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Bibiana Steinhaus (r.) ist derzeit die einzige Schiedsricherin im deutschen Profifußball © getty

Die Zweitliga-Schiedsricherin vertritt am Sonntag die deutschen Farben im Finale der Frauen-WM. Es gibt Lob von höchster Stelle.

München - Deutschlands Vorzeige-Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus pfeift in Frankfurt am Main das WM-Finale zwischen den USA und Japan.

Dies gab die FIFA am Freitag bekannt.

Als Schiedsrichter-Assistentinnen der 32 Jahre alten Polizeibeamtin aus Hannover fungieren in der Frankfurter WM-Arena Katrin Rafalski und Marina Wozniak.

Für die Zweitliga-Schiedsrichterin ist der Einsatz im WM-Finale natürlich der absolute Karrierehöhepunkt.

"Schiedsrichter sind Sportler"

"Wir Schiedsrichter sind Sportler. Und natürlich ist es immer unser Ziel, in einem Turnier so weit wie möglich zu kommen", hatte Steinhaus vor dem Turnierbeginn gesagt. Damals rechnete Steinhaus aber im Traum nicht damit, dass die DFB-Auswahl bereits im Viertelfinale scheitern könnte.

Steinhaus wurde nach zwei ordentlichen Leistungen in der Gruppenphase (DATENCENTER: Der WM-Spielplan) von der FIFA mit der Leitung des Endspiels betraut.

Zuvor war die Blondine für das Viertel- und Halbfinale nicht nominiert worden. Das 0:1 der deutschen Weltmeisterinnen in der Runde der letzten Acht am vergangenen Samstag in Wolfsburg gegen Japan machte Steinhaus WM-Endspiel-Berufung erst möglich. (Nachbericht)

Positive Wendung für Steinhaus

Nachdem Steinhaus nicht für ein Viertelfinale ausgewählt worden war, dachte sie eigentlich, das Turnier sei für sie beendet. Nun kam es allerdings ganz anders. Denn Steinhaus hatte bei ihren bisherigen beiden Auftritten bewiesen, dass sie international zu den absoluten Spitzenschiedsrichterinnen zählt.

Beim Spiel zwischen den USA und Nordkorea (2:0) zeigte die Polizeibeamtin, die im Turnierverlauf keine Statements abgeben darf, eine tadellose Vorstellung und erhielt anschließend Lob von höchster Stelle. Auch bei der Partie Brasilien gegen Äquatorial-Guinea (3:0) überzeugte Steinhaus.

Warten auf die Bundesliga

Die Berufung als WM-Endspiel-Referee dürfte bei ihr die Enttäuschung über den verpassten Aufstieg als Referee in die Männer-Bundesliga etwas gemindert haben. Diese Entscheidung hatte die Schiedsrichter-Kommission des DFB noch vor der Frauen-WM getroffen.

Steinhaus muss damit auf ihren Aufstieg aus der Zweiten Liga in die Eliteliga weiter warten. Zuletzt hatten sich einige prominente Fürsprecher für ein Erstliga-Engagement der Niedersächsin stark gemacht, konnten sich aber mit ihrer Meinung nicht durchsetzen.

"Zweite Liga eine der besten Ligen Europas"

Steinhaus hatte gelassen auf den Verbleib im Unterhaus reagiert. "Ich denke schon, dass die Zweite Liga eine der besten Ligen Europas ist. Und dort habe ich auch schon sehr gut Fuß gefasst", hatte die Polizistin gesagt. (423460DIASHOW: Die Fans der WM).

Ihren Fokus wollte sie auf die WM in Deutschland legen - mit Erfolg: Das Spiel um Platz drei zwischen Schweden und Frankreich am Samstag in Sinsheim pfeift Kari Seitz aus den USA.

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