Günter Netzer hat sich der Kritik an Rekord-Nationalspielerin Birgit Prinz angeschlossen und einen Vergleich zum unrühmlichen Abgang von Michael Ballack aus der Männer-Nationalmannschaft gezogen.

"Birgit Prinz kann ebenso wenig wie Ballack trotz nachlassender Leistung nur aufgrund vergangener Erfolge einen Anspruch auf einen Stammplatz in der Mannschaft beanspruchen", schrieb der Weltmeister von 1974 in seiner Kolumne in der "Bild am Sonntag".

Kritik übte Netzer auch am Verhalten der Spielführerin, die ihren Unmut bei der Auswechslung im zweiten WM-Spiel am Donnerstag gegen Nigeria (1:0) deutlich zum Ausdruck gebracht hatte.

"Mir hat ihr Abgang im Nigeria-Spiel nicht gefallen. Ihre Auswechslung war völlig berechtigt", sagte Netzer: "Zu einer absoluten Weltklasse-Spielerin gehört auch, Größe in Niederlagen - auch in persönlichen - zu zeigen. Und mit ihrer Leistung hat sie keinen Anspruch gehabt, länger in der Mannschaft zu bleiben."

Vor dem Duell um den Gruppensieg am Dienstag in Mönchengladbach gegen Frankreich (20.45 Uhr) sieht Netzer Bundestrainerin Silvia Neid in der Pflicht. "Neid muss jetzt Akzeptanz und Einsicht von Prinz einfordern, wenn sie zu Beginn nur noch auf der Bank sitzt", schrieb er.

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