Der langjährige Vereinscoach des Frauen-Bundesligisten 1. FFC Frankfurt, Hans-Jürgen Tritschoks (55), hat Kritik an Bundestrainerin Silvia Neid aufgrund deren Mannschaftsaufstellung beim 2:1-Sieg im WM-Auftaktspiel gegen Kanada geübt.

Tritschoks fordert für Spielführerin Birgit Prinz eine Position hinter der Sturmspitze - und die sollte seiner Meinung nach Inka Grings sein.

"Man muss sich doch mal die Frage stellen, warum das Spiel an Birgit vorbeilief. Aber so, wie die Trainerin aufgestellt hat, war es schon von vornherein klar, dass es für sie kein gutes Spiel wird", sagte Tritschoks dem "Kölner Express".

Neid kenne doch Birgit Prinz seit über zehn Jahren. "Sie ist keine Spielerin für die Sturmspitze. Da raube ich ihr die Fähigkeiten. Birgit braucht Raum für ihr Spiel, sie muss von hinten kommend Tempo aufnehmen. Birgit hat da vorne keine Anspielmöglichkeit. Deshalb muss vor ihr auch Inka Grings von Anfang an spielen. Dann brennt es gleich vor dem Tor", sagt der Kölner Sportwissenschaftler, der mit Frankfurt dreimal Meister und zweimal UEFA-Cup-Sieger wurde.

Tritschoks würde sich von Neid wünschen, mehr an den arrivierten Spielerinnen festzuhalten. Zum Beispiel auch an Inka Grings (32), die zuletzt nur Ergänzungsspielerin war.

"Inka hat eine unfassbare Torquote und schon so oft die Kohlen aus dem Feuer geholt. Nach ihrer überragenden Bundesliga-Saison hat sie jetzt mal eine Phase, in der es bei ihr vielleicht nicht optimal läuft. Aber dann nehme ich sie bei einer Heim-WM doch nicht gleich aus der Mannschaft, sondern schenke ihr erst mal Vertrauen. Ganz ehrlich: Unser Auftaktsieg hat mich nicht richtig überzeugt, da waren Teams wie die USA stärker. Aber vielleicht straft mich Frau Neid auch Lügen."

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