Nationaltorhüterin Nadine Angerer hat die moderate Resonanz auf ihr Outing inner- und außerhalb der Medien selbst überrascht.

"Ich hab' gedacht: Die nächsten drei Tage werden bestimmt der Horror. Und dann: Gar nichts", sagte die 32 Jahre alte Nummer eins der DFB-Auswahl der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", "ich habe keine große Resonanz bekommen. Das ist doch was Positives."

Angerer hatte in einem Interview im vergangenen Dezember preisgegeben, dass sie sowohl Männer als auch Frauen anziehend findet und eine Festlegung für sie generell "total albern" sei.

Das sorgte für weniger Wirbel, als von Angerer selbst angenommen: "Die Leute, die mich direkt angesprochen haben, kann ich an einer Hand abzählen, das waren vielleicht drei - darunter ein 93 Jahre alter Opa, der das total toll fand."

Generell würde sich die Torfrau, die ab Sonntag mit der DFB-Auswahl bei der Heim-WM den dritten Titel in Folge im Visier hat, einen offeneren Umgang mit dem Thema sexuelle Orientierung wünschen. "Natürlich fände ich es toll, wenn generell Offenheit herrschen würde", so Angerer.

Ob das auch im Männerfußball realistisch sei, könne sie aber nicht einschätzen: "Ich bin selten in einem Stadion, ich kann auch nicht beurteilen, wie Fans reagieren."

Ex-Nationalspielerin Nia Künzer wünscht sich dagegen ein Outing auch bei den Männern. "Vielleicht sollten sich einfach mal ein paar Spieler zusammentun und an die Öffentlichkeit gehen, dann wäre das Thema mit einem Ruck vom Tisch", sagte die 31-Jährige dem "Münchner Merkur".

Sie glaube nicht, dass es einen großen Aufruhr geben würde. "Zwei, drei Tage wäre das ein Thema, dann kommt schon das nächste", sagte Künzer.

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