Die Bundestrainerin macht weiter. In nächster Zeit muss sie beweisen, dass sie dazugelernt hat und einen Schritt hin auf die Bundesliga machen.

Von Mathias Frohnapfel

Silvia Neid bleibt Bundestrainerin. Es war das rasche Ende einer gut vier Tage dauernden emotionalen Achterbahnfahrt der 47-Jährigen.

Nach dem WM-Aus hat sie in einer ersten Reaktion festgestellt, keine Fehler gemacht zu haben. Dann setzte ein Sinneswandel ein, an dessen Ende sie offen über einen Rücktritt nachdachte.

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Und ebenso schnell kamen die Stimmen der Spielerinnen Nadine Angerer und Inka Grings, Neid solle doch bitte weitermachen. Auch der DFB, namentlich Präsident Theo Zwanziger und Generalsekretär Wolfgang Niersbach, stützten die Cheftrainerin.

Die im Januar ausgezeichnete Welttrainerin des Jahres muss jetzt zweierlei beweisen: Erstens, dass sie fähig ist, offen und kritisch auch ihre eigenen Fehler zu analysieren.

Und zweitens, dass sie in der Lage ist, das hervorragende Potenzial von Deutschlands Frauenfußball zu nutzen.

Bei der EM 2013 muss das Halbfinale das Mindestziel sein, zudem gilt es das Team spielerisch weiterzuentwickeln.

Auch die genaue Ausgestaltung des von Neid favorisierten 4-2-3-1-Systems ist zu überdenken.

Außerdem wartet die schwierigste Aufgabe auf Neid: Sie muss anerkennen, dass die Nationalelf nur mit, nicht gegen die Klubs der Frauen-Bundesliga ihre Erfolge erringen kann.

Vor der Vorbereitung klar zu sagen, dass die Liga-Klubs nunmal die Spielerinnen nicht so professionell auf ein Turnier einstellen könnten wie die DFB-Macher, war ein großer Fehler.

Das wird Neid noch lange nachhängen.

Außerdem haben die deutschen Teams international in der Vergangenheit Jahr für Jahr Erfolg an Erfolg gereiht. Ganz ohne Ahnung vom Geschäft glückte das sicher nicht.

Neid ist jetzt als Trainerin und Menschenkennerin gefragt, sonst verspielt sie trotz aller Titel und Ehrungen zuvor bald ihre letzte große Chance.

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