Ein Ticket weckt in SPORT1-Redakteur Mathias Frohnapfel Erinnerungen. Es bleiben Wehmut und ein uneingelöstes Versprechen.

Gerade ist mir ein kleines Plastikkärtchen in die Hände gefallen.

Darauf sind die Länderflaggen von Brasilien und Australien zu sehen und auf orangenem Grund steht "Mönchengladbach".

Es sind die Zugangsdaten fürs WLAN im Borussia-Park bei einem der ersten WM-Spiele am 29. Juni. Inzwischen bin ich 2505 Kilometer mit dem Auto unterwegs gewesen und einige hundert Kilometer mit der Bahn.

Und das DB-Ticket von Wolfsburg nach Dresden, plus zweier Reservierungen, liegt immer noch zerknittert in meinem Geldbeutel. Datum: 10. Juli.

Richtig, das war der Tag nach dem deutschen Ausscheiden. Es ist der Zug, mit dem nie gefahren bin.

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Schließlich wurde nach dem deutschen WM-Aus nichts daraus, das Viertelfinale USA - Brasilien vor Ort zu begleiten. Ziemlich blöd, aber das frühe Ende aller Titelträume war ja auch blöd.

Nach dem WM-Halbfinale Japan - Schweden in Frankfurt geht es also zurück nach München ins SPORT1-Headquarter. Mein Kollege berichtet vom großen Finale.

Und ich muss vorher noch gestehen: In knapp vier WM-Wochen, Vorbereitungszeit in Berlin inklusive, habe ich genau eine Postkarte geschrieben. Eine!

Hinzu kamen noch zwei kümmerliche Facebook-Einträge. Woraus am Ende noch ein On-the-Road wurde, was also getrost unter Arbeit abgelegt werden darf.

Wahrscheinlich habe ich auch ein Dutzend Geburtstage vergessen und im Büro erwartet mich schon Post von der Autobahnfahrt von München nach Berlin zum WM-Start. Vielleicht weiß ein Kollege bereits, wie teuer mir mein Gasfuß zu stehen kommt.

Aus Frankfurt, dem selbsternannten "Herz des Frauenfußballs", werde ich jedenfalls ganz langsam abfahren. Und mit Wehmut.

Am Ende war es kein Sommermärchen, auch wenn ich persönlich eh versucht habe, diesen Begriff zu umschiffen.

Die Idee von den "Sommermädchen" hatte mir indes gefallen, das hatte so etwas Leichtes. Stattdessen machten sich unsere Nationalspieler einfach viel zu viele Gedanken, aber das Thema hatten wir ja schon.

"20elf von seiner schönsten Seite": Das war in etwa so, wie zu einer Gartenparty eingeladen zu sein, mit vielen sympathischen Menschen und dem dröhnenden Versprechen der Gastgeber, am Ende steige ein richtig pralles Feuerwerk.

Doch das fiel ziemlich ungeplant ins Wasser.

Gefeiert wurde trotzdem weiter und als sich dann die ersten verabschiedeten, dachte man: Mensch, war trotzdem schön.

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