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Schweden holt nach 1991 zum zweiten Mal den dritten Platz bei einer WM © getty

Schweden besiegt in einer hitzigen Partie Frankreich und holt WM-Bronze. Hammerströms Traumtor geht eine Fehlentscheidung voraus.

Von der Frauen-WM berichtet Andreas Messmer

Sinsheim ? Zum Abschluss gab es noch einmal ein Tänzchen. Mit 2:1 (1:0) besiegten die Schwedinnen im Spiel um Platz 3 Frankreich und präsentierten dem Publikum anschließend noch einmal den "Logobitombo", den Tanz, der im Laufe des Turniers zu ihrem Markenzeichen geworden war. (DATENCENTER: Der WM-Spielplan)

Die Tore für Schweden erzielten Lotta Schelin (29.) und Marie Hammarström (82.).

Frankreichs Elodie Thomas hatte in der 56. Minute zum zwischenzeitlichen Ausgleich getroffen.

"Keine Ahnung, wo wir jetzt feiern"

Die von Thomas Dennerby trainierten Schwedinnen feierten damit einen versöhnlichen Abschluss nach dem jähen Halbfinal-Aus gegen Japan am vergangenen Mittwoch.

"Ich bin total glücklich. Ich habe keine Ahnung, wo wir jetzt feiern, aber wir werden es tun. Wir haben immer an uns geglaubt", sagte Bundesliga-Spielerin Sara Thunebro vom 1. FFC Frankfurt.

"Wir sind das beste Team Europas, das ist einmalig", ergänzte Lotta Schelin.

Prominente Tribünengäste

Die 25.475 Zuschauer in der ausverkauften Sinsheimer WM-Arena sahen einen munteren Beginn.

Unter den Augen von FIFA-Präsident Joseph Blatter, DFB-Präsident Theo Zwanziger und LOC-Chefin Steffi Jones suchten beide Teams zielstrebig den Weg nach vorne, ohne sich allerdings zwingende Chancen zu erarbeiten.

Erstmals richtig gefährlich wurde es nach einer knappen halben Stunde. Sara Larsson schlug den Ball hoch in den Strafraum. Lotta Schelin reagierte gedankenschnell und spitzelte den Ball an der herauseilenden Torfrau Berangere Sapowicz vorbei in die Maschen.

Die Französinnen traf es in dieser Szene doppelt hart. Keeperin Sapowicz knickte bei ihrem Rettungsversuch um und konnte nicht mehr weiterspielen. Celine Deville ersetzte sie. Zudem musste die angeschlagene Spielmacherin Louisa Necib in der gleichen Minute verletzt ausgewechselt werden (32.). Für sie kam Thomis.

Bussaglia trifft Aluminium

In der 36. Minute dann Frankreich erneut im Pech: Elise Bussaglia zog kurz vor der Strafraumgrenze ab, der Ball klatschte an den Pfosten. In der 42. Minute probierte es Bussaglia erneut aus der Distanz, dieses Mal parierte Hedvig Lindahl im Tor der Schwedinnen.

Auf der Gegenseite setzte in der 44. Minute Charlotte Rohlin per Kopf nach einer Ecke von Sara Thunebro einen Tick zu hoch an.

In der Nachspielzeit der ersten Hälfte hatte dann Schelin den zweiten Treffer auf dem Fuß. Energisch setzte sich die Frankreich-Legionärin rechts im Strafraum durch und zog vor dem Fünfer ab. Doch die eingewechselte Deville parierte mit einem starken Reflex.

Thomis mit dem Ausgleich

Die Französinnen starteten besser aus der Pause. In der 56. Minute nutzte die eingewechselte Elodie Thomis den vielen Platz, den ihr ihre Bewacherinnen ließen und schob den Ball aus 16 Metern links unten in die Maschen. Von nun an ging es munter hin und her. Beide Teams suchten ihr Heil in der Offensive.

In der 64. Minute wurde es erneut laut in der Arena. Josefine Öqvist lief links im Strafraum allein auf Deville zu, scheiterte aber am rechten Pfosten. Nur wenige Minuten später ließ Thomis auf der Gegenseite zwei gute Möglichkeiten aus.

Rot für Öqvist

Nur drei Minuten später musste Öqvist dann mit Rot vom Platz. Nach einem Zusammenprall mit Bompastor, trat die Schwedin ihre Gegnerin und musste vom Platz. Allerdings war die Französin auch nicht unschuldig und hätte sich über einen Platzverweis nicht beschweren dürfen.

Anschließend pfiffen die Fans die Französin bei jeder Ballberührung aus. "Die Zuschauer haben sich benommen wie bei einem Fußballspiel der Männer", kritisierte Frankreichs Trainer Bruno Bini nach der Partie: "Das hat Sonia nicht verdient."

Spektakulärer Treffer von Hammarström - mit bitterem Beigeschmack

In der 82. Minute war es dann die eingewechselte Marie Hammarström, die für den nächsten Freudentanz der Schwedinnen sorgte.

Nach einer abgewehrten Ecke überlupfte sie links an der Strafraumgrenze ihre Gegenspielerin, legte noch einmal quer und jagte den Ball links oben zum 2:1 in den Winkel - der Endstand.

Allerdings bekam der Treffer eine bitteren Nachgeschmack. Anstatt der Ecke, hätte es eigentlich Abstoß für Frankreich geben müssen, denn der Ball prallte von Schelins Bein ins Toraus. Die Situation ging allerdings im Jubel der Schwedinnen unter.

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