzige Toilette nebenan.

"Pro Mannschaft werden vier Rückennummern gezogen, ohne dass ich weiß, welche es sind", erklärt die Dopingärztin: "In der 75. Minute ziehe ich aus den vier gezogenen Nummern nochmals zwei. Diese zwei Spielerinnen werden dann nach dem Spiel sofort zu mir zur Dopingkontrolle gebracht."

Genauere Untersuchung im Labor

Eine einzige Dopingkontrolle kann allerdings Stunden dauern. "Wenn man 90 Minuten durchspielt und dabei viel schwitzt, kann es schon mal vorkommen, dass man den Becher nicht gleich voll bekommt", sagt die schwedische Nationalspielerin Nilla Fischer.

Sobald es die jeweilige Spielerin geschafft hat, füllt Dr. Robert zwei nummerierte Gläser damit. Ein kleiner Teil bleibt im Plastikbecher zurück und muss eine Prüfung des Säuregehalts bestehen. Nur wenn ein bestimmter Säuregehalt vorliegt, kann eine Dopingkontrolle ordnungsgemäß stattfinden

Die verschieden beschrifteten Gläser besitzen einen Spezialverschluss. Nach einer Kontrolle verschließt Dr. Robert die Gläser luftdicht in Plastiktüten und packt sie in eine Thermobox. Anschließend versiegelt die Ärztin die Box und schließt sie in einem Schrank an. Ein Kurier bringt die Proben dann zur genaueren Untersuchung in ein Labor.

Dopingkontrollen gehören dazu

Wie gehen die ausgewählten Spielerinnen mit den Kontrollen nach dem Spiel um? "Natürlich würde man lieber mit seinen Mitspielerinnen feiern, als eine Dopingkontrolle zu machen", erklärt die schwedische Verteidigerin Sara Thunebro. "Aber das gehört eben auch zu unserem Sport. So sind die Regeln."

Beim Spiel gegen Nordkorea blieb Thunebro verschont. Ihre Mitspielerinnen Charlotte Rohlin und Sara Larrson mussten den Weg zu Dr. Robert antreten. Während der WM in Deutschland können sich die Spielerinnen übrigens Zeit lassen.

Benötigt eine Spielerin ein wenig mehr Zeit, dann fährt der Mannschaftsbus nach dem Spiel ohne sie ab. Ein Fahrer chauffiert sie dann anschließend zurück zum Mannschaftshotel.

Weitere Informationen findet Ihr unter www.db-schuelerreporter.de.

Theresa Lambrich (15), Clemens Waadt (17) und Maximilian Zerfaß (17) berichten als DB Schülerreporter für SPORT1 von der Frauen-WM. Sie sind drei von neun Jugendlichen, deren Artikel bei SPORT 1 und weiteren Medienpartnern der Deutschen Bahn erscheinen. Doch nur einer darf vom Finale berichten. Wer das sein soll, entscheiden Sie auf der Website der DB Schülerreporter!

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel