Nationalspielerin Kerstin Garefrekes hat sich mit dem Image als "Anti-Star" des deutschen Teams abgefunden.

"Ich habe das Gefühl, jede Spielerin wird so ein bisschen in eine Schublade gesteckt, und da kommt man nicht mehr raus. Da bin ich eben der Anti-Star oder das Anti-Glamour-Girl, das vielleicht für bestimmte andere Werte eintritt", sagte die Mittelfeldspielerin im Interview mit der "FAZ".

Die 31-Jährige vom 1. FFC Frankfurt will sich trotz der gestiegenen Aufmerksamkeit im Zuge der WM im eigenen Land nicht stärker vermarkten.

"Für mich persönlich ist es im Moment so, dass das, was ich bei vielen Werbegeschichten preisgeben müsste, nicht das aufwiegt, was ich bekommen würde", sagte Garefrekes, "ich möchte mich nicht für einen bestimmten Geldbetrag verkaufen und für Dinge eintreten, hinter denen ich nicht stehe."

Generell steht die gebürtige Westfälin, die im Eröffnungsspiel gegen Kanada (2:1) das erste Tor erzielte, nur ungerne im Rampenlicht: "Ich mag es nicht, dass man, wenn man in der 10. Minute den Kopf hingehalten hat, so hochgejubelt wird."

Ihre Bodenhaftung hat sich die zweimalige Weltmeisterin auch durch berufliche Erfahrungen bewahrt. Vor ihrem jetzigen Job in der Frankfurter Umweltbehörde arbeitete Garefrekes als Sachbearbeiterin im Sozialamt.

"Ich habe ja die Berichte von den Sozialarbeitern gelesen und war im direkten Kontakt mit den Leuten, da bekommt man schon einen Einblick in das Leben auf der Straße und in die Schicksale", so Garefrekes. Das sei für sie "definitiv eine wichtige Phase und sehr lehrreich" gewesen.

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